Ingo Heinemann: Scientology-Kritik 
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Zuletzt bearbeitet am 11.2.2010 
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Schutzerklärungen gegen Unterwanderung
Schutzerklärungen sollen vor Unterwanderung durch Scientologen schützen.
 
 

 
Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:
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Schutzerklärung und Technologie-Erklärung

Scientologen können für Staat und Firmen ein Risiko sein.
Deshalb wird vielfach eine Erklärung zum Schutz gegen dieses Risiko verlangt, eine Schutzerklärung.

Manche Scientologen bestreiten bei Bedarf, Scientology-Mitglieder zu sein. So zum Beispiel Gottfried Helnwein und Kurt Fliegerbauer.
Tatsächlich sind die meisten Scientologen tatsächlich keine "Mitglieder" im Rechtssinne.
Dazu: Wieviele Scientology-Anhänger gibt es in Deutschland?: Scientology-Vereine haben keine Mitglieder. Nur Kunden

Deshalb wird in der "Schutzerklärung" nicht nach einer Scientology-Mitgliedschaftschaft gefragt.
Gefragt wird vielmehr nach der Anwendung von Hubbards "Technologie", wie die Scientology-Organisation selbst ihre Psycho-Methoden nennt.
Deshalb wird auch der Begriff "Technologie-Erklärung" verwendet.

Die Scientology-Organisation bezeichnet diese Erklärungen als "Sekten-Filter".
 
 
 

Die Hamburger Technologie-Erklärung

entnommen dem Urteil Verwaltungsgericht Hamburg 16 VG 2913/97
 
Erklärung   
Ich die/der Unterzeichnete erkläre,   
1) daß ich bzw. mein Unternehmen nicht nach der Technologie von L.Ron Hubbard arbeite,   
2) daß weder ich noch meine Mitarbeiter nach der Technologie von L.Ron Hubbard geschult werden bzw. keine Kurse und/oder Seminare nach der Technologie von L.Ron Hubbard besuchen und   
3) daß ich die Technologie von L.Ron Hubbard zur Führung meines Unternehmens (zur Durchführung meiner Seminare) ablehne.
 
 

Die Schutzerklärung der Wirtschaftsministerkonferenz von 2001:
 
Abwehr von Einflüssen der Scientology-Organisation (SO) bei öffentlichen Aufträgen über Beratungs- und Schulungsleistungen   
Bei der Wirtschaftsministerkonferenz (WMK) am 1./2. März 2001 in Mainz haben die Wirtschaftsminister und -senatoren der Länder mehrheitlich die Anwendung einer einheitlichen Schutzklausel bei der Vergabe öffentlicher Aufträge über Beratungs- und Schulungsleistungen empfohlen. Die Schutzklausel hat folgenden Wortlaut:   


"Das Beratungs- und Schulungsunternehmen   
    verpflichtet sich sicherzustellen, dass die zur Erfüllung des Auftrags eingesetzten Personen nicht die "Technologie von L. Ron Hubbard“ anwenden, lehren oder in sonstiger Weise verbreiten.   
    Bei einem Verstoß ist der Auftraggeber berechtigt, den Vertrag aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer Frist zu kündigen. Weitergehende Rechte bleiben unberührt.  
Ort, Datum Unterschrift/Firmenstempel“   


Aus: "Aktuelle Tipps“ Zusammenstellung: Geschäftsstelle der interministeriellen Arbeitsgruppe für Fragen sog. Sekten und Psychogruppen (IMA-SuP) Hans-Werner Carlhoff, Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg   
Postfach 103442, 70029 Stuttgart Tel.: 0711/279-2872 Fax: 0711/279-2615
 

Warum Schutzerklärungen?

