Ingo Heinemann: Scientology-Kritik 
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Zuletzt bearbeitet am 7.4.2008 
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Verbotene Heilbehandlung - kriminelle Vereinigung
Die Scientology-Organisation betreibt in Deutschland seit Jahrzehnten verbotene Heilbehandlung.
Das ist strafbar. Damit wird planmäßig gegen mehrere Strafgesetze verstossen.
Deshalb ist die Scientology-Organisation eine kriminelle Vereinigung.
 
 
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Die Scientology-Organisation bietet illegale Heilbehandlung an: Kriminelle Vereinigung?

Der Vorwurf der kriminellen Vereinigung richtet sich nicht gegen einzelne Scientology-Anhänger.
Ein solcher Vorwurf gegen einzelne Scientology-Anhänger würde persönliches Verschulden voraussetzen.
Dies zu prüfen, ist Sache der Staatsanwaltschaft und der Gerichte.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt 92 Js 12546/85 hat in einer Einstellungsverfügung vom 7.10.87 ein solches Verschulden verneint:

"Die behauptete Immunisierungsmöglichkeit vor Radioaktivität hat ... ihren Ursprung in der religiösen Anschauung, die von ihren Mitgliedern ernst genommen wird. ... In ihrer möglicherweise abergläubischen Verblendung sind sie von der Möglichkeit der Immunisierung ... überzeugt..".
Die Folge sei ein Tatbestandsirrtum und somit Straflosigkeit.
Diese juristische Schlußfolgerung ist allerdings keineswegs zwingend.
Denn § 16 Strafgesetzbuch geht von einem Tatbestandsirrtum aus, wenn der Täter "bei Begehung der Tat einen Umstand nicht kennt, der zum gesetzlichen Tatbestand gehört". Abergläubische Verblendung und sonstige Überzeugungen mögen zwar die Wertung von Umständen beeinflussen. An deren Kenntnis ändert das aber nichts.
 
 
 

Heilpraktikergesetz

Nach dem Heilpkraktikergesetz dürfen nur zugelassene Ärzte und Heilpraktiker Heilbehandlung ausüben. Alle anderen machen sich strafbar. Auch Wunderheiler brauchen eine Erlaubnis. Es kommt also nicht darauf an, ob die Heilbehandlung überhaupt auch nur die geringste Aussicht auf Erfolg hat.

Textbeispiel (solche Beispiele lassen sich in der scientologischen Literatur häufig finden):

"DIANETISCHE ERSTE HILFE
Experimentelle Arbeit zeigte, daß manche Verbrennungen in ein paar Stunden verheilten und verschwanden, nachdem das Engramm, das diese Verbrennungen begleitete, entfernt worden war"  (Hubbard: Dianetik Aufl. 1990 Seite 452  alte Aufl. S. 422).
 
 
 

Rückerstattung bei Nichterfolg

Alles spricht dafür, dass die Scientology-Organisation genau weiß, daß solche Heilbehandlung strafbar ist. Im HCOPL vom 23.5.69 (Auditing.htm ) heißt es:

"VOLLE RÜCKERSTATTUNG DES GEZAHLTEN GELDES,
WENN SIE DURCH AUDITING NICHT GESUND WERDEN
(Darf laut Heilmittel-Werbe-Gesetz in Deutschland nicht verwendet werden)."
Wer das Heilmittelwerbegesetz (HWG) kennt, der kennt erst recht das Heilpraktikergesetz.
Vermutlich ist sogar das Heilpraktikergesetz gemeint.
 
 
 
 
 

 

Auditing als Psychotherapie

In einer Verfügung der Staatsanwaltschaft München (115 Js 4298/84 vom 24.04.1986) heißt es:

"Bei dem Auditing handelt es sich im Normalfall bis zur Stufe Clear um ein Verfahren, das in etwa den tiefenpsychologischen Psychotherapiemethoden entspricht. Das Münchner Institut für Rechtsmedizin nennt in seinem Gutachten vom 03.12.1984 (Seite 16 f.) die scientologischen Verfahren eine "dilettantische Psychotherapie". Aufgrund des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 10.02.1983 (NJW 1984, 1414) steht nunmehr fest, daß es sich bei psychotherapeutischen Maßnahmen um Ausübung der Heilkunde im Sinne von §1 Abs. 1 Heilpraktikergesetz handelt. Nach Ansicht des Instituts für Rechtsmedizin sind die scientologischen Verfahren als Ausübung der Heilkunde im Sinne des Heilpraktikergesetzes anzusehen".
Dazu auch: Auditing als Psychotherapie
 
 
 

Beistand und Assist

Indizien oder Beweis für unerlaubte Heilbehandlung finden sich an zahllosen Stellen sowohl in der scientologischen Literatur als auch in der Sekundärliteratur.
Allerdings darf man nicht nach den üblichen Begriffen suchen.

Denn Heilbehandlung wird als "Berührungshilfe", "Berührungsbeistand", "touch assist", "Assist"  oder "Kontaktbeistand" bezeichnet.

Das hat einen doppelten Vorteil: Erstens merkt keiner so schnell, was dahinter steckt.
Und zweitens kann man notfalls behaupten, das sei nicht anderes als Großmutters Handauflegen.

