Ingo Heinemann: Scientology-Kritik 
   Adresse dieser Seite: Narconon.htm 
Zuletzt bearbeitet am 18.8.2013 
Beratung | Impressum | zur Homepage | zur Inhaltsseite | AGPF-Spendenkonto
 
 
 
Narconon:
Eine Scientology-Tarnorganisation
Angeblicher Drogenentzug mit Scientology-Methoden
ohne nachweisbaren Erfolg
 
 

 
Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:
  • www.AGPF.de: Infos über Sekten, Kulte und den Psychomarkt
 
 

Narconon untergetaucht?

In den eigenen Websites erweckt den NARCONON Eindruck, als werde kein Drogenentzug mehr angeboten.
Sondern nur noch ein Selbsthilfeprogramm.
Das ist eine Scientology-typische Täuschung der Öffentlichkeit.
Noch 2009 hat NARCONON zum Preis von monatlich 2.500 Euro (>>) Drogenentzug verkauft.
Allerdings scheint Narconon untergetaucht zu sein.
 
 
 

USA: Todesfälle, Razzia und ein Gesetz

Seit 2012 berichtet Wilfried Handl in seinem Blog verstärkt über Narconon in den USA, Todesfälle, eine Razzia, ein Gesetz  und Ermittlungen wegen Betruges.

Mona Botros berichtete am 12.05.2013 in Spiegel-Online über "Razzia in US-Südstaaten: Sturm auf die Festung Scientology". Sie hat seit vielen Jahren zusammen mit Egmont Koch TV-Berichte über Scientology für die ARD gemacht.

Im Zentrum der Berichte stand Narconon in Arrowhead, nach Scientology-Angaben das internationale "Flagschiff". In der deutschen Scientology-Website heisst es (www.Scientology.de 23.2.2013):

Narconon Arrowhead wird also als Ausbildungseinrichtung für Drogenrehabilitation angeboten.
Ausgerechnet dort gab es 2012 innerhalb von 9 Monaten 3 Todesfälle.

Im August 2013 wurde der Einrichtung die Zulassung entzogen, www.wilfriedhandl.com und http://mcalesternews.com: "Narconon Arrowhead loses state certification".

Nach den Berichten über die Todesfälle trat der frühere Leiter von Narconon Arrowhead Lucas Catton die Flucht an die Öffentlichkeit an und veröffentlichte ein Buch:
 
 
Lucas A. Catton   
Have You Told All?   
Inside My Time With Narconon and Scientology   
2013, 203 Seiten, Printed in Germany by Amazon Distribution GmbH, Leipzig 
Bestellen bei Amazon 
 
Catton berichtet über über ein Treffen mit dem früheren OSA-Chef Kurt Weiland. Über die engen Verbindungen zwischen Narconon und Scientology schreibt er (Seite 70):

Spiegel-Online hat Mike Rinder gefragt, einen Aussteiger und früheren OSA-Chef. Seine Antwort:  "OSA wird sofort eingeschaltet, wann immer Scientology negative Schlagzeilen drohen, egal wo auf der Welt oder in welcher Organisation das passiert, auch bei Narconon."

Die Berichte über die Narconon-Praktiken haben nicht nur den Staat mobilisiert, sondern auch Betroffene. Eltern berichteten, sie hätten die angebliche Behandlung ihrer Tochter in vollem Umfang bezahlt. Trotzdem habe Narconon Rechnungen an die Krankenversicherung geschickt. Spiegel-Online: "Insgesamt beliefen sich die zusätzlichen Rechnungen demnach auf 166.000 Dollar. Und das für ärztliche Behandlungen, die nach ihrer Aussage nie stattgefunden hatten und für Aufenthaltszeiten, in der die Tochter gar nicht anwesend gewesen sei, erzählt die Mutter."
 
Spiegel-Online über die "spektakuläre Razzia in den Räumlichkeiten von Narconon Georgia": "Kistenweise schleppten Beamte Unterlagen aus der Verwaltungszentrale, rund zwei Dutzend Computer hievten sie in einen eigens dafür angemieteten Lieferwagen. " .... "Es wird sich zeigen, ob das Material, das in den Dokumenten und Festplatten schlummert, eine Anklage wegen Versicherungsbetrugs untermauern kann."
 

Die Todesfälle in Oklahoma haben zu einer Verschärfung des dortigen Gesetzes über Einrichtungen zum Drogenentzug geführt. Einzelheiten in Handls Blog.
 
 
 

Der Name "Narconon"

"Narconon" ist einerseits der Name von eingetragenen Vereinen, also juristischen Personen.
Ausserdem ist dieser Name aber auch ein Markenzeichen:

So steht es zum Beispiel unter dem "Antrag auf Fördermitgliedschaft" (>>).

In der Website www.Narconon.de (Titel: "NARCONON beendet die Abhängigkeit") wird zuoberst erläutert:

Der Begriff "Verband" erweckt den Eindruck, als werde ABLE von seinen Mitgliedsorganisationen gesteuert.
Tatsächlich ist es umgekehrt:

ABLE gehört zum Scientology-Konzern, ABLE.htm#ABLEorg

Der Begriff "eingetragene Marke" erweckt zudem den Eindruck, als handele es sich um ein Produkt, eine definierbare Dienstleistung, vergleichbar etwa einer Therapie.

Tatsächlich handelt es sich lediglich um ein Sammelsurium von Scientology-Kursen.
 
Bei Narconon werden Scientology-Kurse absolviert. Das beweisen nicht zuletzt die Narconon-Zertifikate: Narconon-Zertifikate.htm 
Mit "Ethik" beispielsweise (Abbildung rechts) ist nichts anderes gemeint, als das Scientology-Strafsystem: Ethik.htm
 

 

NARCONON-Vereine

NARCONON gehört zum Scientology-Konzern, der aus zahlreichen Einzelorganisationen besteht.
In Deutschland sind das meist Vereine.

In Deutschland gibt es derzeit nur einen Narconon-Verein:

 Zwei weitere Vereine sind in www.Handelsregister.de als "gelöscht" bezeichnet:  
 

NARCONON Bayern e.V. Rimbach

NARCONON Bayern e.V.  Vereinssitz München Amtsgericht München VR 18230 Ersteintrag: 30.10.2003

Registerauskunft vom 18.12.2009:

Weder die Adresse, noch der Ort Rimbach sind in den Websites des Vereins zu finden.
Der Verein NARCONON Bayern e.V. gibt in seiner Website keine Adresse an, sondern nur ein Postfach.
Die Website www.NARCONON.de ist eingetragen für den Verein. Als Adresse ist bei www.DENIC.de angegeben "Roland Pladeck Postfach 440532, 80754 Muenchen".

