Ingo Heinemann: Scientology-Kritik
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Scientologen wegen der Broschüre "Hass und Propaganda" verurteilt


 
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1993 hat Scientology gemeinsam mit der der Tarnorganisation MUT eine Broschüre verbreitet:
 

Hass und Propaganda - Sanktioniert von Medien und Behörden
Dokumentation der Hetzkampagne gegen die Scientology-Gemeinschaft
Eine Gegenüberstellung
Antireligiöse Propaganda damals und heute


Als Herausgeber wurde in der Broschüre die in den USA ansässige Church of Scientology International bezeichnet. Verteilt wurde die Broschüre mit einem Begleitschreiben von Lisa Goodman, der Sprecherin der "Scientology Kirche International". Als Verteiler wurde in der Broschüre der  Verein MUT angegeben, eine von Hubert Berrang betriebene Tarnorganisation.
 
 


 
 

Als Scientology um 1970 erste Filialen in Deutschland eröffnete, wurde kurz darauf die Kampagne gegen mögliche Kritiker eröffnet.
Diese diente in erster Linie dem wichtigsten Ziel, nämlich der Abschaffung der Psychiatrie und der Errichtung eines Monopols. Zugleich konnte man damit die zu erwartende Kritik abwehren. Dazu: Scientology gegen Deutschland
 
 

verbreitet, die vermutlich als Fortsetzung der Broschüre "Kommt ein neuer Holocaust?" gedacht war. Titel:

 
In beiden wird der Eindruck erweckt, als
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Los Angeles, den 8. Februar 1993
Sehr geehrte Damen und Herren.
die Weltöffentlichkeit ist betroffen über die gegenwärtige Entwicklung in Deutschland. Haß, Intoleranz und Gewalt sind Ieidvolle Erfahrungen ausländischer Mitbürger in Ihrem Land.
Erst nachdem die ersten Todesopfer zu beklagen waren und das Ausland mit Empörung reagierte, ging die schweigende Mehrheit verstört und bestürzt auf die Siraße und erhoben auch Politiker ihre Stimme.
Glaubwürdig kann aber nur sein, wer jederzeit seine Stimme zum Protest erhebt, wenn Mitbürger wegen ihrer Rasse, Herkunft oder religiös-weltanschaulichen Überzeugung verfolgt und diskriminiert werden. Menschlichkeit und Menschenwürde sind unteilbar und nicht relativierbar.
Vor Ihren Augen werden Tag für Tag in der Bundesrepublik Menschen wegen ihrer religiös-weltanschaulichen Überzeugung verfolgt, entwürdigt, öffentlich diskriminiert, verleumdet und ausgegrenzt. Vertreter der Medien, Amtskirchen. Politik und Behörden beteiligen sich mit Eifer an der Verfolgung tausender Mensincn, deren einziges "Verbrechen" darin besteht, der Scientology Religion anzugehören. Verfolgt wird damit nicht eine anonyme Institution, sondern Männer. Frauen und Kinder aus
Ihrer Mitte.
Die beiliegende Broschüre wird Ihnen das Unglaubliche vor Augen fuhren, zeigt sie doch, daß der Ungeist von damals auch heute noch lebendig ist. Lichterketten mögen seinen Schatten momentan erhellen. Doch wie sieht es im Alltag im Umgang mit dem Nachbnm aus, der Mitglied der Scientology Kirche ist, einer Religionsgemeinschaft, die heute mit über 700 Kirchen und Missionen in 74 Ländern der Erde vertreten ist und zu der sich in Deutschland Zehntausendc bekennen. Heule dient Scientology als Zielscheibe, weil ihre Mitglieder in der Minderheit sind und die Gemeinschaft neue, ungewohnte und damit fremdartige Merkmale aufweist. Morgen können es bereits. die Zeugen Jehovas oder Mormonen sein. Und danach...?
Wir haben uns entschlossen, diese Broschüre ungeachtet zu erwartender Proteste einer breiten internationalen Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Wir halten diese Warnung für dringend notwendig und rufen Sie auf: Treten auch Sie dem Haß, der Intoleranz und dem Unrecht im Namen der Menschlichkeit und der Menschenwürde offen entgegen, damit Deutschland in der Völkergemeinschaft diesen Makel für immer verliert.
Mit freundlichem Gruß
Leisa Goodman
Sprecherin der Scientology Kirche International

 
 

