Ingo Heinemann: Scientology-Kritik 
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Zuletzt bearbeitet am 10.10.2010 
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Der Scientologe Rainer Pagel instrumentalisiert Kinder
für den Kampf der Scientology-Organisation
gegen die Psychiatrie
 
 
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Der Lehrer Rainer Pagel ist Scientologe. 
Das Bild rechts stammt aus dem Scientology-Magazin "Freiheit" von 1997. Vergrösserung durch Anklicken des Fotos. Die Original-Seiten sind unten abgebildet. 

Der Lehrer Rainer Pagel hat einen Artikel in der Zeitschrift "Pädagogik" veröffentlicht: 

"Droht eine Psychiatrisierung der Pädagogik? 
Ein Beitrag zur Diskussion um die ADHS-Diagnose und die Verabreichung von Ritalin®"
Vordergündig geht es darin um hyperaktive Kinder, die Diagnose und die Behandlung. 
Tatsächlich aber geht es um den Kampf der Scientology-Organisation gegen "die Psychiatrie".

 
Die Zeitschrift "Pädagogik" erscheint im Beltz-Verlag. 
Dem Verlag erschien der Artikel wichtig genug, um ihn in die Ankündigung in seiner Website aufzunehmen.

 
 

Entgegnung der Zeitschrift "Pädagogik" auf Kritik am Pagel-Artikel

Pagels Artikel wurde in Briefen an die Zeitschrift massiv kritisiert.
Die Kritik galt insbesondere der Tatsache, dass der Verlag es einem Scientologen ermöglicht hatte, die Behauptungen der Scientology-Organisation ohne jeden Hinweis auf deren tatsächliche Quelle vorzutragen.
Vor derartiger Täuschung hat gerade erst der Europarat gewarnt: Europarat+ADS.htm
Prof. Dr. Johannes Bastian antwortete als Leiter der wissenschaftlichen Redaktion in der Ausgabe 7-8/03

"Die Zugehörigkeit zu dieser Vereinigung wurde von Herrn Pagel auf unsere nachträgliche Anfrage hin nicht bestritten  Sein Engagement im Zusammenhang mit der Behandlung von ADHS wird von ihm aber ausdrücklich auf seine Erfahrungen als Realschullehrer bezogen  Ob seine Zugehörigkeit zu Scientology bei der Beurteilung des Beitrags eine Rolle spielen soll, sollen die Leser(innen) selbst entscheiden".
Bastian versucht damit trickreich, die Kritik an dem Artikel und dem Verlag in eine allgemeine ADS-Diskussion umzuleiten.
Bastian verweist dazu sogar ausdrücklich auf die Adresse von Pagel.
Bastian verweigert also letztlich die Auseinandersetzung mit den Punkten, die kritisiert worden sind.
Es ist keinerlei Distanzierung erkennbar, weder zu den Argumenten, noch dazu, dass der Zeitschrift Scientology-Positionen untergeschoben worden sind.
Es genügte Bastian offenbar auch, dass Pagel seine Scientology-Zugehörigkeit "nicht bestritten" hat, eine Position, die nach Belieben veränderbar ist.

Die Kritiker bürstet Bastian mit der Behauptung ab, diese hätten "z.T. hoch emotionale Argumentation" vorgebracht. Was er damit meint, schreibt Bastian nicht. Das wäre aber durchaus wichtig gewesen, denn dieses Argument dient als Begründung für die Verweigerung: "Wir wollen diese Kontroverse in dieser Form nicht in PÄDAGOGIK aufnehmen".

Besonders unsinnig ist Bastians Vorschlag, die Leser sollten selbst entscheiden, ob es "bei der Beurteilung des Beitrages eine Rolle spielen soll", dass Pagel Scientology-Anhänger ist.
Beurteilen kann man nur dann, wenn man weiss, um was es geht. Genau das wird den Lesern aber vorenthalten.
 
