Ingo Heinemann: Scientology-Kritik 
   Adresse dieser Seite: Geistliche.htm 
Zuletzt bearbeitet am 21.2.2011 
Beratung | Impressum | zur Homepage | zur Inhaltsseite | AGPF-Spendenkonto
 
 
 
"Ehrenamtliche Geistliche": Die Wunderheiler der Scientology-Organisation als angebliche Allzweck-Helfer
 

 
Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:
  • www.AGPF.de: Infos über Sekten, Kulte und den Psychomarkt
Scientology-Chef David Miscavige liess im IAS-Magazin Impact Nr. 115/2006 verkünden, die "Ehrenamtlichen Scientology Geistlichen" seien "die größte Katastrophenhilfsorganisation der Erde". 
Denn: "Seit dem Aufruf aufzuwachen halfen wir mehr als 6 Millionen Menschen".
Beweis: Fehlanzeige.
Mit dem "Aufruf aufzuwachen" ist das Terror-Attentat in New York vom 11.9.2001 gemeint.
Damals hatte Scientology erstmals die Werbewirksamkeit seiner gelben Auditoren-Truppe erkannt, wenn diese als Katastrophenhelfer auftreten.

Mehr dazu unter Scientology "größte Katastrophenhilfsorganisation der Erde"?
 

Der Begriff "Geistlicher" ist nicht geschützt.
Jeder kann sich Geistlicher nennen.
Scientology-"Geistliche" sind meist Funktionäre der Organisation.
Schon 1975 marschierten zwei Scientology-Funktionäre als Geistliche in schwarzer Kleidung und mit umgehängtem Scientology-Kreuz einer Demonstration voran. Die Demo richtete sich gegen ein Gerichtsurteil gegen unlautere Werbung. Einzelheiten mit Bild: Die Scientology-Sekte und ihre Tarnorganisationen, 1979

Als nächstes nutzte die Organisation es aus, dass der Begriff "Geistliche" in einem Gesetz steht.
Ein Scientology-Funktionär beantragte deshalb, als Geistlicher vom Wehrdienst befreit zu werden.
Die Gerichte lehnten ab.

Ein "ehrenamtlicher Geistlicher" ist keineswegs ein Geistlicher im üblichen Sinne des Sprachgebrauches.
Zur Scientology-Methode des Sprachgebrauchs siehe "Redefinieren von Worten": Methode der Täuschung und der Gehirnwäsche
Dazu unten mehr.

Die ehrenamtlichen Geistlichen werden als Helfer in allen Lebenslagen dargestellt.
In Wahrheit geht es allerdings weniger um die Hilfe für den Einzelnen. Vielmehr soll der "Ehrenamtliche Geistliche" "die Zustände auf diesem Planeten ein für allemal zum Besseren zu verändern!" (Quelle unten).
 

Die Scientology-"Geistlichen" wenden die üblichen Hubbard-"Technologie" zur Beeinflussung an, auf denen die gesamte Scientology-Organisation beruht. Bereits die Bezeichnung als "Technologie" (zum Beispiel in einem Rundschreiben an Pfarrer, unten) zeigt, dass es nicht um Glaubensfragen geht.

Aus dem Arsenal der Hubbard-Technologie wenden die Scientology-"Geistlichen" hauptsächlich die "Technologie" der "Beistände" an. Dazu:

Dabei handelt es sich vielfach um unerlaubte Heilbehandlung ohne Approbation.
Die Verwendung des Begriffes "Geistliche" lenkt von der Strafbarkeit ab.
Die Verwendung des Begriffes "ehrenamtlich" lenkt davon ab, dass diese Techniken in der weit überwiegenden Mehrzahl aller Fälle gegen Bezahlung horrender Preise erfolgt, dazu:  

Das "Handbuch für den ehrenamtlichen Geistlichen"

Das Inhaltsverzeichnis lässt nicht erkennen, dass es sich um ein Buch für Geistliche im üblichen Wortsinne handelt.
Unter dem Titel "Organisation und Moral" heisst es (Seite 284):

"Mitleid ist ein Mittel zur Niederdrückung der Moral - und - bewußt oder unbewußt, ein Zerstörer der Moral. Wenn die Person, die Mitleid hat, fähig genug wäre, etwas dagegen zu tun, würde sie es tun."
 
