Ingo Heinemann: Scientology-Kritik 
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Zuletzt bearbeitet am 6.12.2012 
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Der Geheimdienst der Scientology-Organisation
 
 
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Arbeitsgruppe Scientology Hamburg
 
 
 
"Wir benützen die herkömmlichen Spionagetechniken" 
(L. Ron Hubbard HCO PL 17.2.66) 
 
 

Was tut ein Geheimdienst?

Ein Nachrichtendienst oder Geheimdienst sammelt auch ohne konkreten Verdacht Informationen.
Handbuch-des-Rechts.htm#Geheimdienst
Diese sind weder für die Wissenschaft bestimmt, noch für die Verbreitung in der Öffentlichkeit.
Sondern zur Bekämpfung eines vermeintlichen oder tatsächlichen Gegners.
Genau das macht die Scientology-Organisation.
Deshalb ist der Begriff Geheimdienst hier angemessen.
 
 
 
 
Die umfangreichste Veröffentlichung zu diesem Thema stammt vom Landesamt für Verfassungsschutz Hamburg  
Eine Broschüre mit  dem Titel "Der Geheimdienst der Scientology-Organisation", Februar 1998.  
Die Internet-Ausgabe dieser Broschüre hat im Server des Hamburger Senates mehrfach den Stadort gewechselt, so dass die meisten Links nicht mehr stimmen. Die derzeitige URL ist derartig kompliziert, dass mit weiteren Veränderungen des Standortes zu rechnen ist.  
Deshalb habe ich die Datei am 11.6.2003 komplett in diese Website eingestellt.  
Die Broschüre ist jetzt also unverändert zu finden unter   Siehe auch: www.Arbeitsgruppe-Scientology.de
Dort ist auch aufgelistet, welche Bereiche zu diesem Geheimdienst gehören. Zum Beispiel::

 
 

OSA und DSA

Die Broschüre beschreibt auch die unterschiedlichen Bezeichnungen (Seite 52):

"2. „Department of Special Affairs“ (DSA) - die Unterabteilungen des OSA in Deutschland Nach der offiziellen Gründung des OSA im Dezember 1983 wurde der aus dem gleichen Jahr stammende Richtlinienbrief, der die Organisationsstruktur der Führungsabteilung (Abteilung 7) in Klasse-IV-Organisationen festlegte, revidiert, um u.a. das Org-Board der neu geschaffenen Unterabteilung 20 vollständig einzuschließen, die die Bezeichnung „Department of Special Affairs“ (DSA, Unterabteilung für Spezielle Angelegenheiten) trägt.82 In diesem Richtlinienbrief findet sich auch der Hinweis, daß die Unterabteilung 20 sich früher „Unterabteilung für Öffentliche Angelegenheiten“ nannte (gemäß dem Richtlinienbrief vom 13. März 1961, „Department of Official Affairs“).
Auch dieser Hinweis belegt die Kontinuität der scientologischen Organisationsstrukturen."
Eine interne Selbstdarstellung der DSA ist zu laden unter  
 

"Geheimdienst" auf  private Organisation anwendbar?

Scientology-Sprecherin Sabine Weber in dem TV-Film "Der Schattenmann" zur Bezeichnung der OSA als Geheimdienst:

"Die Floskel Geheimdienst ist ja eigentlich eher eine Erfindung der weltanschaulichen Gegner von Scientology ...."
Der Begriff "Geheimdienst" ist keineswegs eine Floskel.
Er beschreibt vielmehr die Aktiviäten der Scientology-Organisation.

Soweit mir bekannt, wurde der Begriff erstmals von dem Journalisten Eugene H. Methvin benutzt:
 
Aus: DAS BESTE aus Readers Digest, Mai 1980: Die erschreckenden Praktiken der Scientology-"Kirche" von Eugene H. Methvin  


"Diebe, Schlepper und Spione gehören zum harten Kern einer der gefährlichsten modernen Sekten ...  
Schmutzige Tricks  
1966 stellte Hubbard einen eigenen Geheimdienst auf, den er "Guardian Office" (Schutzbüro) nannte, abgekürzt GO. Er war überzeugt, daß hinter den Angriffen auf die Scientology-Kirche eine "Zentralorganisation" stecke, und sein Verdacht richtete sich gegen die Weltorganisation für seelische Gesundheit. "Die Psychiatrie und das KGB arbeiten heimlich Hand in Hand", erklärte er. Anscheinend glaubte er, sie operierten über das FBI, die CIA, verschiedene Zeitungen und andere Gruppen. Die Leitung des Gegenangriffs vom Hauptquartier Los Angeles aus übertrug er seiner dritten Frau, Mary Sue Hubbard.  
Zum Ausbildungsprogramm des GO gehörte, wie man anonyme Morddrohungen gegen Journalisten richtete, Rufmordkampagnen gegen unfreundlich gesinnte Geistliche inszenierte, Zeitungsausschnitte fälschte und Einbrüche plante und durchführte. Pressesprecher wurden darauf gedrillt, die Presse zu belügen. Wichtigste Ziele waren Organisationen und Medien, die sich mit der Scientology-Kirche befaßten oder kritische Berichte über sie veröffentlichten."
 