 
 
 
 

Pagels Artikel

Pagel geht scheinbar gründlich vor und beginnt mit Heinrich Hofmann, der 1847 den "Struwwelpeter" geschrieben hat.
Als nächsten Namen nennt Pagel Dr. Thoams Szasz: "Autoren wie Dr. Thomas Szasz lehnen es sogar ab, den Krankheitsbegriff auf die im DSM-IV genannten psychischen Störungen auszudehnen." Thomas Szasz ist Mitbegründer der Scientology-Tarnorganisation CCHR, die in Deutschland KVPM - Kommission für Verstösse der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V.  heisst. Szasz ist Gründungsmitglied, Galionsfigur und fachlicher Kopf der KVPM. Er wird im Briefpapier der KVPM geführt. Sein Standpunkt ist einfach (siehe Artikel in der Scientology-Zeitschrift "Freiheitsspiegel" Nr. 42 von 1989): „Geisteskrankheit existiert nicht, sie kann gar nicht existieren, da der Verstand nicht Teil des Körpers oder eines Organs ist... ". Dass der Verstand nicht Teil des Körpers ist, ist wiederum Grundannahme des Scientology-Gründers Hubbard, den Scientology (ebenso wie Pagel, siehe dessen Leserbrief unten) bei Bedarf auch als "amerikanischen Philosophen" bezeichnet oder als "amerikanischen Humanisten", Künstler, Schriftsteller, Musiker, Photograph, Filmemacher, Menschenfreund, Pädagoge, Manager.
Zu Szasz:

In einer Zeitschrift namens "Pädagogik" erwartet man Vorschläge, wie Lehrer mit Hyperaktivität umgehen sollen.
Denn neben den Kindern und den Angehörigen sind es vor allem die Lehrer, die mit diesem Problem umgehen müssen.

Pagel schreibt dazu lediglich, Lehrer und Erzieher sollten "pädagogische Lösungen anstreben":
"Konsequentes pädagogisches Handeln ist erforderlich".
Das sind nichtssagende Floskeln.
Die Frage ist ja gerade, worin dieses Handeln bestehen soll.

Damit wird bestätigt, dass der Artikel letztlich nicht als Hilfe für Lehrer gedacht ist.
 
 
 

Kinder gegen Psychiatrie instumentalisiert

ADS oder ADHS ist die Hyperaktivität von Kindern. Dazu:

Scientology gegen Ritalin - Ritalin.htm#Pagel
Wichtigstes Medikament ist Ritalin.
Scientology kritisiert dessen Verschreibung seit langem.
Allerdings besteht der Verdacht, dass es Scientology dabei keineswegs um das Wohl der Kinder geht, noch um Alternativen zu Medikamenten.
Sondern um den Kampf gegen "die Psychiatrie", um deren Abschaffung und um die Errichtung eines Scientology-Monopols an deren Stelle.
Ein solches Vorhaben mag aussichtslos erscheinen.
Es sorgt aber für die Verunsicherung der Betroffenen.

Hyperaktivität ist allerdings nur der Aufhänger für einen Artikel gegen die "die Psychiatrie".
Pagel referiert im Wesentlichen die Kritik der Scientology-Organisation an "der Psychiatrie".
Pagel warnt davor, das Problem ADS an "die Psychiatrie" abzugeben, "da sie wenig oder nichts zu bieten hat, um dieses Problem zu lösen".
Über eine Qualifikation für eine solche Warnung ist dem Artikel nichts zu entnehmen.
Im Gegenteil: Die Formulierung "an die Psychiatrie abgeben" deutet auf Verkennung der Tatsachen und somit fehlende Qualifikation hin, da ADS üblicherweise nicht von der "Psychiatrie" behandelt wird, sondern von Fachärzten, insbesondere Kinder- und Jugendärzten.
Unter "der Psychiatrie" versteht die Allgemeinheit in erster Linie psychiatrische Krankenhäuser.
 
 

Rainer Pagel über Scientology
Aus dem Scientology-Magazin "Freiheit", wie üblich ohne Nummer und ohne Datum, Copyright 1997
Zum Thema Ethik: Ethik ist Strafe
Zum "Woher und Wohin des Menschen": Die Thetan-Story
 
"Scientology ist für mich eine Religion, die dem Menschen in allen nur erdenklichen diesseitigen und 'jenseitigen' Lebens- und Überlebensfragen hilft - seien es Fragen der Moral, der 
persönlichen Ethik und Integrität, die Beziehung zu einem höchsten Wesen oder das Woher und Wohin des Menschen. 
Seit meinem fünfzehnten Lebensjahr interessierte ich mich für Religion und Philosophie. Auf meinem Weg habe ich die verschiedensten Religionen und philosophischen Ansätze kennengelernt. Erst durch mein Studium der Scientology habe ich erkannt, daß es nur einen inneren Weg zur Erkenntnis 
gibt, und dieser Weg führt über Aufrichtigkeit, Toleranz und Anständigkeit und damit über die Vervollkommnung 
des einzelnen. Scientology ist für mich ein Weg voller Abenteuer, ein Weg, der mir immer neue geistige Horizonte 
eröffnet." 
Rainer Pagel, Lehrer