Das Handbuch für den Ehrenamtlichen Geistlichen, deutsch 1980   
The Volunteer Minister‘s Handbook   
Inhalt  
Vorwort ix   
Illustrationen XVII   
Einleitung LXVII   
Checksheet über die Studiertechnik 3   
Heft über die Studiertechnik 7   
Checksheet für die Orientierung 33   
Heft für die Orientierung 35   
Checksheet über die acht Dynamiken 45   
Heft über die acht Dynamiken 47   
Checksheet über ARC 53   
Heft über ARC 55   
Checksheet über die Tonskala 69   
Heft über die Tonskala 71  
Checksheet über Assists 89   
Heft über Assists 93   
Checksheet über Trainingsübungen 129   
Heft über Trainingsübungen 133   
Checksheet über Drogenrehabilitation 165   
Heft über Drogenrehabilitation 167   
Checksheet über die Bewältigung der gefährlichen Umwelt 187   
Heft über die Bewältigung der gefährlichen Umwelt 189   
Checksheet über Ermittlungen 215   
Heft über Ermittlungen 219   
PTS/SP-Checksheet 289   
PTS/SP-Heft 293   
Checksheet über Ethik und Recht 351   
Heft über Ethik und Recht 355   
Checksheet über Integrität 413   
Heft über Integrität 417   
Checksheet über Ehe und Kinder 451   
Heft über Ehe und Kinder 453   
Checksheet über Dritte Partei 493   
Heft über Dritte Partei 495   
Checksheet über Planziele 511   
Heft über Planziele 513   
Checksheet über Öffentlichkeitsarbeit 551   
Heft über Offentlichkeitsarbeit 555   
Checksheet über Umfragen 593   
Heft über Umfragen 595   
Checksheet für FSMs 635   
Heft für FSMs 637   
Checksheet über die Ausbildung in der Scientology 669   
Heft über die Ausbildung in der Scientology 671   
Checksheet über Qualifikationen für Geistliche und Zeremonien 681   
Heft über Qualifikationen für Geistliche und Zeremonien 685   
Epilog 695   
Anhang 1 701   
Anhang 2 717   
Über den Autor 737   
Fachwortverzeichnis 745   
Bücherliste 777
 
 
 
 
 

"Nicht an eine bestimmte Religionszugehörigkeit gebunden"
 
Aus: http://www.scientology.org/ger/outreach/volmin/vm-intro.htm  geladen am 30.4.2002  


  
"Das Programm der ehrenamtlichen Geistlichen ist nicht an eine bestimmte Religionszugehörigkeit gebunden und bildet nicht nur Laien, sondern auch Geistliche anderer Religionsgemeinschaften aus, damit sie Menschen in ihrem Umfeld besser helfen können. ... Ehrenamtliche Geistliche müssen keinerlei Verband oder Religionsgemeinschaft angehören. Alles, was notwendig ist, ist eine Kenntnis des Handbuchs und das Bedürfnis zu helfen. ... Angehörige aller Glaubensgemeinschaften können ehrenamtliche Geistliche werden. Dann aber sind sie Geistliche und helfen ihren Mitmenschen. ... Der ehrenamtliche Geistliche mildert das Leiden der Menschen. Er rettet gefährdete Ehen, hilft erfolglosen Studenten, schlichtet Streitigkeiten zwischen einzelnen und Gruppen, rettet Drogenabhängige aus der Qual der Entzugserscheinungen, lindert körperliche Beschwerden und hilft den Verletzten. Dies sind nur einige der Wunder, die ehrenamtliche Geistliche Tag für Tag vollbringen."
Zu der Behauptung, der ehrenamtliche Geistliche "rette gefährdete Ehen":
Wenn ein Ehepartner Scientologe wird, ist die Ehe tatsächlich äußerst gefährdet.
Steht der andere Scientology gar kritisch gegenüber, wird er zur "unterdrückerischen Personen".
Die Methode des "ehrenamtliche Geistlichen" dürfte somit darin bestehen, zu versuchen, auch den anderen Ehepartner zu einem Scientologen zu machen. Siehe auch Liebe auf scientologisch ...