Derzeit einzige NARCONON-Einrichtung ist in Rimbach im Bayerischen Wald.
Dazu Narconon-Rimbach.htm
Rimbach wird allerdings weder in der Website www.Narconon.de erwähnt, noch in der Website www.narconon-bayern.de. Nur dem Vereisregiser www.Handelsregister.de kann man die Adresse gegen Bezahlung entnehmen.

In der Website ist als Kontaktadresse angegeben "Postfach 44 05 32, D-80754 München, Tel. 089-23684460".
Die Telefonnummer ist auf den Verein eingetragen. Adresse: 85716 Unterschleissheim, Fastlingerring 192.
Das ist auch die Adresse von Luise Berrang und dem "Verband der Effizienzexperten", ebenfalls einer getarnten Scientology-Organisation.
 

 
Aus: AGPF Aktuell IV/88 vom 30.12.88  http://www.agpf.de/akt88-4.htm    


SCIENTOLOGY-SEKTE: FUNKTIONÄR VERLETZT PERSÖNLICHKEITSRECHTE IM FERNSEHEN   
Die Scientology-Sekte behauptet stets, daß sie sich an ein "Beichtgeheimnis" hält. Kritiker haben dies schon immer bestritten.   
Am 20.12.1988 konnten TV-Zuschauer in der Bundesrepublik, Österreich und der Schweiz ansehen, was es damit auf sich hat. In der österreichischen Diskussionssendung "Club 2" ging der Scientology-Funktionär Jürg Stettler einen Kritiker an: Dessen Sohn habe ein Drogenproblem gehabt und dieses mit Hilfe der Scientology-Therapien gelöst. Auf Nachfrage nach in der Sendung: Nein, dieser Sohn hat ihm nicht ausdrücklich erlaubt, dies im Fernsehen zu verkünden. Kein Wunder: Der Sohn ist beruflich in einem Bereich tätig, in dem weder Drogenprobleme noch deren angebliche Lösung durch die Sekte als Empfehlung gelten. Und der Name des Vaters war natürlich eingeblendet. Inzwischen wird wohl jeder in der Umgebung des Sohnes davon wissen. 
 
 

Drogen-Entzug ist unerlaubte Heilbehandlung

Narconon betreibt seit Jahrzehnten unerlaubte Heilbehandlung.
Daran hat offenbar auch die Verurteilung eines Narconon-Leiters nicht geändert:

Amtsgericht Miesbach Cs 65 Js 21802/90 Urteil vom 12.1.1995, vollständiges Urteil unter
AG-Miesbach-Cs65Jz2180-90-Narconon.htm
Faksimile bei Tilman Hausherr unter http://home.snafu.de/tilman/narconon.tif

"Der Angeklagte ist schuldig ... 200 Einzelfälle der Ausübung der Heilkunde ohne Erlaubnis.
Der Angeklagte leitete vorn 25.10.88 bis 5.2.1992 als Präsident den im Vereinsregister des Amtsgerichts Miesbach unter VR 400 eingetragenen Verein "Narconon e.V." (>>) in Schliersee. ...
Der Angeklagte, der während seiner Tätigkeit ein Taschengeld von monatlich DM 300,-- bis DM 500,-- bezog, wußte, daß es sich bei der Behandlung von drogen- und alkoholabhängigen Personen um eine Tätigkeit zur Heilung und Linderung von Krankheiten handelte, zu deren Ausübung weder er noch seine Mitarbeiter eine Erlaubnis hatten. ... Durch die  Ausführungen des Sachverständigen Dr. med. ... ist erwiesen, daß die Behandlung von Suchtkranken durch Narconon keine fachgerechte Therapie darstellte."
 
 
 

Das Programm: Täuschung der Öffentlichkeit und der Kunden
 

Der angebliche Drogenentzug enthält lediglich Varianten der üblichen Scientology-Kurse, insbesondere des "Reinigungsprogramms".  Es gibt keinerlei nachweisbaren Erfolg. Im Gegenteil. Der Spiegel berichtete schon 1991: "Als Junkie hin, als AIki raus".

Gegen die Behauptung, es sei bislang kein einziger erfolgreicher Drogenentzug nachgewiesen, ist Narconon gerichtlich vorgangen. Die Klage wurde abgewiesen, Verwaltungsgericht Stuttgart 8 K 1798/92 vom 28.10.1992. Der Verwaltungsgerichtshof wies auch die Beschwerde dagegen zurück, VGH Baden-Württemberg 1 S 3021/92 vom 10.5.1993, VGH-Baden-Wuertt-1S3021-92-Narconon.pdf
   
 
 

Der Vertrag 2009
 
Auch der Vertrag von 2009 enthält Täuschung der Öffentlichkeit und der Kunden. Angeblich wird ein Selbsthilfeorpgramm angeboten. Das aber soll 2.500 Euro im Monat kosten.
 
 
Grundlage der Prüfung (Seite 1 rechts): 
    1. "Antrag auf Fördermitgliedschft bei NARCONON" 
    2. "Antrag auf Aufnahme in das Selbsthilfeprogramm des NARCONON Bayern e.V." 
    3. "Hausordnung"
 

Die Verträge wurden in Rimbach im Dezember 2009 unterschrieben. Unterschrieben haben die volljährige Betroffene und ihre Mutter als "Kostenträger". Vereinbart wurden 2.500 Euro monatlich. Vorherige Kontakte zu Scientology bestanden nicht. Die Betroffene blieb anschliessend gleich da. Die Verträge befinden sich in dieser Website anonymisiert unter Narconon-Vertrag-12-2009.pdf

Im Vertrag bietet NARCONON ein Selbsthilfeprogramm an.
Das ist Täuschung.
Was sollte daran 2.500 Euro im Monat kosten?

Selbsthilfe ist im Allgemeinen daran erkennbar, dass sie wenig oder nichts kostet.
Schon daran ist erkennbar, dass in Wahrheit eben doch Drogenentzug angeboten wird.
Das gilt zumindest dann, wenn Eltern für ihre drogenkranken Kinder bezahlen.
Drogenentzug aber darf NARCONON nicht durchführen, weil es kein qualifiziertes Personal dafür hat (>>).