 
 

Pagel und die Scientologen-Musiker
 

In der Zeitschrift "Pädagogik" ist unter dem Pagel-Artikel auch seine Adresse in 26676 Barssel (Schreibweise auch 26676 Barßel) angegeben. Dort ist Pagel auch als kultureller "Veranstalter" tätig. Anlässlich eines Panflöten-Konzerts im Sommer 2000 berichtete die presse mit Pagel-Foto, aus dem dieser Ausschnitt stammt. Pagel trägt dort ein T-Shirt mit dem Aufdruck: 
"Golden Bough  20 Year Annyversary 1980 - 2000". 

"Golden Bough" wird von der Scientology-Organisation des öfteren als Beispiel für die angebliche Diskriminierung von scientologischen Künstlern genannt. So hat Scientology in einem Internet-Text im Zusammenhang mit dem Musiker Chick Corea und dem Maler Gottfried Helnwein behauptet, "Golden Bough" sei von einem Folklore-Magazin auf eine schwarze Liste gesetzt worden. Mitglieder der CDU-Jugendorganisation hätten die Bühne gestürmt und ein Konzert unterbrochen. Auf einer Internet-Seite von Scientology - Abbildung rechts - heisst es eindeutig: "Golden Bough is an American folk music group whose members are Scientologists": Die Mitglieder von golden Bough sind Scientologen. Demnach wird die Golden Bough Musik von der Scientologen-Firma ARC Music herausgegeben.

 

Rainer Pagels Leserbriefe
 
 
Kurier am Sonntag 6.7.2003 
Aussteiger unseriös 
Zum Artikel "Aussteiger stellen Scientology an den Pranger" vom 20. juni 2003: 


Aussteiger stellen nie eine Grundlage für eine seriöse Berichterstattung über Religionsgemeinschaften dar, was auch bei den anerkannten Fachwissenschaftler unumstritten ist. 

Wäre es zum Beispiel fair, die katholische Kirche auf der Grundlage von Personen zu beschreiben, die einen katholischen Mönchsorden verließen? Dieser Grundsatz, der für die großen Kirchen unseres Landes gilt, muss auch Anwendnung auf Scientology und andere Minderheitsreligonen finden, wenn man das Ziel einer unabhängigen und überparteilichen Berichterstattung nicht aus den Augen verlieren will. 
Rainer Pagel, Barßel

Anmerkung zu obigem Leserbrief:
Der Artikel "Aussteiger stellen Scientology an den Pranger" berichtet nicht etwa über die Aussagen von Aussteigern, sondern über ein Gutachten, vgl.  Kuefner-Nedopil-Schoech.htm
 
 
 
Aus: Stern Nr. 45/2002 
Leserbrief zum Stern-Titel Nr. 43/2002: "Die neuen Psychosekten" 


Ein Artikel, der sich im Wesentlichen auf die Aussagen von sogenannten Aussteigern und Sektenbeauftragten der evangelischen Kirche gründet, ist einseitig. Zu durchsichtig ist die Absicht, die verlorenen Schäfchen wieder in die Arme der Amtskirche und insbesondere der evangelischen Kirche zu führen. 
Rainer Pagel, Barßel

 
Aus: http://www.ga-online.de/inhalt/2001-10-30/satbar/t-31103008_30201.html  30.10.2001 


Zum Thema Gewalt und Religion schreibt Rainer Pagel aus Barßel: 

Angesichts der anhaltenden Gewalt, die von religiösen Fanatikern unterschiedlicher Couleur ausgeübt wird, könnte man auf die Idee kommen, dass mit Religion grundsätzlich etwas verkehrt sein könnte. Dies ist jedoch nicht so. Religionsstifter und Repräsentanten großer Religionen haben immer wieder auf den Beitrag der Religion für den Frieden hingewiesen. Unvergessen ist der Friedensimpuls des Christentums, der von der Bergpredigt ausgeht und nicht nur die Nächstenliebe, sondern auch die Feindesliebe einfordert. Der Dalai-Lama, der als einer der führenden Repräsentanten des Buddhismus gilt, hat gerade in der jetzigen Situation eindringlich zum Frieden aufgerufen. 

"Man muss handeln, man muss Ordnung und Aufrichtigkeit aufrechterhalten, aber man braucht nicht Hass oder Rache zu suchen. Benutzen Sie niemals, was einem angetan wurde, als eine Grundlage für Hass. Begehren Sie niemals Rache. Glücklichsein und Stärke sind nur in der Abwesenheit von Hass von Dauer. Hass alleine ist der Weg zur Katastrophe." 