Zu der Behauptung, der ehrenamtliche Geistliche "rette Drogenabhängige":
Dafür wird der Reinigungsrundown eingesetzt.
Der Drogenabhängige wird also mit allergrösster Wahrscheinlichkeit Scientologe.
Dazu auch Narconon: Angeblicher Drogenentzug mit Scientology-Methoden ohne nachweisbaren Erfolg
 
 


Rundschreiben an Pfarrer

Vermutlich zum Beweis dafür, dass die Scientology-Geistlichen angeblich keiner bestimmten Religion verpflichtet sind, hat die Scientology-Organisation sich im Frühjahr 2002 mit einem Rundschreiben an Pfarrer der evangelischen Kirche gewandt.
Das Schreiben benutzt eine Reihe scientology-typischer Tricks. So heisst es dort:

"Mir ist selbstverständlich auch bekannt, dass es in Deutschland Gerüchte und Vorurteile um Scientology gibt. Ich stelle immer wieder fest, dass sie meistens aus einer Unkenntnis der Tatsachen entstammen."
Die Kritik an der Scientology-Organisation wird besonders in Deutschland seit über 20 Jahren von einer Flut von Fakten gestützt.
Vermutlich hat es in keinem anderen Land eine derartig grosse Zahl von Büchern und Broschüren gegeben.
Zahllose Texte befinden sich inzwischen im Internet und jeder kann sich dort davon überzeugen, dass es in aller Regel um Tatsachen geht.

Diese Tatsachen werden also kurzerhand als Gerüchte und Vorurteile bezeichnet.
Das ist die Methode des "Redefinierens von Worten", siehe Redefinieren.htm
Scientology-Gründer Hubbard: "Der Trick ist - Worte sind zu redefinieren, bis sie zum Vorteil des Propagandisten etwas anderes bedeuten." Und: "Scientologen redefinieren 'Arzt', 'Psychiatrie' und 'Psychologie' in die Bedeutung von 'unerwünschte anti-soziale Elemente'. "
 
Dieses Rundschreiben wurde im Frühjahr 2002 an Pfarrer verschickt. Die Rechtschreibung des Briefes wurde unverändert übernommen.  


  

DIE EHRENAMTLICHEN GEISTLICHEN DER SCIENTOLOGY KIRCHE BAYERN E.V.  
BEICHSTRASSE 12, 80802 MÜNCHEN-SCHWABING  
xxxxxxPfarramt  
Pfarrer xxxxxx  
München  

04. April 2002  

Sehr geehrter Geistlicher,  
Nach dem großen Erfolg der Scientology-Ausstellung in München, mit dem Hauptthema "Drogenrehabilitierung", welche Größer und Schöner wie  letztes Jahr war, möchten wir uns bei Ihnen vorstellen.  
    Momentan liegt der Schwerpunkt auf seelischer Betreuung von Kranken und Verletzten Menschen, durch Beistände. (z.B. in Krankenhäusern und Altenheimen).  
    Definition Beistand: Ein Prozess, aus einfachen Schritten, der durchgeführt werden kann, um eine gegenwärtige Beschwerde zu mildern und jemandem zu helfen, sich schneller von einem Unfall, einer Krankheit oder einer Verstimmung zu erholen.  
    Wir beklagen den fortschreitenden Verlust der geistigen Werte und Fähigkeiten.  
    Wo es eine Tendenz für Krankheit und Verletzung gibt, wo Krankheit oder Verletzung verlängert werden oder wo Unglück und Besorgnis geistige und körperliche Verstimmung verursachen, bewegen wir uns im Bereich der Beistände.  
Die geistigen Aspekte des Heilungsprozesses, werden nach der ärztlichen Behandlung, durch die Anwendung der Beistände unterstützt. Die Technologie der Beistände ist so einfach, dass die Leute, die diese Hilfe erhalten haben, es sofort in Ihrem unmittelbaren Umfeld auch anwenden können. Wir wollen damit erreichen, dass die Menschen wieder die Bereitschaft erlangen, Hilfe zu geben.  

