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Massentod der Sonnentempler
 
 
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1994 bis 1997 fanden 74 Anhänger der "Sonnentempler" den Tod.
Der "Ordre du Temple Solaire" (OTS) scheint nicht mehr zu existieren.
Einzelheiten:

 
 
Der Tages-Anzeiger am 17.04.2001 

Sektendrama: Prozess gegen Dirigent Tabachnik 
Gut sechs Jahre nach den Selbstmorden der Sonnentempler muss sich der Stardirigent Michel Tabachnik vor Gericht verantworten. 
Von Hugo Stamm, Zürich 
Heute Dienstag beginnt in Grenoble ein Aufsehen erregender Prozess gegen den einst berühmten Genfer Dirigenten und Komponisten Michel Tabachnik. Die Anklage wirft ihm vor, er sei Mitglied einer kriminellen Vereinigung gewesen. Ausserdem trage der 58-jährige Musiker Mitverantwortung an den Massakern und kollektiven Selbstmorden der Kultanhänger. Laut Anklage hat er die Sonnentempler indoktriniert und sie in ihren Selbstmordabsichten bestärkt. Es ist der erste Prozess im Rahmen des Sektendramas. In der Schweiz gibt es keine Verfahren. 

Unschuld beteuert 

Bei den mehreren Sektendramen zwischen 1994 und 1997 in der Schweiz, Frankreich und Kanada fanden 74 Kultanhänger den Tod. Tabachnik wurde in Frankreich angeklagt, weil er in Verbindung mit dem Sektendrama im französischen Vercors unweit von Grenoble gebracht wird. Dem Dirigenten drohen eine mehrjährige Gefängnisstrafe und eine hohe Busse. Tabachnik streitet jede Schuld ab und behauptet, er sei nicht einmal Mitglied des Kultes gewesen. 

Tatsache ist aber, dass er früher Präsident der von Guru Jo Di Mambro gegründeten Stiftung Golden Way war, die sich um die finanziellen Belange der Sekte kümmerte. Ausserdem gibt es Fotos, die Tabachnik in den Kultgewändern der Sekte zeigen. Unbestritten ist auch, dass er Geld vom Kult erhalten hat. Der Dirigent hielt zudem Vorträge im Namen der Sonnentempler. Weiter stand sein Name am Briefkasten des Sektenzentrums in Paris. 

Die Polizei fand bei einem Schneider eine Namensliste jener Sonnentempler, für die er Kultgewänder nähen musste. Unter ihnen figurierte auch Tabachnik. Ehemalige Sektenanhänger erklären, Guru Di Mambro habe Tabachnik als ranghohes Mitglied vorgestellt. Der Musiker sei nach Di Mambro und Luc Jouret die Nummer drei der Sekte gewesen. Seit Tabachnik in die Schlagzeilen geraten ist, hat er kaum mehr Engagements bekommen. 

Kinder umgebracht 

Der Prozess wird 14 Tage dauern. Geladen sind rund 60 Zeugen, unter ihnen Angehörige der 16 Sektenopfer in Vercors. Dort hatten höchstwahrscheinlich ein Schweizer Architekt und ein französischer Polizist elf Kultanhänger und drei Kinder mit einem Kopfschuss getötet und sich anschliessend selbst gerichtet.



1. Version dieser Seite installiert am 20.04.2001


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