Ingo Heinemann: Scientology-Kritik 
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Zuletzt bearbeitet am 26.7.2013 
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Tom Cruise, Scientology-Lobbyist: 
"Ich mache Jagd auf die Psychiatrie". 
Der Schauspieler Tom Cruise wirbt für Scientology in Politik und Filmindustrie 
 
Inhalt dieser Seite: Zum Thema auch: In anderen Websites:
  • www.AGPF.de: Infos über Sekten, Kulte und den Psychomarkt


Kurzinformation von Thomas Gandow (PDF)   

Zur Kritik an den derzeitigen Filmplänen in Berlin:   

 

Prominenten-Werbung ist seit jeher von grosser Bedeutung für die Scientology-Organisation. Prominente erregen Aufmerksamkeit. Prominente werden nachgeahmt. Prominente gelten als glaubwürdig. Dazu mehr unter Prominente.htm. Tom Cruise ist der wichtigste prominente Scientologe. Im deutschen Sprachraum hat es bisher keinen wirklich prominenten Scientologen gegeben.
 
"Tom Cruise hat sich zum PR-Gau für Scientology entwickelt" schrieb die Süddeutsche Zeitung am 13.10.2008 ("Ein cruiseliger Verein"). Also zum "grössten anzunehmenden Unfall" für die Öffentlichkeitsarbeit der Scientology-Organisation. Der Artikel enthielt eine Besprechung des Buches "Scientology - wie der Sektenkonzern die Welt erobern will" von Nordhausen und Billerbeck,  Buecher-ueber-Scientology.htm#Nordhausen08. Die Autoren beleuchten die Bedeutung des Tom Cruise für den Scientology-Konzern eingehend: "Für die Kampf-Sekte ist Tom Cruise der weltweit wichtigste Mann, um den Hebel anzusetzen" gegen Scientology-Kritik.
 
 

Guttenberg Freund von Tom Cruise?

In der Presse wurde und wird Karl-Theodor zu Guttenberg vielfach als Freund von Tom Cruise bezeichnet.

Liselotte Wenzelburger-Mack, Vorsitzende der Baden-Württembergischen Initiative EBIS, hat den Verteidigungsminister mit Schreiben vom 30.8.2010 gefragt:

Das Ministerbüro antwortete mit Schreiben vom 9.9.2010:  
 
 
 

Andrew Mortons Buch über Tom Cruise und Scientology
 
Andrew Morton: 
    Tom Cruise 
    Der Star und die Scientology-Verschwörung
"Die nichtautorisierte Biographie" 
Droemer Verlag 2008, 431 Seiten 
Bestellen bei Amazon
Andrew Morton befasst sich nicht nur mit Tom Cruise, sondern auch (wenn nicht überwiegend) mit dem Scientology-Chef David Miscavige und mit Scientology insgesamt.
Erstmals musste die Scientology-Organisation erfahren, dass der Einsatz von Prominenten nicht nur Vorteile hat.
Morton ist der erste Scientology-Kritiker, der selbst bereits weltweit bekannt war, bevor er seine Kritik veröffentlicht hat. Folge: Im Internet wurden Videos und Texte von Scientology veröffentlicht, die ein drastisches Licht auf die Sekte werfen und die der Öffentlichkeit bisher kaum zugänglich waren.
Die Suche im Internet nach Tom Cruise Video ergibt 1,7 Millionen Fundstellen, die Seite http://gawker.com/5002269/the-cruise-indoctrination-video-scientology-tried-to-suppress wurde innerhalb von 2 Wochen 2,5 Millionen mal aufgerufen.

Dann wurde geprüft, was Cruise in den Videos gesagt hat. Die Website www.suppressiveperson.org analysierte die von Cruise in den Videos verwendeten Begriffe, veröffentlichte dazugehörige Führungsanweisungen
Zum Beispiel die Führunganweisung HCOPL vom 7.2.1965 , Inhalt: "KSW Keep Scientology Working", auf deutsch verwendet als "Die Funktionsfähigkeit der Scientology erhalten", vgl. Ethik-Befehl-Grundlagen.htm#HCOPL-65-02-07. Dort heisst es: "Wir haben dich lieber tot als unfähig".