Die Scientology-Organisation meint, der Begriff Geheimdienst sei schon deshalb nicht anwendbar, weil "geheimdienstliche Tätigkeiten" ... "von Rechts wegen schon definitorisch nur dem Staat obliegen" ("Erwiderung" S. 28).

Eine solche Definition gibt es nicht.
Geheimdienst ist ein Begriff der Umgangssprache.
Richtig ist, dass Geheimdienste üblicherweise von Regierungen betrieben werden.
Diese Geheimdienst beruhen auf gesetzlicher Grundlage und unterliegen parlamentarischer Überwachung.
Daraus ergibt sich aber keineswegs, dass es keine anderen Geheindienste gibt oder dass man andere Organisationen nicht als Geheimdienste bezeichnen darf.
 
 

 

OSA - Office of Special Affairs

Der Geheimdienst der Scientology-Organisation ist nach Auffassung der Hamburger Verfassungsschützer das OSA - Office of Special Affairs.

Dieses wurde nach Auflösung des GO Guardian Office gegründet. Das GO Guardian Office war aufgelöst worden, nachdem dessen Verantwortliche wegen krimineller Verschwörungen vor Gericht gestellt und verurteilt worden waren, vgl. "Die Verschwörung. Auszüge aus der Anklageschrift gg. Mary Sue Hubbard 1979

Auf deutsch wird die OSA mal als "Büro für Öffentliche Angelegenheiten“ bezeichnet, mal als „Büro für Spezielle Angelegenheiten“ (Verfassungsschutz Hamburg Seite 50, Fussnote 78).

Die Scientology-Organisation hat im Oktober 1998 eine "Erwiderung" veröffentlicht.
Im Internet ist diese nicht zu finden.
Darin wird nicht bestritten, dass es sich beim GO Guardian Office um einen Geheimdienst gehandelt hat.
Es wird lediglich behauptet, dessen Tätigkeit habe gegen die "Richtlinien" verstossen.
Das mag sein. Diese Richtlinien stammten von L. Ron Hubbard. Wer oder was sollte Hubbard davon abhalten, durch weitere Anweisungen jedes beliebige Abweichen von diesen Richlinien zu erlauben, zumal seine Ehefrau eine der Führungspersonen war?

Im übrigen wird in der "Erwiderung" der Scientology-Organisation bestätigt, dass die OSA die Nachfolge des GO angetreten hat:

"Nach der Auflösung des Guardian's Office im Jahr 1982 wurde eine neue Organisation benötigt, um die rechtlichen, nach außen gerichteten Funktionen zu übernehmen"
 
Aus: Church of Scientology International (CSI) 1988, „Die Führungskanäle der Scientology“, S. 10, 25.  
Zitiert nach Verfassungsschutz Hamburg, Der Geheimdienst ...", Seite 49  


„Das Büro für Spezielle Angelegenheiten International (OSA INT) ist ein Netzwerk, das sich über die Kontinentalen Verbindungsbüros bis in die Unterabteilungen 20 auf Org-Niveau erstreckt, der Unterabteilungen für Öffentliche Angelegenheiten. Das OSA-Netzwerk ist für die Handhabung aller externen Angelegenheiten der Kirche (inklusive Rechtsfragen, Verteidigung, Regierungs- und Medienbeziehungen) verantwortlich, mit dem Ziel, die völlige Anerkennung der Scientology und ihres Gründers L. Ron HUBBARD zu erreichen. OSA hilft durch seine Aktivitäten bei der Errichtung eines sicheren Umfeldes, in denen die Orgs arbeiten und expandieren können. Es erfüllt seine Funktion indem es dafür sorgt, daß die Orgs in voller Übereinstimmung mit den Gesetzen des Landes handeln, indem es bezüglich der Behörden im Umfeld der Org die LRH Public Relations-Technologie anwendet und indem es sicherstellt, daß die Org frei von externer Enturbulation77 ist, so daß sie darin fortfahren kann, ihr Gebiet zu klären. OSA INT ist Teil des Flag-Führungs- des Flag-Führungs-Bureaux und wird vom Kommandierenden Offizier OSA INT geführt, der dem WDC OSA gegenüber verantwortlich ist.“
 

Im übrigen hat niemand je behauptet, dass OSA nur die Funktion des Geheimdienstes wahrnimmt.
Die Aufzählung dessen, was OSA sonst noch so tut, läuft deshalb ins Leere.
 
 
 



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