Schuldrecht oder Vereinsrecht?

Der Vertrag ist auf Täuschung angelegt. Er folgt dem üblichen Scientology-Muster. Es soll der Eindruck erweckt werden, als sei nicht das Schuldrecht mit seinen zahlreichenn Verbraucherschutz-Regeln anwendbar, sondern das Vereinsrecht. Dadurch entsteht Rechtsunsicherheit.
Es geht um die Frage, ob die Zahlung auf einem Vertrag beruht oder auf einer Mitgliedschaft.

Der Vertrag wird meist von volljährigen Drogenabhängigen abgeschlossen. Ein Elternteil unterschreibt zusätzlich als "Kostenträger". Ein Drogenabhängiger ist krank und steht unter erheblichem Druck. Eine sorgfältige Prüfung erfolgt deshalb oft nicht.

Dass es tatsächlich um die Betreuung eines Kranken geht, wird verschwiegen, ist jedoch aus einigen Formulierungen zu erkennen. Zum Beispiel aus der Formulierung in der "Hausordnung", die Teil des Vertrages ist: "Das Telefonieren ist erst nach Ablauf von 14 Tagen nach Abschluss des Entzuges möglich". Damit wird auch deutlich, dass es sich um Behandlung Kranker handelt (>>).

Vorab bestätigt der Kunde, "Mitglied des Vereins Narconon Bayern e.V. zu sein". Diese Bestätigung scheint nebensächlich zu sein, ist es aber keineswegs. Sie ist zudem falsch.

Denn tatsächlich hat der Kunde lediglich eine Fördermitgliedschaft unterschrieben. Für jährlich 180 Euro erhält der Kunde keinerlei Vereinsrechte, ist also in Wahrheit kein Vereinsmitglied. Der Kunde erhält keine Satzung, auch die Eintragung im Vereinsregister ist nicht angegeben. Auch keine Internet-Fundstelle. Der "Antrag" auf Fördermitgliedschaft (http://www.narconon.de/downloads/mitgliedschaftsantrag.pdf) soll entweder an das Postdach 440532 geschickt werden oder an Fax 089-3172512. Diese Nummer ist eingetragen für die Scientologin Luise Berrang (>>) 85716 Unterschleißheim, Fastlingerring 192.
 

Es fehlen fast alle Angaben, die für einen wirksamen Vertrag erforderlich wären.

 
 
 

 Checksheet Narconon Therapeutischer TR-Kurs 2009
 
Narconon  
Therapeutischer TR-Kurs 
Gegründet auf die Werke von L. Ron. Hubbard 

Rechts die Titelseite des "Checksheet".

 
Ein "Checksheet" ist eine Art Inhaltsverzeichnis. Dort wird abgehakt, was bereits erledigt wurde. Hier das vollständige Papier: Narconon-Therapeutischer-TR-Kurs-Checksheet-2009.pdf

Aus dem Checksheet (Seite 3):

Es handelt sich um einen ganz normalen Scientology-Kurs.
 
 
 

Falsche Werbung mit Erfolgsquoten
 
Eine Erfolgsquote oder Erfolgsrate wird in Prozent angegeben. 80 % bedeutet, dass von 100 Entzugskandidaten 80 den Entzug erfolgreich hinter sich gebracht haben.
Diese Zahlen müssen durch Einzelfälle beweisbar sein.
In Deutschland hatte NARCONON vor Gericht Gelegenheit, solche Einzelfälle zu beweisen. Tatsächlich konnte NARCONON keinen einzigen erfolgreichen Drogenentzug nachweisen.

Danach hat NARCONON keinen Versuch mehr gemacht, die angeblichen Erfolgsquoten zu beweisen.

Somit wirbt NARCONON also seit Jahrzehnten mit falschen Erfolgsquoten.
 
1977 hat Jochen Maes bei ZITTY eine umfangreiche Dokumentation über Narconon und die falschen Erfolgszahlen  veröffentlicht:  
"Geschäfte mit der Sucht. Von der Droge in die Sekte"  
Damals gab es erstmals eine größere Zahl von Drogentoten. Für eine Großstadt wie Berlin war dies ein neues Problem. Narconon bot sich an. Die Stadt akzepierte. 
1978 wurde in dem Buch "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" eine Drogenberaterin zitiert, sie jedenfalls kenne keinen einzigen Fall einer erfolgreichen Therapie bei Narkonon (>>).
 

Hier Berichte über falsche Erfolgsquoten:
 
Aus: Ingo Heinemann Die Scientology-Sekte und ihre Tarnorganisationen, 1979, Seite 89  


Narconon e.V.  
Vereine diesen Namens gibt es (bisher) in München, Berlin und Frankfurt. Diese Vereine behaupten, Drogenentziehung zu betreiben. Es wird mit einer Erfolgsquote von 80 % geworben, eine geradezu unglaublich hohe Zahl. Der Berliner Senat hat diese Zahl offensichtlich geglaubt: Bis 1976 bezahlte er zu Lasten der Sozialhilfe ca. 1.5 Millionen DM für Drogenentzug bei Narconon. Nachdem die Verwandtschaft zu Scientology durch Presseveröffentlichungen und eine Fernsehsendung bekannt wurde, ließ der Senat eine umfangreiche Untersuchung durch Sachverständige vornehmen.  
    Ergebnis dieser Untersuchung: Die sagenhafte Erfolgsquote ist nichts als Bluff. Der Trick ist einfach und typisch für die Scientology-Sekte und deren Umgang mit der Wahrheit: als »Erfolg« wurde jeder gezählt, der den Scientology-Kurs (nichts anders verbirgt sich hinter dem angeblichen Drogenentzug-Programm) beendet haben.  
    Tatsächlich aber kann der Erfolg des Drogenentzugs nur daran gemessen werden, wie viele Probanden dauerhaft vom Rauschgift wegkommen. Die Sachverständigen fanden heraus, daß nach diesen Kriterien allerhöchstens 10% der von Narconon »behandelten« drogenfrei waren. Auch diese wird man aber kaum als resozialisiert bezeichnen können: Erfolgreich kann der Entzug nur sein, wenn der ehemals Süchtige wieder für sich selbst sorgen kann. Von den 10% angeblich Drogenfreien aber war ein erheblicher Teil Mitarbeiter bei Narconon und lebte zum Teil sogar im Narconon-Haus.  
    Von der Droge in die Sekte nannte der Berliner Journalist Jochen Maes diesen Tausch von Abhängigkeiten in einer umfangreichen Dokumentation (zu haben beim Zitty-Verlag).  
Der Berliner Senat hat die Zahlungen inzwischen eingestellt.  
    Narconon konnte die damalige Situation ausnutzen: Eine ständig wachsende Zahl von Drogen-Toten und fehlende Therapieplätze. Der Senat hat deshalb den angeblichen Narconon Entzug auch noch bezahlt, als die Verbindungen zu Scientology längst bekannt waren: wenn nämlich der Süchtige jede andere Therapie ablehnte und sich somit in Lebensgefahr befand. 
 

