Ingo Heinemann: Scientology-Kritik
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Scientology leugnet Therapie
In fast identischen Texten wird mal behauptet, Scientology sei die bessere Therapie, mal wird geleugnet, daß Scientology Therapie betreibt

Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:
  • www.AGPF.de: Infos über Sekten, Kulte und den Psychomarkt

Ein Textvergleich

Am Vergleich von zwei weitgehend identischen Texten lassen sich verschiedene der Scientology-Praktiken darstellen.


Beide Texte werden unter dem Titel "Was ist Scientology?" verbreitet.
Der linke Text als Buch zum Preis von DM 285.- ("Taschenbuch-Verbreitungsausgabe" DM 49,80) laut Preisliste in der Zeitschrift Scientology News 14/2000.
Das Buch dürfte sich also in erster Linie an Scientology-Anhänger richten.
Allerdings: Ein vermutlich nicht unerheblicher Teil der Produktion wird an Bibliothken "gespendet" und erreicht dort in erster Linie Schüler und Studenten.

Der rechte Text wird im Internet verbreitet.
Dieser Text richtet sich an die breite Öffentlichkeit.
Der Internet-Text gibt weitgehend den Inhalt des Buches wieder.
Aber mit durchaus bedeutsamen Abweichungen.
 
 

Die religiöse Terminologie
 
Verfügung der Staatsanwaltschaft München 115 Js 4298/84 
staatsanwalt86-2.htm
"Der Öffentlichkeit gegenüber gebraucht die Organisation anders als im internen Sprachgebrauch ... eine religiöse Terminologie .. .die die gewerbliche Seite der Organisation völlig verschweigt, offensichtlich für staatliche Behörden und ... Gutachter geschaffen..., um den Schutz der verfassungsrechtlichen Garantien für Religionsgesellschaften zu erlangen".

 


Aus Therapie wird Religion

Bedeutsamer sind jedoch die Ausführungen zum Thema Therapie.
Therapie ist Heilbehandlung.
Das "Auditing" ist nach Meinung des Gutachters Heilbehandlung.

Heilbehandlung ohne Zulassung ist strafbar. Dazu die
Staatsanwaltschaft München 115 Js 4298/84 v. 24.4.1986, S. 55
"Auditing und E-meter in nichtscientologischer Sicht.
aa) Laienpsychotherapie./
Bei dem Auditing handelt es sich im Normalfall bis zur Stufe
Clear um ein Verfahren, das in etwa den tiefenpsychologischen
Psychotherapiemethoden entspricht. Das Münchner Institut für
Rechtsmedizin nennt in seinem Gutachten vom 3.12.84 (Seite 16f)
die scientologischen Verfahren eine "dilettantische
Psychotherapie". Aufgrund des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 10.2.83 (NJW 1984,1414) steht nunmehr fest, daß es
sich bei psychotherapeutischen Maßnahmen um Ausübung der Heilkunde
im Sinne von § 1 Abs. 1 Heilpraktikergesetz handelt".
Eine Organisation, die planmäßig gegen Strafgesetze verstößt, ist eine kriminelle Vereinigung und kann verboten werden. Im Buchtext heißt es:
"Sowohl in der Herangehensweise wie im Ergebnis unterscheidet sich Auditing sehr klar von anderen angeblich therapeutischen Verfahren."
Damit ist klar gesagt: Das Auditing wird als Therapie angesehen.
Das entspricht im übrigen auch durchaus der ursprünglichen Vorstellung Hubbards und der heutigen Praxis.

