Ingo Heinemann: Scientology-Kritik 
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Zuletzt bearbeitet am 9.5.2013 
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 Scientology:
Kinderarbeit und Kindesmisshandlung
 
 

 
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Jenna Miscavige Hill berichtet über Kinderarbeit
 
Jenna Miscavige Hill mit Lisa Pulitzer: 
Mein geheimes Leben bei Scientology und meine dramatische Flucht 
Übersetzung Ina Bell und Marianne Denkhaus 
BTB-Verlag 2013, 479 Seiten 
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Jenna Miscavige Hill, geboren 1984, ist die Nichte des Scientology-Chefs David Miscavige, des Nachfolgers des Scientology-Gründers Hubbard. 
In der Schilderung ihrer ersten Jahre bei Scientology geht es insbesondere um Kinder bei Scientology und Kinderarbeit, mit vielen bisher unbekannten Details. In Klammern die Seitenzahlen. Die Autorin schildert ihr Leben ab 1989 in der "Ranch" (50), 500 Hektar in den San Jacinto Hills in Riverside County (52). Ab 6 Jahren wurden die Kinder "Precadets" genannt, von 9 bis 16 "Cadet", "Kadetten" (62). Jenna wurde bereits im Alter von 7 Jahren "zum Kadetten befördert" (62). Hier der Zeitplan etwa 1992: 
 
 
 

 
Wann? Was? Stichworte, Seite
08:30-09:00 Uhr Frühstück 73
09:00-09:15 Uhr Aufräumen, spülen 73
09:15-12:45 Uhr Körperliche Arbeit "Körperlich schwere Arbeiten" (73), was durch Beispiele belegt wird, "von Kindern durchgeführt und überwacht" (76), während der man "immer rennen musste", "Los Jenna renn!" (78)
12:45-13:45 Mittagessen Aufräumen, Küchenarbeit, 
13:45-18:00 Uhr Schulunterricht "Regulären Unterricht mit einem Lehrer gab es nicht", täglich Prüfung mit E-Meter, "Meter-Checks" (81)
18:00-18:45 Uhr Abendessen Aufräumen, Küchenarbeit (85)
18:45-21:00Uhr Scientology-Kurse Hauptsächlich TRs (85), anschließend Statistik-Formulare (88)
21:30 Licht aus
 

"Bei Scientology beginnt und endet die Woche donnerstags um 14 Uhr, und zum Start der neuen Woche gehörte die mühsame Sammlung und Auswertung unserer Wochendaten, damit unsere Supervisoren - in der Regel auch Kinder - unsere Fortschritte einschätzen konnten"." (89). Ab 14 Uhr mussten die "Schülerpunkteformulare zusammengerechnet und in Diagramme übertragen" werden, zusätzlich die Wochenstatistik der jeweiligen "Posten". Jenna war "Medical Liaison Officer", kurz MLO, medizinischer Verbindungsoffizier (69). Über ihren Donnerstags-Rapport schreibt sie: 
 

    "Als MLO musste ich meine wöchentlichen Leistungen in eine Karte eintragen. Bei Verbesserungen auf meinem Posten verbesserte sich auch mein Ethik-Zustand. Wenn viele Kinder krank wurden, ging meine Leistungskurve nach unten, was ich wiedergutmachen musste, indem ich mich in den Ethik-Zustand "Gefahr" eintrug. Die Ethik-Zustände konnten in den einzelnen Aufgabenbereichen variieren. Zum Beispiel war es möglich, dass man bei seinen Finanzen in "Zweifel" war, bei seiner Gesundheit aber in "Überfluss".
    Für mich als Siebenjährige war die Erstellung all dieser Listen und Diagramme lächerlich und bedeutungslos. Ich war keine Perfektionistin, und Details interessierten mich kaum. Rückblickend kann ich fast nicht glauben, dass all das von uns erwartet wurde." (91)
     
Kritik war unzulässig. Vorbeugend wurde das Postgeheimnis ausser Kraft gesetzt. Das galt für "unsere Briefe, ob sie nun an Freunde, Verwandte oder die Eltern gingen. Wann immer ich einen Brief von meinen Eltern oder sonst wem bekam, war er schon geöffnet und wieder zugeklebt worden. Den anderen Kindern auf der Ranch erging es genauso." (93)

Aus der Ranch wurde alsbald die "Cadet Organization" (63). Die Kinder unterschrieben dort den berüchtigten Eine-Milliarde-Jahre-Vertrag und verpflichteten sich damit für die ebenso berüchtigte "Sea Org", vermutlich durchweg von den nicht anwesenden Eltern gebilligt.

 
 
 

 Scientology propagiert Kinderarbeit

Das "Scientology-Handbuch" von 1994 enthält auf den Seiten 514 und 515 ein Kapitel mit der Forderung "Kindern erlauben zu arbeiten."
 
Auch 2010 ist das Kapitel "Kindern erlauben zu arbeiten" noch im Internet enthalten. 

Begründung: "Die grundlegende Schwierigkeit, die wir bei aller Jugendkriminalität antreffen, liegt im ehemaligen, anscheinend humanen Programm, jede Art von Kinderarbeit zu verbieten."