Aus: Spiegel Nr. 52/1978 vom 25.12.1978
Jahrelang erhielt die "New Church of Scientology" öffentliche Gelder (in Berlin 1,5 Millionen) für ihre "Narconon"-Therapie. Die Church-Apostel versuchten, mit Apparaten wie dem "Hubbard-Elektro-Meter" die Süchtigen vom Rauschgift zu befreien.

Für den Berliner Drogenbeauftragten Wolfgang Heckmann ist die Heilung dort "nur eine scheinbare; entfällt die Identifikation mit der "Scientology"-Gruppe, fällt der Abhängige in die Szene zurück". Erst nach heftigen Protesten fast aller West-Berliner Drogenexperten wurde "Narconon" aus der Förderliste gestrichen.

Jahrelang machte das "Narconon"-Projekt in Berlin durch Erfolgszahlen von 62 bis 80 Prozent auf sich aufmerksam, für den Drogenbeauftragten Heckmann "ein Trick": Die Sekte setzte in Relation, wieviel Süchtige nach einem Jahr noch in Behandlung waren. Dann müßte man der Berliner Haftanstalt Tegel, wo kein Süchtiger abhauen kann, so führt Heckmann die Rechnerei ad absurdum, "eine Erfolgsquote von nahezu 100 Prozent" gutschreiben.


Aus: Spiegel Nr. 32 1996  
Bescheidene Bilanz  
Die Scientology-nahe Drogenhilfe Narconon zeigt sich erstmals bescheiden in ihrer Selbstdarstellung. Bislang hatten Narconon und Scientology mit Erfolgsquoten von rund 80 Prozent geworben. Jetzt gab die Narconon-Therapiestelle in Itzehoe auf Anfrage schleswig-holsteinischer Behörden zu, lediglich 20 Prozent ihrer Klienten würden rauschgiftfrei die Einrichtung verlassen und auch weiterhin ohne Drogen leben – in staatlich anerkannten Therapie-Einrichtungen ist der Erfolg oft höher. Drogenexperten halten jedoch auch die jüngsten Zahlen von Narconon für „schlicht erlogen“. Exakte Angaben über ihre Berechnungskriterien verweigere die Einrichtung seit Jahren ebenso wie nähere Informationen über die Arbeitsweise und Ausbildung ihrer selbsternannten Therapeuten. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe ermittelt seit zwei Monaten, inwieweit Narconon-Mitarbeiter mit ihren „Reinigungsprogrammen“ gegen das Heilpraktikergesetz verstoßen.

 
 
 
Auch 30 Jahre später werden noch falsche Erfolgsquoten von Scientology verbreitet:
 
 
 

NARCONON wirbt mit einer Erfolgsquote von 86,5%  
Rechts ein Ausschnitt aus der Website www.NARCONON.de (geladen am 21.12.2009)

 

Aus der Scientology-Website http://www.freedommag.org/Osterrch/05_a2/page01a.htm (geladen 21.12.2009)

Aus dem Scientology-Buch "Was ist Scientology" von 1993: Aus www.Narconon.de (geladen am 21.12.2009): Der "Pressedienst der Scientology Kirche Bayern e.V." am 09.01.2008 (geladen am 21.12.2009 aus http://www.online-artikel.de/article/soziales-engagement-der-scientology-kirchen-1624-1.html): Der "Pressedienst der Scientology Kirche Bayern e.V." am 23.10.2008:  
 
 

Narconon ist eine Scientology-Tarnorganisation

Narconon-Mitarbeiter bestreiten immer wieder, dass Narconon zur Scientology-Organisation gehört. Die Kunden sind oft Drogenabhängige oder deren Angehörige, die ohnehin unter Dauerstress stehen und deshalb meist keine Zeit haben, dies nachzuprüfen.  Deshalb genügt meist eine oberflächliche Tarnung. Dazu gehört auch, dass die Website www.Narconon.de den Begriff Scientology nicht enthält (19.12.2009).

Beispiele für solche Dementis unter http://www.aufklaerungsgruppe-krokodil.de/NarcononDrogenrehabilitation.pdf

Die Scintology-Organisation selbst hingegen mach keinen Hehl daraus, dass Narconon Teil der Scientology-Organisation ist. Dazu der bekannteste Scientology Tom Cruise: "Wir bei Scientology haben das einzig erfolgreiche Drogen-Rehabilitationsprogramm der Welt. Es heißt Narconon."
 
Aus: Spiegel 18/2005 Interview mit Tom Cruise 


SPIEGEL: Sehen Sie es als Ihre Aufgabe an, neue Anhänger für Scientology zu rekrutieren? 
Cruise: Ich bin ein Helfer. Ich selbst habe zum Beispiel Hunderten Leuten geholfen, von Drogen loszukommen. Wir bei Scientology haben das einzig erfolgreiche Drogen-Rehabilitationsprogramm der Welt. Es heißt Narconon. 
SPIEGEL: Das stimmt nicht. Unter den anerkannten Entzugsverfahren taucht Ihres nirgends auf; unabhängige Mediziner warnen davor, weil es auf Pseudowissenschaft beruhe. 
Cruise: Sie verstehen nicht, was ich sage. Es ist eine statistisch erwiesene Tatsache, dass es nur ein erfolgreiches Drogen-Rehabilitationsprogramm gibt in der Welt. Punkt. 
SPIEGEL: Bei allem Respekt: Wir bezweifeln das, Mr. Cruise. ...
 