Zu unterscheiden ist

Aus mehreren Gründen muß der Staat sich vor Unterwanderung schützen können:  

 

Anwendungsbereich: Schutzerklärung kann keineswegs in jedem Fall verlangt werden

Der Bayerische Erlass enthält Eingrenzungen der Anwendbarkeit.
Im Einzelfall muß Ermessen ausgeübt werden.
Dabei kann es durchaus Fehler geben. Dann kann Widerspruch eingelegt werden. Notfalls können die Gericht angerufen werden.

In einem solchen Fall hat die Bayerische Regierung das Verlangen nach einer Schutzerklärung während des Verfahrens zurückgezogen, die Sache wurde für erledigt erklärt (Verwaltungsgericht München M 3 E 97.1191, Beschluß vom 9.4.97). Es ging um Büromaterial.
 

 

Scientologen-Reaktion: Prozesse und Propaganda
 
In verschiedenen Prozessen hat die Scientology-Organisation zusammen mit Scientologen geklagt. So zum Beispiel auch in dem Fall vor dem Verwaltungsgericht München, in dem es um Büromaterial ging (M 3 E 97.1191, Beschluß vom 9.4.97) und in dem die Verwaltung ihren ursprünglichen Standpunkt revidiert hat. Die Scientology-Organisation weiß also sehr gut, daß die Schutzerklärung nur für bestimmte Schutzbereiche anwendbar ist.

Dennoch spricht sie generell von einem Sekten-Filter und behauptet, daß Scientologen keine Aufträge oder Jobs vom Staat bekommen können.
Diese Behauptung ist falsch.
 
Übelste Propaganda aber ist es, wenn Angestellte des Staates daraufhin als Nazis beschimpft werden. Das nebenstehende Photo stammt aus dem Spiegel vom 7.8.2000, "Horrortrip nach Florida".   
Ursula Caberta, die Leiterin der Arbeitsgruppe Scientology in der Hamburger Innenbehörde wurde in den USA auf einem Flughafen mit "Nazi go home" - Plakaten empfangen und "später auf Schritt  und Tritt verfolgt". 
Dies entspricht allerdings dem üblichen Vorgehen der Scientology-Organisation gegen Kritiker.
Von Anfang an hat die Scientology-Organisation behauptet, der deutsche Staat wolle Scientologen ermorden, vgl. Scientology gegen Deutschland
 
 

Hubert Heller gegen Caberta: Klage abgewiesen
 
 
Der in den USA lebende Deutsche Hubert Heller ließ Caberta eine Klage ins Hotelzimmer zustellen. Er verlangt 75.000.- Dollar Schadensersatz, weil ihm angeblich ein Auftrag wegen einer Schutzerklärung entgangen sei. Die Klage richtet sich nicht etwa gegen den Hamburger Senat, sondern gegen dessen Angestellte Caberta persönlich. 
 

Hubert Heller war laut Klageschrift Vizepräsident der Software-Firma RTI, was nach anderer Quelle Retail Technologies International bedeutet.
Laut Klageschrift ist Heller Scientologe seit 1971.
Laut Website hat Heller seinen Intelligenzquotienten durch Scientology von 134 auf 153 verbessert.
Er behauptet in der Klageschrift, ihm sei ein Auftrag der deutschen Firma POSPartner GmbH (POS) entgangen.
 
 
 
Am 9.5.2002 hat das 
US-Bundesbezirkgericht Bezirk Florida Mitte Gerichtsbezirk Tampa 
Aktenzeichen 8:00-CV-1528-T-27EAJ
entschieden, die Klage abzuweisen, weil 
"Caberta als Funktionsträgerin der Bundeslandes Hamburg, Deutschland, uneingeschränkte Staatenimmunität gegenüber Gerichtsverfahren geniesst und dass dieser Rechtsstreit mangels sachlicher Zuständikgeit abzuweisen ist".
Von wenigen Ausnahmen abgesehen kann man eben nicht das Personal des Staates verklagen, wenn es um Handlungen der Regierung geht. Das gilt in Deutschland  selbst und ebenso im Ausland. 
 