Diese Worte des amerikanischen Philosophen Hubbard (Begründer der Scientology-Church, Anm. d. Red.) unterstreichen einmal mehr, wie wichtig es ist, dass die Religionen dieser Erde zusammenrücken und ihren friedensstiftenden Einfluss geltend machen. Nur so kann verhindert werden, dass die Welt in einem Chaos von Gewalt und Gegengewalt versinkt - ein Weg, der im Moment vorgezeichnet zu sein scheint. 
Rainer Pagel 
26676 Barßel

Leserbrief zu Pagels Leserbrief:
 
Aus: http://www.ga-online.de/inhalt/2001-11-03/ostemsol/t-51120001_30501.html 


Zum Leserbrief von Rainer Pagel aus Barßel (GA vom 30. Oktober 2001) schreibt der Pressesprecher des ev. luth. Kirchenkreises Rhauderfehn, 
Pastor Heinrich Wienbeuker: 

Wenn von Menschen, die sich religiös nennen, Gewalt ausgeht, dann ist etwas verkehrt. Und die Attentäter des 11. September, andere fanatische Muslime, gewalttätige Protestanten und Katholiken in Irland sind auf der verkehrten Seite. Religionen leisten einen Beitrag zum Frieden, schreibt Herr Pagel, und ich bin ihm dankbar, dass er Jesus Christus zitiert und auf die Bergpredigt hinweist. Jesus Christus verpflichtet uns Christen, uns für den Frieden einzusetzen und darum zu beten, dass es friedlicher auf unserer Welt zugeht. Es sei mir nun der kurze Hinweis erlaubt, dass ich es unglücklich finde, wenn Rainer Pagel Jesus Christus und Hubbard als den Gründer der Scientology-Church in einem Zusammenhang bringt. Nicht nur die christlichen Kirchen bezeichnen die Scientologen als eine Sekte. Das Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet die Scientologen, weil sie als Gruppe eingestuft werden, deren demokratische Überzeugung nicht gewährleistet ist und man unterstellt ihnen, dass sie mit teilweise kriminellen Methoden versuchen, an das Geld wohlhabender Menschen heranzukommen und man hat Grund zu der Vermutung, dass innerhalb dieser Gruppe Druck auf Mitglieder ausgeübt und sie ihrer Freiheit beraubt werden. Diese Vermutungen stützen sich auf Aussagen ehemaliger Scientologen.  
 Heinrich W. Wienbeuker 
 Uplengen-Remels 

 
 
http://www.ga-online.de/inhalt/2001-08-01/ostemsol/t-20000000_21201.html 


Zum GA-Artikel "Immer mehr Kinder nehmen Drogen" schreibt Rainer Pagel: 

Die in dem Leitartikel genannten Zahlen und Fakten belegen eindrucksvoll und zweifelsfrei die Zunahme des Drogenproblems auch in Ostfriesland. "Drogen sind das zerstörerischste Element unserer gegenwärtigen Kultur", hatte einst der amerikanische Philosoph Hubbart gesagt. Und wenn man sich heute anschaut, wie in der Bundesrepublik ganze Stadtteile der Großstädte im Drogensumpf versinken, kann man ihm nur Recht geben.  

Gewiss, Präventionsprogramme und Aufklärung sind notwendig. Wer jedoch Methadonprogramme befürwortet, der gibt damit letztlich zu erkennen, dass er im Grunde genommen resigniert hat, völlig hilflos ist und keinen Weg mehr kennt, das Drogenproblem wirklich zu lösen. Wie auf dem Beipackzettel von Methadon zu lesen ist, hat diese sogenannte (Ersatz-) Droge selbst ein primäres Abhängigkeitspotential. Nur noch wenige wissen, dass diese heute von Teilen der sozial-psychiatrischen Wissenschaft gepriesene Droge ursprünglich von der Firma I.G. Farben während des Zweiten Weltkrieges entwickelt wurde.  