Um davon abzulenken wurde also ein längerer Text vorgeschaltet.
Vorab werden Kritiker und Gutachter als Ignoranten dargestellt.
Dann wird Scientology als Religion bezeichnet und die Psychologie als "säkulare" - nicht religiöse - Tätigkeit:

"Mangels eines wirklichen Verstehens der Lehre und Praxis der Scientology-Religion wird von Außenstehenden das Auditing hin und wieder mit säkularen Tätigkeiten aus dem Bereich der Psychologie verglichen." (unten)
Dann wird das Auditing mit allerlei Begriffen mit religiösem Bezug belegt: Dann wird Anbieter und Kunden "eine ganz andere" Motivation "als bei Therapien irgendwelcher Art" bescheinigt: Patienten ("Klientel diverser Heilberufe im psychischen Bereich") sucht man angeblich nicht als Kunden ("mögliche Mitglieder").
Es ist allerdings seit langem allgemein bekannt, daß die Kunden des Psychomarktes und somit die meisten Abnehmer der Therapien sich keineswegs als "Klientel diverser Heilberufe im psychischen Bereich" und psychisch krank ansehen.
Das ist einer der Gründe dafür, daß auch viele andere Anbieter ständig neue Phantasiebezeichnungen benutzen.

Und schließlich versucht man auch noch, sich durch die üblichen Angriffe auf die Psychiatrie und angebliche persönlichkeitszerstörenden Praktiken abzugrenzen.
 
 
 
Quelle: Das Buch "Was ist Scientology?", 1993, Kapitel 5: Eine Beschreibung des Auditings, Seite 163
1
Quelle: Internet-Texte "Was ist Scientology?" 
http://wasist.scientology.de/
Html/part02/Chp05/pg0171.html
In beiden Spalten handelt es sich um fortlaufende Texte
2
VERGLEICH MIT FRÜHEREN THERAPIEN
3
VERGLEICH MIT FRÜHEREN PRAKTIKEN

4
Mangels eines wirklichen Verstehens der Lehre und Praxis der Scientology-Religion wird von Außenstehenden das Auditing hin und wieder mit säkularen Tätigkeiten aus dem Bereich der Psychologie verglichen. In Wahrheit hat Auditing damit und mit anderen ähnlichen Bemühungen nichts gemeinsam. 

5
Auditing ist als religiöse Seelsorge der Scientology-Religion nicht mit anderen Praktiken vergleichbar und wird von der Kirche entschieden von solchen abgegrenzt. Auditing ist im wesentlichen ein Erkenntnis-Prozeß des einzelnen, der den Glauben an die Unsterblichkeit der Seele und ihre Erlösung von den selbstgeschaffenen Verstrickungen beinhaltet, ebenso wie die letztliche Befreiung der Seele aus ihrer Verhaftung bzw. ihrer Identifikation mit dem materiellen Universum. 

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Die Zielsetzung der Kirche und die Motivation des auditierten Preclears ist damit bereits eine ganz andere als bei Therapien irgendwelcher Art. 

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Die Scientology-Kirche betrachtet auch keinesfalls das Klientel diverser Heilberufe im psychischen Bereich als mögliche Mitglieder. Im Gegenteil filtert sie bei den Bewerbern um Aufnahme in die Mitgliedschaft der Kirche geradezu jene heraus, die wegen psychischer Probleme in psychiatrischer Behandlung sind oder waren und daher in der Regel aufgrund von Psychopharmaka und anderen die Erkenntnisfähigkeit zerstörenden Methoden von dem religiösen Anliegen in Scientology nicht mehr oder nur sehr schwer erreichbar sind. 