 
 
 
 

Scientology praktiziert Kinderarbeit
 
 
Aus STERN-TV, RTL vom 6.11.2002 

  • Frage Günther Jauch: Mit 13 Jahren sind sie da nach "Sea Org", wie das heisst in England, gekommen. Wie sah da der Alltag aus? Können Sie mal - wann ging es da morgens früh los und was musste ein 13 jähriges Mädchen da im Einzelnen alles machen? 
  • Vivien: Also es ging morgens um acht Uhr los - also wir haben angefangen zu arbeiten, dann haben wir uns alle mal getroffen, es wurde überprüft ob alle da gewesen sind. Hat jemand gefehlt, wurde die natürlich dementsprechend gesucht und bestraft. Und ansonsten war es so dass wir Projekte bekommen haben, die wir erledigen mussten, ob wir wollten oder nicht. Es war auch kein Unterschied ob das ein Kind oder ein Erwachsener gewesen ist. Zum Beispiel Projekte waren, das wir Rohre verlegen mussten, oder Terassen bauen mussten, oder Müll wegbringen mussten durch einen Anhänger ungefähr einen Kilometer entfernt. 
  • Günther Jauch: Aber sie sind 13 Jahre alt gewesen, haben sie da auch was gelernt? Also ein Kind muss doch irgendwie zur Schule gehen und was lernen. 
  • Vivien: Ich bin nicht in der Schule gewesen. Also ich hab nur die Scientology-Technologie, die habe ich gelernt. . 
 
 
 

11jährige wurde Auditorin
 
Aus: Source Nr. 206/2009, "Zeitschrift der Fag Land Base", deutsch, Seite 25, "Flag feiert die Top-Auditoren" 


"Top-Fallknacker-Auditor 
Die Auszeichnung für den Top-Fallknacker-Auditor ging an Natalie Bacquet. Sie wurde im Alter von 11 Jahren ein Flag-Auditor und hat seit 20 Jahren auditierte davon 18 in Flag-HGCs. Ihre Besonderheit ist, dass sie jeden Fall knacken kann. Sie auditierte [in den letzen 12 Monaten]  2.100 Stunden mit über 120 Preclear-Abschlüssen."
 
 
 
 

"Scientology ist ein System organisierter Kindesmisshandlung"
 
9.9.97 

Beckstein: "Scientology ist ein System organisierter Kindesmisshandlung" 

+++ Bayerns Innenminister Dr. Günther Beckstein bezeichnet die Scientology-Organisation (SO) als ein System organisierter Kindsmißhandlung. Aussteigerberichte belegten, daß bereits Kinder entwürdigender und härtester Zwangsarbeit unterworfen werden: "Das System SO zielt darauf, das natürliche Eltern-Kind-Verhältnis zu zerstören mit der Gefahr schwerster psychischer Schäden bei Kindern. "Mit ihrer Roboterpädagogik zur Erschaffung einer kybernetisch gesteuerten Technokratie, also einem Cyberfaschismus, verletzt SO die Menschenrechte von Eltern und Kindern", kritisiert Beckstein das System SO. +++ 

Bei einer Rede am Abend des 18. September 1997 in Augsburg warnte Innenminister Dr. Günther Beckstein Eltern und Schüler, sich auf die Hilfsangebote von Scientology bei der Erziehung und beim Kampf gegen Drogen einzulassen: "Das System Scientology sucht damit lediglich neue Opfer. Die in der Werbung gezeigte Menschenfreundlichkeit ist lediglich vorgeschobene Fassade." 

Das wahre Gesicht der SO-Pädagogik zeigt sich laut Beckstein am Beispiel der jugendlichen Aussteigerin Tanya. Diese mußte bei der Scientology-Elite-Einheit SeaOrg neben anderen Jugendlichen und auch Kindern Zwangsarbeit verrichten. Unter gänzlicher Mißachtung ihrer Menschenrechte werden dort Kinder und Jugendliche systematisch mißhandelt und ihre Arbeitskraft durch das System ausgebeutet. Dabei wird härteste körperliche Arbeit von 8.30 Uhr bis 22.00 Uhr von Kindern und Jugendlichen bis zu sieben Tage die Woche gefordert. Weitere Beispiele: Nachtarbeit; Gräben ausheben, verstopfte Abwassersiele reinigen; Wände mauern; säckeweise Post sortieren bis 3.00 Uhr morgens durch 13-jährige; keine ausreichende Zeit zum Mittagessen; Bestrafung beim unerlaubten Aufsuchen der Toilette während der Arbeit. 

"Eltern, die dem Erziehungsrezept Hubbards folgen und ihre Kinder nach 'Kinder-Dianetik' erziehen, gefährden die Entwicklung ihrer Kinder", warnte Beckstein. Zu den brutalen Erziehungsmethoden, die Hubbard empfiehlt, gehören inquisitorische Frageprozeduren und lieblose Dressur bereits von Kleinkindern. Funktionäre werden im Umgang mit ihren Kindern oft auf ein Minimum beschränkt. Gegebenenfalls werden Kinder, die die Arbeit ihrer Eltern für SO stören, zur "Unterdrückerischen Person" erklärt. Dies heißt: Eltern und Kind müssen sich trennen. 

Zur Kampagne der SO "Kinder sagen nein zu Drogen" meinte Beckstein: "SO stellt sich dabei als Kämpfer gegen Drogen dar, verteilt Flugblätter und Broschüren gegen Drogenmißbrauch; es werden auch nach dem Vorbild in den USA Veranstaltungen angekündigt, auf denen Kinder öffentlich geloben, ein drogenfreies Leben zu führen. Tatsächlich dient diese Kampagne aber nur der Rekrutierung der Opfer für den Machtapparat und die Geldpreßmaschinerie Scientology. Mit der verstärkten Werbung für die SO-Unterorganisation Narconon wird behauptet, bei Drogenproblemen helfen zu können. In Wirklichkeit werden Eltern aber finanziell ausgebeutet und Jugendliche sowie ihre Eltern in ein Abhängigkeitsverhältnis gebracht. Es sind Fälle belegt, wo nach solcher Ausbeutung Betroffene ohne weitere Hilfe von der Organisation fallen gelassen wurden." 

 
 



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