  

Da ich aus meiner eigenen Erfahrung als langjähriger Scientologe sagen kann, dass mein Leben durch Scientology viel ehrlicher und von mehr moralischen Integrität geworden ist. L. Ron Hubbard, der Begründer der Scientology-Religion pflegt zu sagen: "Der Mensch ist nur so wertvoll, wie er anderen helfen kann".  
    Ich kann aus meiner eigenen Beobachtung sagen, dass Scientologen sehr hilfsbereit sind und viele von Ihnen engagieren sich ehrenamtlich in verschiedensten sozialen Projekten auf der ganzen Welt.  
    Gerade kürzlich nach dem Terroranschlag in den USA waren 1500 Ehrenamtliche Geistliche in New York wochenlang vor Ort im Einsatz, um Kranken, Verletzten und anderen Geschädigten zu helfen. In Zone 0, also direkt in unmittelbarer Umgebung des World-Trade-Centers arbeiteten 40 Scientologen zusammen mit dem Roten Kreuz und der Feuerwehr. (New York Times berichtete am 20.09.01 darüber).  
    Mir ist selbstverständlich auch bekannt, dass es in Deutschland Gerüchte und Vorurteile um Scientology gibt. Ich stelle immer wieder fest, dass sie meistens aus einer Unkenntnis der Tatsachen entstammen.  
    Ich würde mich gern einmal mit Ihnen zusammensetzen, um mit Ihnen über die Schwierigkeiten und Probleme in Ihrer Gemeinde zu sprechen, um zusammen Lösungen zu finden und umzusetzen.  

Danke.  
Altheimer A  

VERANTWORTLICHER: ALTHEIMER ANDREAS TEL. 0179 5888 355 
E-Mail Adresse: andreas.altheimer@nexgo.de
 
 
 
 
Aus: Verfügung der Staatsanwaltschaft München 115 Js 4298/84  
staatsanwalt86-2.htm#Terminologie  


Der Öffentlichkeit gegenüber gebraucht die Organisation anders als im internen Sprachgebrauch für das Auditing und den Auditor eine religiöse Terminologie. Das Auditing wird als "geistliche" oder "pastorale" Beratung bezeichnet. Der Auditor wird "Geistlicher" genannt. Die Sicherheitsüberprüfung und das Bekenntnis werden als "Beichte" ausgegeben (48). Diese für die Öffentlichkeit geschaffene Terminologie ist offensichtlich eine Maßnahme im Rahmen der Hubbardschen "Redefinitions"-Taktik. So ist die 1973 erschienene Schrift, "Scientology . .. eine Religion", die die gewerbliche Seite der Organisation völlig verschweigt, offensichtlich für staatliche Behörden und religions- und verfassungsrechtliche Gutachter geschaffen worden, um den Schutz der verfassungsrechtlichen Garantien für Religionsgesellschaften zu erlangen. Gleiches gilt für die Schriften "Glaube und religiöses Brauchtum der SK", "Der Klerus der SK" und "Kultus und Dogmatik der SK in Deutschland."  
Entsprechend ist "Das Handbuch für den ehrenamtlichen Geistlichen" lediglich eine Sammlung wichtiger Policy-Briefe und Bulletins, die die Organisation und den Verkauf von Dienstleistungen betreffen (49, 50).
 

Drei-Wochen-Kurs - keine Vorbildung nötig

"Es gehört zu einem Gesamtplan, genügend ehrenamtliche Geistliche auszubilden, um die Zustände auf diesem Planeten ein für allemal zum Besseren zu verändern!"
 
  
Aus: Positiv Frankfurt Nr. 73, verbreitet im Februar 2002, Seite   


So wendet man das Handbuch an  
Neuer Kurs für ehrenamtliche Geistliche vermittelt Ihnen die Fertigkeiten, um anzufangen, eine bessere Welt aufzubauen, und zwar direkt von dort aus, wo Sie sich befinden.  