Die Scientology-Organisation - wie auch Tom Cruise - benutzt Narconon als Beweis für

Tatsächlich wird dadurch die Öffentlichkeit getäuscht und werden die kranken Abhängigen in vielen Fällen geschädigt.
 

 

Dass Narconon zu Scientology gehört, kann heute zwar jeder herausfinden, der im Internet danach sucht.
Wer aber ein drogenabhängiges Kind hat, der hat andere Probleme.
Die Frage ist deshalb, ob Narconon über seine Herkunft ordnungsgemäß aufklärt.
Tatsächlich ist in der Website www.Narconon.de mit keinem Wort von Scientology die Rede (Überprüfung am 1.9.2000).
Narconon verschweigt also den wohl wichtigsten Punkt.
Daraus kann man nur schließen:
Narconon tarnt sich nach wie vor.
Deshalb gelingt es Narconon auch ab und zu, andere einzuspannen.
 
 
 
 
 
Werbung im Internet
Noch 2005 enthielt die Website www.Narconon.de praktisch auf jeder Seite den Begriff "Drogenentzug".
Die Werbung noch 2007:
 
Aus: www.Narconon.de 2007  

  • "Sofortige Aufnahme möglich. Keine Wartezeit.
  • Nahezu schmerzfreier Entzug mit 24 Std. Betreuung.
  • Herzliche und familiäre Atmosphäre.
  • KEINE Ersatzdrogen, wie Methadon oder ähnliches.
  • Langfristig erfolgreiches Konzept."
2009 gibt es weder "Drogenentzug" noch "schmerzfreier Entzug" in dieser Website. Es ist nur noch von einem "Selbsthilfeprogramm" die Rede. Allerdings:  Die Internet-Suche nach Drogenentzug Narconon ergibt noch immer 700 Fundstellen (einschliesslich einiger kritischer Texte). Die meisten der Websites gehören Scientologen und Scientology-Unterstützern. Wie etwa die Website Vitaminfreiheit.de. Inhaber: Helmut Kaeding.
 

Vitamine werden von Scientology wie ein Wundermittel propagiert,
Tatsächlich ist das "Selbsthilfeprogramm nichts anderes, als eine Variante des Scientology-"Reinigungsprogramms".
Über 50 Websites enthalten hauptsächlich Links zu www.Narconon.de
Dort wiederum gibt es keinerlei deutlichen Hinweis darauf, daß Narconon ein Scientology-Verein ist.
Narconon agiert also nach wie vor wie eine Tarnorganisation.

Inhaber dieser Domains ist oder war meist Helmut Kaeding, der Betreiber der Website www.Ritalin-Kritik.de. Die Scientology-Kampagne gegen Ritalin ist Teil der Kampagne gegen die Psychiatrie.
 

www.Zehn-Dinge-ueber-Drogen.de

Domaininhaber: Herbert Greiner D-25524 Itzehoe An der Bundesstrasse 77
Über  Narconon heisst es dort:
"NARCONON ist ein eingetragenes Markenzeichen im Besitz von A.B.L.E. “Association for Better Living and Education” und wird mit dessen Genehmigung verwendet."
ABLE ist eine Scientology-Organisation
Im Impressum heisst es zu dieser Website:
Name: Narconon Norddeutschland
Sitz: D-Itzehoe, Bundesland Schleswig Holstein
Rechtsform: Nicht eingetragener Verein
1. Vorstand: Hardy Bernotavicius
2. Vorstand: Ulli Nöll
3. Schatzmeister Herbert Greiner
Postanschrift:  Narconon Norddeutschland Bundesstraße 77- Haus Nr. 3 D-25524 Itzehoe
 
Diese Domains wurden am 28.2.2002 geprüft. Eine regelmässige Prüfung erfolgt nicht mehr. Es ist also möglich, dass einzelne Domains später einen anderen Inhaber bekommen haben oder gelöscht wurden.  


www.narconon.de   
www.drogen-hilfe-frankfurt.de (2009: verschwunden)   
www.drogen-hilfe-hannover.de   
www.drogen-hilfe-bremen.de   
www.drogen-hilfe-leipzig.de   
www.drogen-hilfe-muenchen.de   
www.drogen-hilfe-dresden.de   
www.drogen-hilfe-berlin.de   
www.drogen-hilfe-dortmund.de   
www.drogen-hilfe-hamburg.de   
www.drogenhilfe-in-hamburg.de   
www.drogenhilfehamburg.de   
www.drogenhilfe-itzehohe.de   
www.crack-suechtig-beratung-aufklaerung-missbrauch.de   
www.drogenentgiftung.de   
www.drogen-entgiftung.de   
www.drogen-abhaengigkeit-beenden.de   
www.drogenfrei-statt-drogenkrankheit.de   
www.drogen-entzug.de   
www.drogenfrei-statt-drogenkrank-sein.de   
www.cannabis-suechtig-beratung-aufklaerung-missbrauch.de   
www.drogen-erziehung.de   
www.drogenerziehung.de   
www.drogenrehabilitation-statt-drogenberatung.de   
www.drogenrehabilitation-statt-suchtberatung.de   
www.ecstasy-suechtig-beratung-aufklaerung-missbrauch.de   
www.narconon-leistet-drogenentzug.de   
www.narconon-stoppt-die-drogensucht.de   
www.methadon-suechtig-beratung-aufklaerung-missbrauch.de   
www.narconon-leistet-suchthilfe.de   
www.stopp-die-crack-sucht-abhaengigkeit-beenden.de   
www.stopp-die-methadon-sucht-abhaengigkeit-beenden.de   
www.drogenrehabilitation-statt-drogentherapie.de   
www.stopp-die-speed-sucht-abhaengigkeit-beenden.de   
www.stopp-die-alkohol-sucht-abhaengigkeit-beenden.de   
www.stopp-die-kokain-sucht-abhaengigkeit-beenden.de   
www.stopp-die-ecstasy-sucht-abhaengigkeit-beenden.de   
www.amphetamin-suechtig-beratung-aufklaerung-missbrauch.de   
www.drogen-rehabilitation.de   
www.drogenrehabilitation-statt-methadonprogramm.de   
www.drogen-suechtig-beratung-aufklaerung-missbrauch.de   
www.heroin-suechtig-beratung-aufklaerung-missbrauch.de   
www.lsd-suechtig-beratung-aufklaerung-missbrauch.de   
www.stopp-die-heroin-sucht-abhaengigkeit-beenden.de   
www.drogenabhaengigkeitbeenden.de   
www.drogenfrei-statt-drogenabhaengig.de   
www.haschisch-suechtig-beratung-aufklaerung-missbrauch.de   
www.drogenrehabilitation-statt-drogensubstitution.de   
www.speed-suechtig-beratung-aufklaerung-missbrauch.de   
www.stopp-die-drogen-sucht-abhaengigkeit-beenden.de   
www.kokain-suechtig-beratung-aufklaerung-missbrauch.de   
www.stopp-die-cannabis-sucht-abhaengigkeit-beenden.de   
www.stopp-die-lsd-sucht-abhaengigkeit-beenden.de
 