 
 

Unterwanderung: "Schlüsselpositionen erobern"

Die Anweisung zur Unterwanderung stammt von Scientology-Gründer Hubbard:
 
"Erobern Sie, egal wie, die Schlüsselpositionen, die Position als Vorsitzende des Frauenverbandes, als Personalchef einer Firma, als Leiter eines guten Orchesters, als Sekretärin des Direktors, als Berater der Gewerkrschaft - irgend eine Schlüsselposition. Verdienen Sie sich einen ordentlichen Lebensunterhalt damit, fahren Sie einen guten Wagen, aber bringen Sie Ihre Aufgabe über die Bühne, handhaben und verbessern Sie die Leute, denen Sie begegnen, und schaffen Sie eine bessere Welt" Hit for the key spots by whatever means, the head of the women's club, the personnel director of a company, the leader of a good orchestra, the president's secretary, the advisor of the trade union - any key spot. Make a good sound living at it, drive a good car, but get your job done, handle and better the people you meet and bring about a better earth.
Aus: Hubbard Qualified Scientologist HQS 85, S. 218 HCOB 10.6.60 Nr. 33 Der Serie: Die Funktionsfähigkeit der Scientology erhalten - Was wir von einem Scientologen erwarten" Seite 220 Technical Bulletins Band IV ISBN 87-87347-84-9, Seite 107, HCOB 10 June 60: What we expect of a Scientologist
Eine etwas andere Version findet sich in der Broschüre des Berliner Senats
??? "SEKTEN" ??? Risiken und Nebenwirkungen
 

Führungsanweisung ED 1040:
   1.Such Dir ein Geschäft aus, welches bereits sehr gut arbeitet.
   2.Wende Dich an den höchsten Direktor. Biete ihm an, dafür zu sorgen, daß sein
     Geschäft ihm mehr Geld einbringt.
   3.Lokalisiere SPs in der Organisation und wirf sie hinaus.
   4.Auditiere die leitenden Angestellten und zeige ihnen, um was es sich handelt,
     das wird dann den Zyklus in Gang setzen: die leitenden Angestellten werden die
     Jungmanager und das andere Personal dazu drängen, Auditing zu nehmen."
 
 
 
"Wir benützen die herkömmlichen Spionagetechniken"  
(L. Ron Hubbard HCO PL 17.2.66)
 
 
 

Private Organisationen mit öffentlicher Aufgabenstellung und Finanzierung

Gegen Unterwanderung und Spionage wollen Firmen und der Staat sich schützen.
Es geht allerdings keineswegs nur um die Wirtschaft und den Staat.
Es geht auch um "Die organisierte Unterwanderung der Bereiche Bildung, Gesundheit und Soziales" (Jeanette Schweitzer, Schleichende Entmündigung, 1994, S. 14).

Auch Scientology-kritische Organisationen sind das Ziel solcher Unterwanderung mit konspirativen Methoden.

So wurde versucht, die Baden-Württembergische Initiative EBIS e.V. zu unterwandern, vgl. Unterwanderung.htm
Aus einem Schreiben der Scientology Kirche Deutschland e.V., Beichstraße 12 vom 1.1.1988 an Heribert Nonnen c/o Scientology Mission Karlsruhe Kaiserallee 36, Betr.: EBIS e.V.:

Lieber Heribert, in der Anlage findest Du das Blatt mit der Selbstdarstellung der EBIS, das mir über Rita Stockhausen zugeschickt worden ist. / Wie ich Dir schon am Telefon sagte wäre es für mich von höchstem Interesse, zu wissen, was dieser Verein in Bezug auf Scn plant, welche Leute dort das Sagen haben usw. Zu diesem Zweck wäre es sicherlich am Besten, wenn jemand von uns Mitglied werden würde. Mitgliedsbeitrag würde von mir übernommen werden.
Schreib mir doch einfach, wie es dabei mit deiner Mithilfe auschaut, eventuell kennst Du jemanden, von dem Du weißt, daß er auch mitmachen würde.
Liebe Grüße.
Richard Eisenböck.
 