Dieser dreiwöchige Kurs wurde kürzlich in 15 Sprachen erhältlich gemacht, zusammen mit dem aktualisierten Scientology Handbuch. Tausende haben sich bereits angemeldet und weitere Hunderttausende werden erwartet. Es gehört zu einem Gesamtplan, genügend  
ehrenamtliche Geistliche auszubilden, um die Zustände auf diesem Planeten ein für allemal zum Besseren zu verändern!  
Ausbildung zum ehrenamtlichen Geistlichen  
In unserem Kursraum wird diese Ausbildung gerade jetzt gegeben — sie ist schnell und gründlich. Wenn man den Kurs abschließt, wird einem sein Ausweis als ehrenamtlicher Geistlicher überreicht.  
    Jeder kann sich zum ehrenamtlichen Geistlichen ausbilden lassen, es wird keine vorherige Ausbildung benötigt. Deshalb kommen so viele zu uns, die noch nie einen Scientology Kurs gemacht haben.  
    "Das war der beste Kurs, den ich je gemacht habe,“ sagte ein neuer ehrenamtlicher Geistlicher. „Ich bin vollkommen sicher, dass ich mit den Mitteln, die ich gelernt habe, jedem jederzeit helfen kann.“  



  



Wir benötigen allein hier in diesem Gebiet Tausende von ehrenamtlichen Geistlichen. Wenn Sie Ihr Zertifikat haben, gehören Sie zu unserem Netzwerk von ehrenamtlichen Geistlichen, sodass jeder in Ihrer Gegend, der eine Werbetafel, eine Zeitschriften- oder Zeitungsanzeige sieht  oder sich in die Website der ehrenamtlichen Geistlichen einloggt, sich mit der Hotline der ehrenamtlichen Geistlichen in Verbindung setzen und direkt an Sie verwiesen werden kann, damit Sie ihm helfen können.  


Ehrenamtliche Geistliche im Ground Zero  
Wie viel kann ein ehrenamtlicher Geistlicher erreichen? Es gibt keine Grenze, wie es kürzlich am 11. September von den ehrenamtlichen Geistlichen am Katastrophenort beim World Trade Center gezeigt wurde - „Ground Zero.“  
    Buchstäblich innerhalb von Minuten nach den Anschlägen der Terroristen wurden ehrenamtliche Geistliche in New York und im ganzen Land aktiv. Innerhalb von Stunden hatten sie sich beim Ground Zero eingefunden, und innerhalb von Tagen hatte sich die Nachricht verbreitet:  
„Wenn du etwas brauchst, wende dich an die Leute mit den gelben Hemden. Sie werden es erledigen.“  
    Während sich Hunderte am Katastrophenort aufhielten, wurden weitere Hunderte benötigt. Daher bildeten die ehrenamtlichen Geistlichen andere aus, von denen die meisten vorher noch nie von dieser Technologie gehört hatten, aber etwas finden wollten, das wirksame Hilfe gab. Und das taten sie auch. Als die Rettungsbemühungen endeten, gab es bei den Beamten und Rettungshelfern am Katastrophenort keine Frage über die Rolle, die die ehrenamtlichen Geistlichen gespielt hatten: "Wir hätten es ohne Sie nicht machen können.“  
    Die Aktivitäten der ehrenamtlichen Geistlichen hörten nicht auf, als die Rettungsbemühungen aufhörten; ehrenamtliche Geistliche sind jeden Tag draußen und helfen denen, die bei der Katastrophe einen Schock erlitten haben, die Trauer und den Verlust zu überwinden und mit dem Leben weiterzumachen. Es gibt noch viel mehr über diese Geschichte; um jedoch den ganzen Überblick zu bekommen, müssen Sie sich das neue Video ansehen, worüber alle sprechen: "Ehrenamtliche Geistliche am Ground Zero“ und das jeden Tag in den Kirchen gezeigt wird.  
Es ist keine Frage, dass diese Welt ein Durcheinander ist. Aber mit dem Programm für ehrenamtliche Geistliche KANN man etwas dagegen tun. 
 
 
Berliner Zeitung 4.7.2002  


Handauflegen gegen Ohnmacht und Schmerzen 
Die Scientologen werben wieder - um Nothelfer  
cd.  
Auf dem großen gelben Plakat neben dem verschlungenen Kreuzsymbol prangt in schwarzen Buchstaben weithin sichtbar ein Allgemeinplatz: "Diese sind schwierige Zeiten." Merkwürdig unpersönlich geht es weiter: "Etwas kann dagegen getan werden" und es endet mit einer Telefonnummer und der überraschenden Aufforderung "Rufen Sie einen Ehrenamtlichen Geistlichen". Das muss man aber gar nicht, weil vor dem großen gelben Zelt auf dem Parkplatz an der Rosa-Luxemburg-Straße sofort ein "Ehrenamtlicher Geistlicher" zur Stelle ist. Jedenfalls steht das auf seinem gelben T-Shirt. Lächelnd weist er ins Zeltinnere. Spätestens dort wird klar: Die Scientologen werben wieder um Mitarbeiter.  