 
 
 

Scientology behauptet: Europarat hat Narconon anerkannt
 
Scientology behauptet in dem Buch "Was ist Scientology?" auf Seite 412:   
"Das Plenung des Europarats hat den Erfolg von L. Ron Hubbards Technologie zur Drogenrehabilitierung und Narconon in einer im Januar 1988 verabschiedeten Resolution anerkannt".
Diese Behauptung findet sich ähnlich in zahlreichen Scientology-Texten.   
Soweit bisher herauszufinden war, ist sie frei erfunden.   
Offenbar wurde lediglich ein entsprechender Antrag eingebracht.   

Einzelheiten:   

Dort hat Mathias Schindler seine sorgfältigen Recherchen detailliert dargestellt. Dort ist auch der Antrag wiedergegeben, auf den Scientology sich beruft. Ein Antrag ist natürlich etwas völlig anderes, als eine Resolution.
 
 
 
 
 

Narconon-Werbeveranstaltung im US-Konsulat in Hamburg
Henry Randmark, in Hamburg als "Sir Henry" eine Lokalberühmtheit, hatte als Präsident des "German-American Business-Clubs" (AGBC) zu einer Veranstaltung zu Drogenfragen ins US-Generalkonsulat eingeladen. Qualifikation: Er hatte dem kurz zuvor gewählten Innensenator Ronald Schill in dessen Wahlkampf als drogenpolitischer Berater zur Seite gestanden. Als Redner präsentierte Randmark einen angeblichen ehemaligen Ermittler von Scotland Yard,  Christopher Brightmore.  Dieser hielt eine Lobrede auf Narconon. Anwesend auch Gisela Hackenjos, Präsidentin von Scientology Hamburg. Brightmore: "Ich habe dieses Programm an drei verschiedenen Orten besucht und habe mit den Studenten gesprochen. Alle sind begeistert von ihrer Erfahrung."

Drogenentzug als "Studium"?
Tatsächlich bezeichnet die Scientology-Organisation alle diejenigen als Studenten, die gerade irgendwelche Scientology-Unterweisungen absolvieren.

Randmark wurde danach in der Presse als Hochstapler vorgestellt.
Randmark verdient sein Geld als Reinigungsunternehmer.
Scientology bezeichnet das Narconon-Rezept als Reinigungsprogramm.
Tilman Hausherr bezeichnet in seiner Website Scientology deshalb als rabiate Reinigungsfirma.
Sollte der Reinigungsunternehmer einer Verwechslung zum Opfer gefallen sein?

Mehr dazu: Narconon-Werbeveranstaltung im US-Konsulat in Hamburg
 
 
 

 
 

Narconon in der Schweiz
 
Tages-Anzeiger Zürich 12.3. 2001   
Scientologen werben an   
Hubbard-Anhänger haben in Seebach ein Drogen-Infocenter eröffnet, das sich Narconon nennt.   
Von Hugo Stamm   
Seit Jahren sind Scientologen in der Zürcher Drogenszene aktiv, um Drogensüchtige für ein Entzugsprogramm in ihrem Rehabilitationszentrum Narconon in Waldstatt AR zu gewinnen. Der Erfolg war bisher mässig, weil Drogenexperten die Entzugs- und Rehabilitationsmethoden von Scientology-Gründer Ron Hubbard kritisch beurteilen und es mit den Kostengutsprachen durch die Gemeinden immer wieder hapert.   

Mit einer neuen PR-Offensive in Zürich will Narconon Aufklärung betreiben und Süchtige für den Entzug in ihrem Zentrum gewinnen. Am Samstag eröffneten Scientologen mit einem Fest das neue Infocenter an der Seebacherstrasse 69. Der Berner Künstler Housi Knecht und der bekannte ehemalige Leichtathlet Stefan Burkart lobten die Errungenschaften von Sektengründer Ron Hubbard, der die Gefahr des Drogenmissbrauchs schon früh erkannt habe. Auf die Frage, weshalb Narconon das Infocenter am Stadtrand und fern jeder Drogenszene eröffne, sagte die Präsidentin Ursula Süss, der Standort spiele keine grosse Rolle.   

Vor allem Reinigungsprogramm   

Narconon will Aufklärungsvorträge an Schulen organisieren, Seminare zu Drogenfragen und Persönlichkeitskurse durchführen und persönliche Beratung anbieten. Der umstrittene Narconon-Entzug besteht vor allem aus einem Reinigungsprogramm, bei dem die Süchtigen täglich rund vier Stunden Sauna betreiben und unzählige Tabletten schlucken, bis zu 45 pro Tag, wie Absolventen erklären. Der Entzug kostet pro Tag 130 Franken, das Programm dauert in der Regel sechs Monate.

 

Narconon in Italien
 
Dolomiten Online vom 30.8.01   
REHABILITATION / Warnung    
Von der Sucht in die Abhängigkeit   
Psychosekte Scientology wirbt für Drogentherapie - Keine Beiträge von Sanitätsdienst   

Bozen (rc) - Mit dem Versprechen, jeden Suchtkranken heilen zu können, werben so genannte "Therapiegemeinschaften" auch in Südtirol um Patienten für ihre Einrichtungen in Süd- und Mittelitalien. Das böse Erwachen für die Familie kommt mit der Rechnung: Fünf Millionen Lire im Monat, die nicht von den Sanitätsdiensten getragen werden. Wer nicht bezahlt, muss sofort gehen; wer bezahlt, bleibt vielleicht für immer - in den Fängen der Psychosekte Scientology.   