 

Technologie-Erklärung

Wer "die herkömmlichen Spionagetechniken" benutzt, dürfte wenig Probleme damit haben, seine Zugehörigkeit zur Scientology-Organisatition zu bestreiten.
Denn eine Mitgliedschaft im juristischen Sinne gibt es allenfalls für ganz wenige.
Dazu: Scientology-Vereine haben keine Mitglieder. Nur Kunden.

Deshalb stellen die Schutzerklärungen durchweg auf die Anwendung der Hubbardschen Methoden ab. Diese Methoden werden bei der Scientology-Organisation üblicherweise als "Technologie" oder "Tech" bezeichnet. Deren Anwendung läßt sich durchaus nachweisen.
Deshalb werden die Schutzerklärungen auch als Technologie-Erklärungen bezeichnet.
 
 

Links zu einzelnen Erklärungen

Eine einfache Erklärung, die für die meisten Zwecke ausreichen dürfte, findet sich bei
Tilman Hausherr: "Die rabiate Reinigungsfirma: Scientology".

Die Landesregierung Bayern benutzt eine Erklärung bei der Vergabe öffentlicher Aufträge:
AGPF-Info 1/97
Diese Erklärung ist so oder ähnlich auch verwendbar bei der Erteilung von Aufträgen durch private Firmen und Vereine zum Beispiel an Unternehmensberater oder Freiberufler.
 
 

Auszug aus einer Broschüre des Berliner Senats:
 
In einer Broschüre des Berliner Senates    
??? "SEKTEN" ??? Risiken und Nebenwirkungen   
sind im Kapitel  7.4.4. Scientology zwei Erklärungen wiedergegeben:   

* sogenannte Scientology-Schutzklausel   
Häufig wird nach Listen scientologischer Firmen gefragt. Abgesehen von datenschutzrechtlichen Problemen wäre eine solche Liste immer nur eine unzureichende Momentaufnahme. Nicht alle Firmen, die nach der Technologie von L. Ron Hubbard arbeiten, sind bekannt. Eine Liste suggerierte, nicht aufgelistete Firmen hätten damit nichts zu tun. Überdies gibt es auch bei SO eine Mitgliederfluktuation.   

Es wird empfohlen, im Falle der Vermutung einer SO-Mitgliedschaft des potentiellen Geschäftspartners die sogenannte Scientology-Schutzklausel zu verwenden. Folgende Erklärungen sind gemeinhin in Gebrauch:   

Erklärung   

Ich, der / die Unterzeichnende erkläre,   

1. daß ich bzw. mein Unternehmen ...................................................................... nicht nach der Technologie von L. Ron Hubbard arbeite(t) / unterrichte(t)/ oder Leistungen anbiete(t),   
2. daß weder ich noch meine Mitarbeiter nach der Technologie von L. Ron Hubbard geschult wurden / werden bzw. keine Kurse und/ oder Seminare nach der Technologie von L. Ron Hubbard besucht haben /besuchen und   
3.  daß ich die Technologie von L. Ron Hubbard zur Führung meines Unternehmens/ zur Durchführung meiner Kurse und / oder Seminare ablehne.   
4. Eine künftige Veränderung in dieser Hinsicht werde ich umgehend und unaufgefordert mitteilen.   
......................................................................................................................................   
Datum/ Unterschrift (Geschäftsführer/ Leiter des Unternehmens)   