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Vor dem Hintergrund ihrer religiösen Überzeugungen übt die Scientology-Kirche Kritik an den Methoden der genannten Berufe, die aufgrund von persönlichkeitszerstörenden Praktiken dem religiösen Anliegen in Scientology zur Erlösung der menschlichen Seele durch Erkenntnis seiner selbst und seiner Rolle in diesem Universum diametral entgegengesetzt sind. 
Sowohl in der Herangehensweise wie im Ergebnis unterscheidet sich Auditing sehr klar von anderen angeblich therapeutischen Verfahren.
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Sowohl in der Motivation, der Herangehensweise wie auch im Ergebnis unterscheidet sich Auditing daher sehr klar von anderen Bemühungen, die dem Menschen angeblich helfen wollten, sein Schicksal zu verbessern. 
In der Psychoanalyse zum Beispiel läßt der Analytiker nicht gelten, was der Patient sagt, sondern interpretiert es und bewertet seinen Zustand für ihn. Er liest sexuelle Bedeutung in seine Aussagen und erklärt dem Patienten dessen Ängste, was ihn nur noch mehr verwirrt und absolut keine heilende Wirkung hat. Die Aussagen des Preclears werden im Auditing niemals bewertet oder nie widerlegt; es würde den Auditorenkodex verletzen. Der Preclear wird auch nicht ermutigt, richtungslos herumzuschweifen, Millionen von Ereignissen in seinem reaktiven Verstand aufzuwühlen und zu restimulieren, in der Hoffnung, auf das richtige zu stoßen.
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In der Psychoanalyse zum Beispiel läßt der Analytiker nicht gelten, was die Person ihm sagt, sondern er interpretiert es und bewertet ihren Zustand für sie. Er liest sexuelle Bedeutung in ihre Aussagen und erklärt der Person deren Ängste, was sie nur noch mehr verwirrt und absolut keine helfende Wirkung hat. Im Auditing der Scientology-Kirche werden die Aussagen des Preclears niemals bewertet oder widerlegt; es würde den Auditorenkodex verletzen. Der Preclear wird auch nicht ermutigt, mit seinen Gedanken richtungslos herumzuschweifen, Millionen von Ereignissen in seinem reaktiven Verstand aufzuwühlen und zu restimulieren, in der Hoffnung, auf das richtige zu stoßen. 
In so brutalen Praktiken wie der Psychiatrie wird Gewalt (körperliche, chemische oder chirurgische) eingesetzt, um Gedanken und Verhalten eines Menschen zu überwältigen und den Patienten ruhigzustellen. Hier hat man weder Gewinne noch Heilung im Sinn, sondern nur das Ziel, der Patienten fügsam zu machen. 
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In der brutaleren Praktik der Psychiatrie wird Zwang und Gewalt (körperliche, chemische oder chirurgische) eingesetzt, um Gedanken und Verhalten eines Menschen zu überwältigen und die Person ruhigzustellen. Hier hat man weder Rehabilitation noch Heilung im Sinn, sondern nur das Ziel, die Person fügsam zu machen. 
Auditing hat damit nicht die geringste Ähnlichkeit.
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Auditing zielt auf das genaue Gegenteil ab, nämlich auf die Befreiung der Seele von ihren selbstgeschaffenen Verstrickungen, womit ein Gewinn an Selbstbestimmung und Selbstwertgefühl einhergeht. 
Auditing hat auch mit Psychologie nichts zu tun. Psychologie umfaßt hauptsächlich das Studium beobachtbarer Reaktionen auf Reize und hat keinerlei Handhaben, um tatsächliche Verbesserung herbeizuführen.
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Auditing hat auch nichts gemein mit atheistischen Erklärungs- und Lehrmodellen psychologischer Praktiken. Die Verhaltenspsychologie umfaßt hauptsächlich das Studium beobachtbarer Reaktionen auf Reize, wobei man in der Regel versucht, den Betroffenen durch Anlernen bestimmter Verhaltensweisen zu veranlassen, anders mit den Reizen umzugehen. Auch hier geht man nicht auf die ethische und verantwortliche Ursächlichkeit der Person für die Reize und Reaktionen ein. Statt dessen wird ihr eher eingeredet, sie sei Opfer und Spielball der Umwelt. Und auch hier wird die Person in der Regel bewertet und damit in ihrer freien Selbstbestimmung und Erkenntnisfähigkeit beeinträchtigt.