Die fraglichen Therapiezentren befinden sich in Süd- und Mittelitalien, das bekannteste in den Marken. Mit der "Dianetics"-Methode sollen Suchtkranke mit Erfolgsgarantie von der Droge entwöhnt werden. Die Patienten werden von einem "Betreuer" der "Klinik" sogar daheim abgeholt. Keine langen Wartezeiten auf einen Therapieplatz, keine bürokratischen Rennereien: Auch einige Südtiroler Familien haben sich von diesen "Vorteilen" überzeugen lassen.   

Ohne allerdings zu wissen, worauf sie sich eingelassen haben: Monatlich fünf Millionen Lire kostet die "Therapie", die nicht von der öffentlichen Hand finanziert wird, weil die Gemeinschaft nicht im Verzeichnis der konventionierten Therapiegemeinschaften eingetragen ist. Dies hat auch zur Folge, dass ihre Methoden von keiner öffentlichen Stelle kontrolliert werden.   

Der Sanitätsbetrieb Bozen weist in einer Aussendung darauf hin, dass diese Strukturen meistens auch keine Projekte für die Wiedereingliederung vorsehen, wie z. B. Hilfestellung bei der Arbeits- und Wohnungssuche. Ganz im Gegenteil: Sobald die monatliche Rechnung für die "Therapie" nicht mehr bezahlt wird, muss der Patient seine Koffer packen.   

Übrigens: Laut Elio Dell'Antonio, Primar der Dienstes für Abhängigkeitserkrankungen, weise die "Dianetics"-Methode dieselbe Quote an Heilungschancen auf wie die Therapiemethoden konventionierter Dienste. Familien und Patienten sollten deshalb keine vorschnellen Entscheidungen treffen und sich Fachkräften anvertrauen, die mit den therapeutischen Strukturen ständig in Kontakt stehen und diese auch überwachen. 

 
 
 
Zitate aus dem Buch von Christiane F.: "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo", 1978 


Bestellen bei Amazon 
  • Ich wollte eigentlich auch zu Narkonon. Narkonon war das Therapie-Haus einer Sekte, der Scientology Church. Auf der Scene liefen einige Fixer rum, die schon bei Narkonon gewesen waren und erzählten, das sei da eigentlich ganz in Ordnung. Bei Narkonon gab es überhaupt keine Aufnahmebedingungen, wenn man im voraus zahlte. ... Die Drogenberaterin sagte, ich solle mal darüber nachdenken, warum so viele Fixer erzählten, die Therapie bei Narkonon sei ganz dufte gewesen, und dabei munter weiter drückten. Sie jedenfalls kenne keinen einzigen Fall einer erfolgreichen Therapie bei Narkonon. (Seite 223)
  • Die Typen von Narkonon stellten an mich erst gar keine Fragen. Da wurde tatsächlich jeder aufgenommen. Die hatten sogar Schlepper, die über die Scene liefen und Fixer ansprachen, ob sie nicht mal zu Narkonon kommen wollten. Aber an meine Mutter stellten die Typen Fragen. Sie wollten nämlich erst mal Kohle sehen, bevor ich aufgenommen wurde. 1500 Mark Vorauszahlung für den ersten Monat. Meine Mutter hatte natürlich nicht soviel Geld. Sie versprach, das Geld gleich am nächsten Vormittag vorbeizubringen. Sie wollte einen Kredit aufnehmen. ... Ich mußte ins Turkey-Zimmer, weil die eben sahen, daß ich total breit war. Da waren noch zwei im Turkey-Zimmer. Einer haute gleich am nächsten Morgen wieder ab. Das war dann für die Narkonon-Leute ein ganz schöner Verdienst, wenn sie von jemandem das Geld für einen Monat hatten, und der haute gleich wieder ab. (Seite 230)
  • Ich bekam Bücher mit der Lehre der Scientology Church. Ganz schön abgefahrene Schwarten. (Seite 231)
  • Ich hab dann am Vormittag meines 15. Geburtstags auf meinem Bett gehockt und nur geflennt. Als die Typen merkten, daß ich nur noch heulte, sagten sie, ich brauche eine Session. Ich wurde mit einem der Typen, einem ehemaligen Fixer, in einen Raum eingeschlossen, und der gab mir nun scheinbar sinnlose Befehle. Ich durfte nur »ja« sagen und mußte jeden Befehl ausführen. Der Typ sagte: »Siehst du die Wand. Geh zu der Wand. Berühre die Wand.« Und dann ging es wieder von vorne los. Ich wetzte also stundenlang von Wand zu Wand in diesem Zimmer. Irgendwann war es mir echt zuviel, und ich sagte: »Mensch, was soll denn der Quatsch. Seid ihr eigentlich bekloppt. Laßt mich gefälligst in Ruhe. Ich hab keinen Bock mehr.« Aber mit seinem Lächeln, das sich nie veränderte, kriegte er mich irgendwann dazu, weiterzumachen. Ich mußte dann auch andere Sachen berühren. Bis ich wirklich nicht mehr von der Stelle konnte und mich auf den Fußboden warf und schrie und heulte. Er lächelte, und ich machte weiter, als ich mich beruhigt hatte. Ich hatte jetzt auch schon dieses Lächeln drauf. Ich war total apathisch. Ich berührte die Wand schon, bevor sein Befehl kam. Das einzige, was ich noch denken konnte, war: »Das muß ja irgendwann zu Ende sein.« 