Nirgendwo findet sich jedoch ein Beweis dafür, daß die Heilbehandlung tatsächlich auch zur Heilung geführt hat.
Deshalb dürfte es sich auch um planmäßigen Betrug handeln.
 
 
 

Beispiel für unerlaubte Heilbehandlung
 
 

Hier Beispiele für unerlaubte Heilbehandlung aus der scientologischen Literatur:

"Wenn jemand in einem schrecklichen Zustand ist und sich wirklich vor Schmerzen windet und Sie einen Assist geben wollen, dann warten sie nicht, bis er aufgehört hat, sich zu winden. Er hört nämlich vielleicht erst auf, sich zu winden, wenn er tot ist. Was sie mit ihm machen, ist, seine Aufmerksamkeit zu lenken. Sie sagen ihm: "Schließe deine Augen und schau auf meine Finger". Sie berühren ihn mit ihren Fingern genügend stark, daß er nicht umhin kann, seine Aufmerksamkeit auf Sie zu richten. Auf diese Weise können Sie immer einen erfolgreichen Assist geben, denn alle Assists fallen unter die Überschrift "Kontrolle". "  (aus: Hubbard Qualified Scientologist HQS 85, S. 152 HCOB 21.10.71: ASSISTS IN DER SCIENTOLOGY  S. 157)
"Wenn jemand in einem schrecklichen Zustand ist und sich wirklich vor Schmerzen windet und Sie einen Assist geben wollen, dann warten sie nicht, bis er aufgehört hat, sich zu winden. Er hört nämlich vielleicht erst auf, sich zu winden, wenn er tot  ist". (HQS 85, S. 152 HCOB 21.10.71: ASSISTS IN DER SCIENTOLOGY).
 
 
 

Kommen Nackenschmerzen von einer Enthauptung?

Das ZDF-Magazin Mona Lisa berichtete am 24.11.2002 über Gesundheitswerbung auf einer Esoterik-Messe. 
Die Journalistin Andrea Mocellin sprach mit Gudrun Derlin, "Opfer von Zwangshypnose bei Scientology":  "Gudrun quälen damals rasende Schmerzen".
Gudrun Derlin geriet an Scientology: "Eine Rückführung in ein früheres Leben soll sie davon befreien."

Andrea Mocellin: "Zweimal wird Gudrun schwanger in dieser Zeit. Ihre Berater bei Scientology empfehlen ihr, abzutreiben und sie gehorcht."
 

 
 

Gewerbeuntersagung vom 10.12.84:

"Die Landeshauptstadt München -Kreisverwaltungsreferat- erläßt folgenden Bescheid:
 Der Scientology Kirche Bayern e.V. wird die Ausübung des Gewerbes "Durchführung von heilkundlichen Einzelgesprächen, Persönlichkeitstests, Kursen und Seminaren, Filmvorführungen sowie der Groß- und Einzelhandel mit Verlagserzeugnissen" als selbständiger Gewerbetreibender im stehenden Gewerbe im Bundesgebiet und West Berlin untersagt".
Aus der 63-Seitigen Begründung:
"Die Gewerbetreibende ist .. nicht bereit, ihr Gewerbe auf legale Weise auszuüben. Sie benötigt und wendet zur Erreichung ihrer Ziele psychischen und physischen Druck an. Das Interesse der Gewerbetreibenden besteht ausschließlich darin, ihr Gewerbe unter ständiger Verletzung verschiedener Rechtsvorschriften zum Zweck einer maximalen Gewinnerzielung zu betreiben. Die Behauptung notleidenden Menschen in ihrer Bedrängnis helfen zu wollen, stellt sich dabei als reine Schutzbehauptung dar. Vor allem junge Menschen werden dadurch negativ beeinflußt und geschädigt.
  Da die Gewerbetreibende somit Gesundheit und Vermögen zahlreicher Mitbürger gefährdet, kann sie sich nicht, ihre Eigenschaft als Religionsgemeinschaft bzw. weltanschauliche Bekenntnisgemeinschaft einmal unterstellt, auf den Grundrechtsschutz des Art. 4 GG
Die Unzuverlässigkeit der Gewerbetreibenden erweist sich insbesondere daraus, daß sie organisiert und ohne Erlaubnis die Heilkunde ausübt, wobei erschwerend hinzukommt, daß sie sich besonders dilettantischer Methoden bedient.
....
Entsprechend den unter I 6.2 zitierten Ausführungen des Gutachtens sind durch die Methode der hier vorliegenden dilettantischen Psychotherapie psychische Schäden zu erwarten.
Hubbards Dianetik intendiert eindeutig heilkundliche Praktiken und verstößt damit bei der Anwendung durch Laien gegen das Heilpraktikergesetz.
Die Grenzen behördlichen Handelns werden beiläufig aufgezeigt:
 "Die "Scientology Kirche Bayern e.V." ist weder beim Amtsgericht -Vereinsregistergericht- München noch beim Amtsgericht in Fürth und Nürnberg - hier soll die Eintragung angeblich erfolgt sein - eingetragen.
 
 



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