In anderen Verfahren, wie zum Beispiel der Hypnose, wird die Meinung vertreten, Menschen müßten in einen tieferen Bewußtseinszustand versetzt werden (z.B. Trance), bevor irgend etwas unternommen werden könne. Auditing ist das genaue Gegenteil; es soll Menschen aufwecken, statt sie einzuschläfern.
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In anderen Praktiken wiederum, wie zum Beispiel der Hypnose, wird die Meinung vertreten, Menschen müßten in einen Zustand verminderten Bewußtseins versetzt werden (z.B. Trance), damit dann der Analytiker die Ursache irgendeines Problems für die Person finden könne. Auditing ist das genaue Gegenteil; es soll Menschen aufwecken und durch eigene Erkenntnis bewußt machen, statt sie einzuschläfern. 
Einige der früheren Bemühungen, dem Menschen zu helfen, versuchten es damit, ihm Moralkodizes oder Verhaltensmaßstäbe aufzwingen zu wollen. Das führte jedoch nicht zu bleibenden Verbesserungen, da weder etwas über den reaktiven Verstand bekannt war, noch Methoden zur Verfügung standen, um sich seiner irrationalen Befehle zu entledigen.
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Andere frühere Bemühungen, dem Menschen zu helfen, versuchten es damit, ihm Moralkodizes oder Verhaltensmaßstäbe aufzuzwingen. Sie erreichten jedoch letztlich keine Verbesserungen, da weder etwas über den reaktiven Verstand bekannt war, noch ein Weg zur Verfügung stand, durch den sich die Person von dessen irrationalen Befehlen befreien konnte. 
Auditing unterscheidet sich wesentlich von diesen früheren Therapien, von denen viele zweifelhaft und einige, wie die Psychiatrie, sogar schädlich waren. Im Auditing folgt man einem exakt vorgezeichneten Weg, der zu bestimmten Gewinnen führt, und nur der Auditierte entscheidet, ob diese Gewinne erreicht wurden oder nicht. Der Preclear und niemand sonst beurteilt, wann er eine Fähigkeit zurückgewonnen oder im Leben ein Hindernis überwunden hat. Der Auditor arbeitet so lange mit dem Preclear, bis der weiß, daß er es geschafft hat. In Scientology schreibt nicht der Auditor oder sonst jemand vor, daß der Preclear einen Gewinn hatte, sondern der Preclear weiß das selbst.
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Auditing unterscheidet sich wesentlich von diesen früheren Praktiken, von denen viele zweifelhaft waren und einige, wie die Psychiatrie, sogar schädlich sind. Im Auditing folgt man einem exakt vorgezeichneten Weg, der zu bestimmten Verbesserungen führt, und nur der Auditierte entscheidet, ob er die erwarteten spirituellen Gewinne erreicht hat oder nicht. Der Preclear und niemand sonst beurteilt, wann er einen Erlösungsschritt erreicht und dadurch bedingt eine Fähigkeit zurückgewonnen oder als Folge davon im Leben ein Hindernis überwunden hat. Der Auditor hilft dem Preclear so lange, bis dieser aus eigener Erkenntnis weiß, daß er es geschafft hat. In Scientology bestimmt weder der Auditor noch sonst jemand, ob der Preclear einen Gewinn hatte, sondern der Preclear weiß das selbst. 
Da das Ziel des Auditings die Rehabilitierung des persönlichen Potentials ist, kann man Gewinne auch auf keine andere Art und Weise festlegen.
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Da das Ziel des Auditings die Erlösung der Seele und damit einhergehend die Rehabilitierung des verschütteten spirituellen Potentials ist, kann man diese Gewinne auch auf keine andere Art und Weise festlegen. 
Auditing setzt sich aus den Dingen zusammen, die auf alles Leben zutreffen. Im Auditing gibt es keine Variablen; die gleichen Verfahren finden bei allen Fällen Anwendung. Dies ist eine bemerkenswerte Leistung, die Auditing zum wichtigsten Anwendungsgebiet der Scientology macht. 

Denn nur Auditing stellt das ursprüngliche Potential des Menschen wieder her und ermöglicht ihm, sein nur ihm bekanntes, wahres Ich zu finden. Nur Auditing befreit einen aus den Fallen des reaktiven Verstandes.


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