Dabei ist es wirklich eine Gradwanderung, welche Droge nun noch als legal und welche als illegal einzustufen ist. Dies kann am Beispiel von Heroin verdeutlicht werden, das 1898 von Heinrich Dreser bei der Firma Beyer entdeckt wurde. Der Pharma-Konzern Bayer versuchte diese Droge zunächst als Beruhigungsmittel bei Husten auf den Markt zu bringen. Heute wissen wir, wie problematisch diese Droge ist. Dass dennoch heute die Stadt Hannover plant, Heroin auf Staatskosten an Schwerstabhängige abzugeben, ist nur schwer mit dem gesunden Menschenverstand zu vereinbaren und zeigt einmal mehr die Hilflosigkeit der staatlichen Stellen. Ritalin ist eine weitere heute noch legale Droge mit einem hohen Missbrauchspotential, die zur Zeit von vielen Psychiatern und Kinderärzten bei so genannter Hyperaktivität verschrieben wird. Zu Recht hat das US-Justizministerium diese Droge in eine Kategorie eingeordnet, in der auch Kokain zu finden ist. Zur Überschrift des Leitartikels "Immer mehr Kinder nehmen Drogen" hätte es auch gepasst, Ritalin zu erwähnen.  

Von Laotse stammt der Satz: "Gibst du einem Menschen einen Fisch, nährt er sich einmal. Lehrst du ihn das Fischen, nährt er sich das ganze Leben." Diese Worte, die vor etwa 2500 Jahren niedergeschrieben wurden, machen deutlich, was unter Hilfe verstanden werden kann: Im ersten Fall führt "Hilfe" zur Abhängigkeit, im zweiten zur Selbständigkeit und dazu, allein im Leben zurechtzukommen. - Methadonprogramme sind keine Lösung, erst recht nicht die legale Abgabe von Heroin an Schwerst abhängige. Bei so genannter Hyperaktivität bei Kindern sollte nicht die Droge Ritalin gegeben werden, sondern sanfte Alternativen bevorzugt werden. - Wir müssen wieder lernen, nach solchen Rehabilitationsmaßnahmen Ausschau zu halten, die effektiv sind und die es den Teilnehmern ermöglichen, später das Legen allein zu meistern. Dass es dafür höchste Zeit ist, belegen die im Artikel genannten Zahlen über die Zunahme des Drogenproblems in Ostfriesland anschaulich.  
Rainer Pagel 
Carolinenhofstraße 8 
26676 Barßel 

 
Aus: http://www.ga-online.de/inhalt/2002-05-03/satbar/t-31041002_12002.html 


Zum Artikel "Regierung gegen Missbrauch von Ritalin" (GA vom 22. April 2002) schreibt Rainer Pagel: 
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk, verdient große Anerkennung, weil sie hartnäckig und entschieden daran arbeitet, den schädlichen Missbrauch von Ritalin bekannt zu machen und zurückzudrängen. Es ist auch höchste Zeit, denn die Verbrauchsentwicklung dieses umstrittenen Medikaments nimmt inzwischen inflationäre Ausmaße an. Nach Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit stieg der Verbrauch von Methylphenidat (das ist der im Ritalin enthaltene Wirkstoff) von 1993 bis 2001 auf das 20-fache. 

Auf der Internetseite des US-Justizministeriums wird darauf hingewiesen, dass Ritalin pharmakologische Effekte produziert, die denen von Kokain ähneln. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die US-Armee Bewerber ablehnt, wenn sie nach dem 12. Lebensjahr Ritalin erhalten haben, weil es sich dabei um eine "mind-altering-drug" - eine bewusstseinsverändernde Droge - handelt. Dass Ritalin darüber hinaus inzwischen als "Koks für Kinder" Eingang in der Partyszene gefunden hat, passt nur allzu gut in dieses Bild. 

Eine Verschreibung von Ritalin wird in der Regel durch eine ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung)-Diagnose begründet. Diese so genannte Krankheit beruht auf den umstrittenen Kriterien der Amerikanischen Psychiatrischen Vereinigung (APA: American Psychiatric Association) aus dem Jahre 1987. Im Grunde genommen handelt es sich dabei lediglich um eine Liste von unerwünschten Verhaltensweisen, die durch Abstimmung der US-Psychiater zu einer Krankheit gemacht wurden. Autoren wie Dr. Thomas Szasz lehnen es sogar ab, den Krankheitsbegriff auf so beschriebene psychiatrische Störungen auszudehnen. 

Nicht unerwähnt bleiben darf auch der Umstand, dass die Ursache von ADHS noch nicht einmal bekannt ist, wie es im arznei-telegramm Nr. 1, 2002 beschrieben wird. Nach alledem erscheint es mehr als ratsam, nach sinnvollen Alternativen für eine Therapie zu suchen, die offensichtlich erhebliche Risiken in sich birgt. 

Rainer Pagel 
26676 Barßel

 
 



1. Version dieser Seite installiert am 27.2.2003


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