Allerdings haben sie ihre Kampagne etwas umgestellt. Jetzt wird kein Persönlichkeitstest mehr angeboten, sondern erst mal der Gang durch eine Fotoausstellung, die dokumentieren soll, wie und wo die Scientologen und ihre "Ehrenamtlichen Geistlichen" gute Taten verrichten. In kleinen Bildergeschichten werden dauerlächelnd Alkoholkranke ausgenüchtert, Familienstreits geschlichtet und überforderte Büroangestellte vom Papierkram entlastet. Natürlich fehlt auch ein Foto des verstorbenen Scientology-Gründer L. Ron Hubbard nicht.   

Besonders stolz ist man auf die Fotos aus New York nach der Katastrophe vom 11. September letzten Jahres. Zwischen den Trümmern von "Ground Zero" sind Scientologen in ihren gelben T-Shirts zu sehen, dazwischen Feuerwehrmänner und auf einem sogar ein etwas überrascht dreinblickender Rudolph Giuliani, der damals noch Bürgermeister war. "Wir waren die einzige Gruppe, die man reingelassen hat, um Beistand zu leisten", sagt eine Mitarbeiterin stolz.  

Thomas Gandow, Sektenbeauftragte der evangelischen Kirche, schildert das allerdings etwas anders: "Die haben sich dort mit einem Trick reingeschmuggelt und die Leute belästigt", sagt er, "darüber gab es auch Beschwerden." Die Kampagne vor dem gelben Zelt in Mitte sei "ein verzweifelter Versuch, Mitarbeiter in Deutschland zu finden", sagt Gandow. "Hier gehen die nämlich mittlerweile auf dem Zahnfleisch und versuchen nun verunsicherte Menschen für Sinnfragen zu öffnen." In Berlin schätzt er die Zahl aktiver Mitglieder auf etwa 20 bis 30. Mindestens die Hälfte davon scheint vor dem gelben Zelt im Einsatz zu sein.  

Die meisten wirken ein wenig verhalten, als seien sie selbst noch nicht an die neue Werbestrategie gewöhnt. Früher waren die Sekten-Kurse vor allem darauf ausgerichtet, den Einzelnen erfolgreicher zu machen. Heute soll er offenbar eher zum Helfer in der Not für andere ausgebildet werden. Und das auch noch in ganz kurzer Zeit. "Ehrenamtlicher Geistlicher ist man, wenn man sich das T-Shirt mit der Aufschrift anzieht", beteuert eine Mitarbeiterin. Wie man hilft, demonstriert eine Kollegin in der anderen Ecke des Zeltes. Dort sind zwei Tragen aufgestellt, auf denen sie Freiwillige mit so genannten "touch assists" behandelt. Immer wieder streicht sie mit ihren Händen Arme und Beine entlang. Das soll gegen Schmerzen, Ohnmacht und Erregungszustände helfen. "So werden die Energiespitzen aus dem Körper gestrichen" erklärt ein Mitarbeiter das Mittelding aus Massage und Handauflegen.  

Wie es geht, ist in einer dünnen Broschüre beschrieben, die man für vier Euro mitnehmen kann. Die vier jungen Mädchen, die sich bereitwillig nacheinander behandeln lassen, sind daran aber nicht interessiert. Sie bedanken sich höflich für die Gratisbehandlung und gehen wieder. "Das mit den Berührungs-Assists ist natürlich totaler Quatsch", sagt Gandow. "Aber es ist schon interessant, dass die Firma mal was unentgeltlich anbietet." (cd.)

 



1. Version dieser Seite installiert am 5.5.2002


Impressum:



Die Website www.Ingo-Heinemann.de wurde eröffnet im September 1998