Die AGPF 1993 über die Broschüre "Hass und Propaganda":
 

AGPF - Aktion für Geistige und Psychische Freiheit e.V., Bonn

ScientoIogy-Sekte: Verleumdungs-Kampagne gegen Kritiker

Am 15.2.1993 hat die Scientology-Sekte eine offenbar weltweite Medienkampagne zur systematischen Verunglimpfung ihrer Kritiker gestartet. Auf Pressekonferenzen wurde eine Broschüre mit dem Titel "Hass und Propaganda" verteilt. Kritiker werden darin den Nazi-Propagandisten gleichgestellt, die Sektenanhänger als verfolgte Minderheit. Die Presseerklärung der Sekte hängt sich bewußt an die Taten von Rechtsextremen an, spricht von "Todesopfern". Damit wird unterstellt: Die Scientology-Kritiker bereiten die Ermordung der Scientology-Anhänger vor.

Das ist nicht neu. Schon 1979 wurde eine lnformationsveranstaltung in einem Rathaus als "kristallnachtähnliche Veranstaltung" und als "Pogromhetze" bezeichnet, bevor auch nur ein Wort gesagt wurde. Damals konnte die Justiz noch wenig mit derartigen Beleidigungen anfangen. Das hat sich inzwischen geändert.

Wenige Tage vor dieser Pressekonferenz hat das Amtsgericht Karlsruhe einen Anhänger der Scientology-Sekte verurteilt, der die Arbeit eines Verwaltungsbeamten mit dem Vorgehen gegen die Juden in der Nazizeit verglichen hatte. Das Gericht sah darin eine schwere Beleidigung. Auch der aus München eigens angereiste Anwalt der Scientology-Sekte konnte die Verurteilung nicht mehr abwenden.

Wenige Tage davor hatte die Sozialministerin des Landes Baden-Württemberg, Helga Solinger, Strafanzeige wegen vergleichbarer Behauptungen erstattet, gegen eine Tarnorganisation der Sekte, die "Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V.".

Die Justiz wird jetzt auch zu prüfen haben, ob es sich bei einer derart organisierten Verleumdungskampagne nicht möglicherweise um organisierte Kriminalität handelt. Wohl deshalb hat eine Amerikanerin die Presseerklärung unterschrieben. Kein deutscher Anhänger der Scientology-Sekte hat seinen Namen hergegeben, als einzige deutsche Adresse wird die Scientology-Tarnorganisation MUT genannt ("Mitbürger unterstützen Toleranz"), Brennerstr. 12 in Hamburg 1, Tel. 040/2802470. Deren erster Sprecher war Hubert Berrang, Inhaber einer scientologischen "Consulting"-Firma in München und "Clear" Nr. 11609. Seine Ehefrau hat als Luise Buhl 1978 die Scientology-Tarnorganisation "Gesellschaft zur Förderung religiöser Toleranz und zwischenmenschlicher Beziehungen e.V." mit gegründet (Amtsgericht München VR 9344): "Motor dieser Gesellschaft ist Luise Buhl, als Schriftführerin bezeichnet, die tatsächlich einen Schriftwechsel von ungeheuren Ausmaßen inszeniert hat. Den Scientology-Hintergrund hat sie geschickt dadurch getarnt daß sie sich auch für andere angeblich bedrängte Minderheiten eingesetzt hat" (Heinemann: Die Scientology-Sekte und ihre Tarnorganisationen, 1979, S. 104). Frau Buhl hat damals in einem Schreiben an die FDP die "dringende Bitte" geäußert, "alles zu tun um die Politiker aus diesem Konflikt herauszuhalten" (dto, S. 50). Heute lassen Politiker sich nicht mehr "heraushalten".

Die von der Sekte in der Broschüre geschilderten Beispiele für angebliche Diskriminierungen sind im übrigen durchweg anonym, auch wenn sie bereits durch die Presse gingen. Ein Vergleich zeigt: Arbeitsrechtliche Konsequenzen wurden nicht etwa deshalb gezogen, weil der Scientologe Anhänger der Sekte ist. Es ging vielmehr stets darum, daß der Scientologe am Arbeitsplatz Kollegen oder gar Untergebene massiv beeinflußt, teils sogar genötigt hat, an Scientology-Kursen teilzunehmen. Das aber ist ein klarer Rechtsverstoß.

19.2.93
lngo Heinemann
Geschäftsführer

 


 



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