  • Nach genau fünf Stunden sagte er: »Okay, das ist genug für heute.« Ich meinte, daß ich mich unheimlich dufte fühlte. Ich mußte mit ihm in einen anderen Raum gehen. Da stand ein komisches selbstgebasteltes Gerät, so ein Pendel zwischen zwei Blechbüchsen. Das mußte ich anfassen. Der Typ fragte: »Fühlst du dich wohl?« Ich sagte: »Ich fühl mich wohl. Ich glaube, daß ich jetzt alles viel bewußter erlebe.« Der Typ starrte auf das Pendel (*) und sagte dann: »Es hat sich nicht bewegt. Du hast also nicht gelogen. Die Session war ein Erfolg.« Das komische Ding war ein Lügendetektor. Das war wohl so ein Kultgerät dieser Sekte. (Seite 231) 
  • ... den Fraß, den die da anboten, kriegte ich kaum runter. Und ich dachte, für das viele Geld könnten sie schon etwas besseres Essen bieten. Denn sie hatten sonst kaum Unkosten. Die Sessions wurden meistens von ehemaligen Fixern geleitet, die angeblich schon ein paar Monate clean waren. Denen sagte man, das gehöre mit zu ihrer Therapie, und die kriegten allenfalls mal ein Taschengeld. Ich fand es auch nicht gut, daß die Bosse von Narkonon immer für sich aßen. Ich kam mal dazu, als sie gerade am Mittagstisch saßen. Die mampften die leckersten Sachen in sich rein. (Seite 232)
  • Ich fragte mich, ob die Sessions mir tatsächlich geholfen hätten? Ich war voll mit Fragen, auf die ich keine Antworten hatte. Ich wollte mit irgend jemandem reden. Aber ich hatte niemanden. Eines der ersten Hausgebote war, daß man keine Freundschaften schließen durfte. Und die Narkonon-Typen gaben einem sofort eine Session, wenn man über Probleme reden wollte. Mir wurde klar, daß ich in der ganzen Zeit im Haus noch nie mit jemandem richtig gequatscht hatte. ...  Ich sagte: »Okay, eure Therapien sind ja ganz schön abgefahren, die sind echt gut. Aber meine eigentlichen Probleme lösen die auch nicht. Weil das ganze eigentlich nur Drill ist. Ihr versucht uns regelrecht zu drillen. Aber ich brauche jemanden, mit dem ich auch mal über meine Probleme reden kann. Ich brauche überhaupt mal Zeit, um mich mit meinen Problemen auseinanderzusetzen.« Die hörten sich das mit ihrem ewigen Lächeln an. Sie sagten überhaupt nichts dazu. Als ich zu Ende war, brummten sie mir eine Extra-Session auf, die den ganzen Tag ging, bis abends um zehn. Die brachte mich wieder in die totale Apathie. Und ich dachte, die wüßten vielleicht doch, was sie taten. Meine Mutter hatte mir bei einem Besuch erzählt, daß sie das Geld, das sie für mich bei Narkonon zahlen mußte, vom Sozialamt zurückbekäme. Und ich meinte, wenn der Staat Geld dafür gab, mußte die Sache eigentlich okay sein.(Seite 233) 
  • Mein Vater zeigte den Narkonon-Bossen eine Bescheinigung. Da stand drauf, daß er mich hier rausholen durfte. Meine Mutter hatte ihn dazu ermächtigt. Der Narkonon-Chef sagte, da sei nichts zu machen, ich müsse mit meinem Vater gehen. Sie könnten mich gegen den Willen meines Vaters nicht dabehalten. Der Boss sagte noch, ich solle meine Übungen nicht vergessen. Immer konfrontieren. Konfrontieren war so ein Zauberwort von denen. Man sollte alles konfrontieren. Ich dachte: Ihr seid doch Idioten. Da ist doch nichts zu konfrontieren für mich. Ich muß sterben. (Seite 240)
    • Die Mutter: Ein junger Mann führte mit uns ein verbindliches Aufnahmegespräch. Er beglückwünschte uns zu unserem Entschluß und versicherte mir, nun brauche ich mir keine Sorgen mehr zu machen. Die Narkonon-Therapie sei in der Regel ein voller Erfolg. Ich könne ganz beruhigt sein. Ich war erleichtert wie lange nicht mehr. Dann legte er mir die Zahlungsverpflichtung zur Unterschrift vor. 52 Mark am Tag und jeweils Vorschuß für vier Wochen. Das war mehr, als ich netto verdiente. ...  Also brauchte ich Geld. Ich lief die Ämter ab. Aber keiner wollte zuständig sein. Keiner schenkte mir reinen Wein ein über Narkonon. Ich fühlte mich entmutigt und verschaukelt. Ich kam mir vor, als ob ich den Leuten ihre Zeit stähle. ... Aber das war nun mal der Amtsweg. Bloß - als ich nach zwei Wochen endlich einen Termin beim Amtsarzt hatte, war Christiane bei Narkonon bereits wieder ausgerissen. Schon das dritte Mal.(Seite 247)
    • Der ganze Schlamassel war immer größer geworden. Auch durch Narkonon war an Christiane mehr verdorben als verbessert worden. Sie hatte sich dort abrupt verändert. Sie wirkte ordinär, gar nicht mehr mädchenhaft, eher abstoßend. Ich war bereits bei meinen ersten Besuchen in der Narkonon-Villa stutzig geworden. Christiane war mir plötzlich fremd. Irgend etwas war kaputt. Bis dahin hatte sie ja trotz allem noch eine innere Bindung zu mir. Die war futsch. Ausgelöscht wie nach einer Gehirnwäsche. (Seite 249)
    • Spätestens nach dem Fehlschlag der Narkonon-Therapie hatte ich erkannt, daß Christiane auf Dauer nur eine Überlebenschance hat, wenn sie dorthin kommt, wo es kein Heroin gibt.


* Anmerkung: Gemeint ist das E-Meter, E-Meter.htm. Scientology bezeichnet den Zeiger als "Nadel". Der Begriff Pendel ist vermutlich Fehlübertragung vom Tonband. Das Wort "Nadel" bedeutet für Drogensüchtige "Spritze". Das konnte hier nicht zutreffen, also wurde vermutlich ohne Nachfrage ein ähnliches Wort benutzt. 
 
 
 
 

Leserbriefe zu dieser Seite
   
Betreff:        Ihre HOmepage    
Datum:        Wed, 27 Aug 2003 23:58:16 +0200    
Von:        "Ulli Noell" <ulli@fam-noell.de>    
An:        <Ingo.Heinemann@t-online.de>    

Guten Tag Herr Heinemann,    
vielleicht informieren Sie sich erstmal über Narconon, was es wirklich ist, bevor Sie es als"Tarnoorganisation" von Scientology titulieren.    
Narconon hat mit Scientology nichts zu tun. Narconon benutzt nur einen Teil der Technologie, die Mr. Hubbard für einen Drogenentzug ohne Ersatzdrogen entwickelt hat.    
Narconon hat Weltweite Erfolge erzielt und eine Rückfallquote der Teilnehmer des Programmes von unter 10%! und das ist einzigartig bei Drogenentzugs-Therapie-Programmen!    

mfG  U. Nöll

 



1. Version dieser Seite installiert am 1.3.2000   

Impressum:



Die Website www.Ingo-Heinemann.de wurde eröffnet im September 1998