Erklärung   

1. der Auftragnehmer versichert,   
- daß er/ die Geschäftsleitung gegenwärtig sowie während der gesamten Vertragsdauer die "Technologie nach L.Ron Hubbard" nicht anwendet, lehrt oder in sonstiger Weise verbreitet und keine Kurse und /oder Seminare nach dieser "Technologie" besucht und er / sie seine /ihre Mitarbeiter keine Kurse/ Seminare nach dieser "Technologie" besuchen läßt;   
- daß nach seiner / der Geschäftsleitung Kenntnis  keine seiner/ ihrer Mitarbeiter  oder sonst zur Erfüllung des Vertrages eingesetzten Personen die "Technologie von L. Ron Hubbard" anwendet, lehrt oder in sonstiger Weise verbreitet oder Kurse und /oder Seminare nach dieser  "Technologie" besucht.   
2. Der Auftragnehmer verpflichtet sich, solche Mitarbeiter oder sonst zur Erfüllung des Vertrages eingesetzte Personen von der weiteren Durchführung des Vertrags unverzüglich auszuschließen, die während der Vertragsdauer die "Technologie von L. Ron Hubbard" anwenden, lehren, in sonstiger Weise verbreiten oder Kurse/ Seminare nach dieser "Technologie" besuchen.   
3. Die Unwahrheit der Erklärung oder eines Teils des Erklärung in Ziffer 1 sowie der Verstoß gegen die Verpflichtung in Ziffer 2 berechtigt den Auftraggeber zur Kündigung aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer Frist. Weitergehende Rechte bleiben unberührt.   
..................................................................................   
Datum/ Unterschrift (Geschäftsführer/ Leiter des Unternehmens)

 
 
 

Klage gegen Schutzerklärung abgewiesen

Hamburger Morgenpost vom 8.4.00
Klage der Sekte gegen Innenbehörde abgewiesen - sie lächeln trotzdem
Scientology verliert den Musterprozess
Lächeln, immer lächeln: Das ist den Scientologen wichtig, wenn es Gäste zu beeindrucken gilt.
Nachdem die US-Amerikaner Bob Minton (Scientology-Feind Nummer 1) und Stacey Brooks, die neun Monate im "Besserungslager" der Sekte verbrachte, in Hamburg über ihre Erfahrungen berichteten, eröffnete die Sekte gestern am Valentinskamp eine bunte Ausstellung und verlor einen Prozess mit Pauken und Trompeten.

Knallbunte Bilder, strahlende Gesichter, Pappwände und nichts dahinter: Man solle sich selbst ein Bild machen von Scientology, heißt es in der Einladung zu der Ausstellung in einem Büro überm "Valentino's". Bis Mittwoch kann man dort unter anderem einen E-Meter begutachten, wie er beim sektentypischen "Auditing", dem Seelenstriptease, benutzt wird: Der Proband hält Zylinder in der Hand. Wenn die "geschulte Fachkraft" ihn kneift, schlägt eine Nadel aus. Laut Scientology lassen sich mit dem Gerät nicht nur Kniffe sondern auch "Wurzeln spiritueller Barrieren aufspüren."

Im wahren Leben gab's gestern eine herbe Niederlage für Scientology. Vor dem Verwaltungsgericht wurde eine Klage der Geldsekte gegen die Innenbehörde mangels Zulässigkeit abgewiesen. Scientology war auf die Klage zweier Betreiberinnen eines "Wickelstudios" aufgesprungen. Den Damen, die mit ihrer Methode das Abnehmen erleichtern wollen, war ein "Technologiepapier", wie es die "Arbeitsgruppe Scientology" der Innenbehörde gestaltet hatte, vorgelegt worden. Darauf sollten sie unterschreiben, dass sie nicht nach den Lehren des Sektengurus L. Ron Hubbard praktizierten. Das Gericht wies die Klage der Damen ab, die der Scientologen auch. Keiner zweifelt allerdings daran, dass Scientologen-Anwalt Wilhelm Blümel und Deutschland-Chef Helmut Blöbaum in Berufung gehen. Das Prozessieren hat Methode: "Auf diesem Weg wollen wir Religionsfreiheit in Deutschland durchsetzen", sagen die Meinungsführer. Schließlich werde man seit langem schikaniert. So habe man anders als behauptet, das Haus am Steindamm nicht mit Mietschulden verlassen. Und die Ex-Mitglieder, die Schlechtes über Scientology erzählten, so Hamburg-Sprecher Frank Busch, "sind doch immer dieselben. Die werden herumgereicht. Auch andere Unternehmen haben unzufriedene Aussteiger." Unternehmen, die sich "Kirche" nennen, gibt es indes nur sehr wenige.

 
 

 
Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern vom 28. November 1997
 
Scientology nimmt Anträge auf gerichtliche Überprüfung bayerischer Erlasse zurück  
Regensburger: Prozeßfreudige Organisation scheut richterliche Überprüfung ihres menschenverachtenden Systems  

+++ "Scientology hat seinenAntrag auf verwaltungsgerichtliche Überprüfung vonzwei Bekanntmachungen der Staatsregierung ohne nähere Begründung zurückgezogen.Offenbar geht die Organisation selbst davon aus, daß diese zum Schutz öffentlicher Stellen vor einer Infiltration durch Scientology getroffenen Maßnahmen der Verfassungund den sonstigen Gesetzen entsprechen", kommentiert Innenstaatssekretär Hermann Regensburger den Rückzieher der prozeßfreudigen Scientologen.+++  

Scientology versuchte seit Ende November letzten Jahres, den Vollzug der beiden Erlasse in der bayerischen Staatsverwaltung im Wege einer einstweiligen Anordnung vorläufig zu stoppen. Jetzt hat Scientology den Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz ohne Angabe von Gründen zurückgenommen. Das Verwaltungsgericht München stellte deshalb das Verfahren mit unanfechtbaren Beschlüssen ein. Dazu erklärt Regensburger: "Die Organisation vermeidet jede Auseinandersetzung, die ihr menschenverachtendes System einer ernsthaften gerichtlichen Überprüfung unterziehen würde. Auch gegen die Beobachtung durch den Verfassungsschutz hat Scientology bislang - wohl aus gutem Grund - keine Klage erhoben. Außerdem hat SO die in großangelegten Propagandaaktionen unter Einschaltung von Hollywood-Stars und US-Kongreßabgeordneten behaupteten angeblichen Menschenrechtsverletzungen deutscher Stellen in keinem einzigen Fall vor Gericht angeklagt. Allein dies zeigt die Haltlosigkeit der Beschuldigungen".  

Das Bayerische Kabinett hatte am 29.10.1996 beschlossen, daß Bewerber für die Einstellung als Beamter, Angestellter oder Arbeiter im Dienste des Freistaates Bayern ab dem 01.11.1996 einen Fragebogen ausfüllen müssen. In diesem wird u. a. nach geschäftlichen Beziehungen zur Scientology-Organisation, der Teilnahme an Veranstaltungen sowie ideeller oder finanzieller Unterstützung dieser Organisation gefragt. Damit soll aufgrund von Einzelfallentscheidungen dem Eindringen von Scientology in den öffentlichen Dienst vorgebeugt werden. Im Rahmen der Vergabe von Aufträgen durch staatliche Stellen in bestimmten sensiblen Dienstleistungsbereichen haben Interessenten seit letztem Jahr eine sog. Schutzerklärung zu unterzeichnen, in der sie versichern, nicht die Technologie des Scientology-Gründers L. Ron Hubbard anzuwenden. So sollen Scientologen oder von ihnen geführte Firmen von Tätigkeiten im staatlichen Bereich etwa bei Unternehmensberatungen, Personal- und Managementschulungen, Fortbildungsveranstaltungen oder Softwareberatung ferngehalten werden. 

 
 

 
 

Die Aktenzeichen:

In Bayern ging es um folgende Verfahren:
Verwaltungsgericht München
M 3 E 96.6565 Einstellungsbeschluss vom 22.9.97
M 3 E 97.1191 Einstellungsbeschluss vom 9.4.97
M 5 E 97.6129 Einstellungsbeschluss vom 7.10.97




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