Auch der "Stern" hat sich an dem Cruise-Kauderwelsch auf dem Video versucht:

Si-Si-Ar-Eitsch bedeutet CCRH. Die deutsche Version: KVPM, Psychiatrie.htm
 
 
 

Tom Cruise und sein Freund, der Scientology-Chef David Miscavige

Andrew Morton befasst sich in einem Buch zwangsläufig mit dem vermutlich besten Freund des Tom Cruise, dem Scientology-Chef David Miscavige.
Das Buch war gerade ein paar Wochen auf dem Markt, da erschien ein Brief  von Jenna Miscavige Hill vom 25.1.08 im Internet, der Nichte des Scientology-Chefs, selbst ehemalige Scientologin. Die Eingabe von "Jenna Miscavige Hill" in eine Suchmaschine ergab schon nach wenigen Tagen fast 7.000 Suchergebnisse, am 11.6.08 waren es bereits 29.000, z.B. HIER.

Miscavige Hill (www.exscientologykids.com) hatte eine Scientology-Entgegnung auf die Cruise-Biographie gelesen. Sie schrieb an Karin Pouw, eine Scientology-Sprecherin. Sie sei absolut schockiert darüber, dass Scientology nicht nur die "in der Biographie festgestellten Wahrheiten über die Kirche geleugnet, sondern offensichtliche Lügen aufgestellt" habe.

Morton hat geschrieben, Mimi, die spätere Ehfrau von Tom Cruise, "musste sich zwischen ihrem Vater und der Sekte entscheiden, ein Dilemma, vor das sich im Laufe der Jahre Tausende von Scientologen gestellt sahen und das zum Auseinanderbrechen Hunderter Familien führte." (Seite 170). Das Buch schildert konkret weitere Fälle, etwa auf S. 202 und 210. Karin Pouw hatte dazu behauptet: "Diese Behauptung ist nicht nur falsch,  sie ist das Gegnteil dessen, was die Kirche glaubt und praktiziert". Jenna Miscavige Hill war in die Sekte hineingeboren worden. Sie schreibt, ihre Eltern hätten die Kirche im Jahr 2000 verlassen, als sie 16 war. Sie sei mit 12 von ihren Eltern getrennt und seit Geburt indoktriniert ("thoroughly engulfed in the beliefs of the Church since birth") worden und deshalb ihren Eltern nicht gefolgt. "Ich durfte nicht mit ihnen sprechen und über ein Jahr nicht einmal ans Telephon gehen" schreibt sie und gibt Beispiele für weitere Folgen der Trennungs-Doktrin, bekannt auch als Trennungsbefehl.
 

 
Anfang 2008 ist eine Cruise-Biographie erschienen:   
Andrew Morton:    
Tom Cruise. Der Star und die Scientology-Verschwörung   
Bestellen bei Amazon
Morton in 3Sat vom 21.1.2008:   
  • "Ich bezeichne Tom Cruise als de facto zweiten Mann in der Hierarchie von Scientology, auch ohne offiziellen Titel". 
  • "Ein ehemaliger Scientologe sagte mal, Cruise ist der gefährlichste Prominente der Welt. Teil der Strategie von Scientology ist nämlich, die ganze Welt zu dominieren".
Mortons Buch ist sachlich und trotzdem gut lesbar. Im Zentrum stehen Tom Cruise, die Scientology-Organisation und der Scientology-Chef David Miscavige. Morton spekuliert und polemisiert nicht, er berichtet.
 
Etwa geichzeitig wurde über das Internet ein Video verbreitet. Tom Cruise spricht darin über Sciententology. Auch darüber wurde vielfach im Fernsehen berichtet.   

3Sat vom 21.1.2008:  "Tom Cruise schwärmt in dem internen Video von einer Zukunft, in der es keine Kritiker mehr gibt. Er nennt die Gegner von Scientology im internen Jargon "SPs", suppressive persons, zu deutsch Unterdrücker. Original-Ton Cruise in einem Ausschnitt aus diesem Video, gezeigt in 3Sat vom 21.1.2008:    

  • "Ich dachte wau, wie schön könnte es eines Tages sein. Sie wissen schon, SPs. Vielleicht liest man über solche Leute irgendwann nur noch in Geschichtsbüchern". 
Dazu unten "SPs beseitigen" >>
Es handelt sich bei diese Video keineswegs um ein geheimes Video, wie gelegentlich zu lesen war. Jörg Isert berichtete in der HAZ vom 16.07.2007 (>>), dass er dieses oder ein vergleichbares Video in der Berliner Filiale gesehen habe:

"Cruise argumentiert mit stechenden Augen, dann wieder lacht er, es klingt fast wie von Sinnen."
Der starre Blick wird im "Kommunikationskurs" trainiert: Gehirnwaesche2.htm#Blick
Gelernt wird, sein Gegenüber  einfach  nur  anzustarren.   Dies  wird  hart trainiert,  jedes Blinzeln bestraft. Auch verbalen Angriffen und Beleidigungen muß der "Student" gewachsen sein  ("TR 0 mit Reizen", "Stierhetze"). Zahllose Familienangehörige kennen das: Der Scientologe sitzt mit starrem  Blick da und reagiert auf nichts. Scientology behauptet demgegenüber, diese Fähigkeit diene der verbesserten Kommunikation. Sicher ist: die so antrainierte Leidensfähigkeit benötigt jeder Scientologe spätestens dann, wenn ihm die angeblich festgestellten Mängel seiner Persönlichkeit und die Preise für deren Beseitigung eröffnet werden.
 
 
Zu diesen Äusserungen von Tom Cruise wurde Thomas Gandow befragt, Sekten-Experte der evangelischen Kirche in Berlin. Er fasste das zusammen, was in den Scientology-Schriften an zahllosen Stellen verstreut über "SPs" geschrieben ist:   

3Sat vom 21.1.2008, Original-Ton Gandow:    

  • "Scientology hat den Plan, 2,5 Prozent jeder Bevölkerung zu vernichten. 20 Prozent sollen in Lager eingesperrt werden um umerzogen zu werden. Kritiker von Scientology werden zu Freiwild erklärt, die man betrügen, belügen, schädigen kann, die man auch zerstören darf". 
Dazu unten "SPs beseitigen" >>
 
Ebenfalls gleichzeitig wurde über das Internet eine weiteres Video verbreitet. Allerdings - soweit mir bekannt - nicht von Scientology. Inhalt: die Verleihung eine Medaille für Tapferkeit an Tom Cruise durch David Miscavge.   
Das NDR-Medienmagazin ZAPP vom 23.1.2008 schildert den Auftritt von Tom Cruise: "Schlimme Aufnahmen aus dem Innenleben von Scientology. Salutieren vor dem Gründer, Umarmung mit dem Chef, Abgang wie ein Roboter".   

Rechts eine Abbildung aus der NDR-Sendung ZAPP vom 23.1.2008. Cruise auf der säulengarnierten Scientology-Bühne an Redner-Podium, dahinter ein riesiges IAS-Emblem mit der Erdkugel in der Mitte, Cruise mit einer Medaille um den Hals so gross wie eine Untertasse. Original-Ton Tom Cruise:   

'Ihr wisst, dass ich für euch da bin. Und dass ich mich immer um euch kümmere. Was meint ihr, wollen wir diesen Ort säubern? [zustimmender Jubel] OK." 
Cruise dreht sich nach rechts und salutiert zu einem überlebensgrossen Hubbard-Bild. Dann dreht er sich nach links zu Miscavige und umarmt diesen. Dann hölzerner Abgang nach rechts.
 
"Wollen wir diesen Ort säubern?"    

"Dieser Ort" wird von Scientologen meist als "dieser Planet" bezeichnet, als Hinweis darauf, dass nach Scientology-Erkenntnissen die "Thetane" von anderen Planeten auf die Erde gelangt sind, sich hier nach jedem Tod neue Körper aneignen und dadurch ihre angebliche Unsterblichkeit erhalten, vgl. Thetan-Story.htm   
Gemeint sein kann also nur die Beseitigung der "SPs" von diesem Planeten und damit die Erlangung der Weltherrschaft durch Scientologen.   
Es st also nicht ganz abwegig, wenn ZDF-Historiker Guido Knopp diesen Auftritt mit der Goebbels-Rede im Sportpalast vergleicht ("Tom Cruise tritt auf wie Goebbels"), die Bild-Zeitung darüber berichtet, Abbildung rechts, und gleich noch Cruise und Goebbels gemeinsam zeigt. Thomas Gandow hatte diesen Vergleich bereits 2007 im Gespräch mit einem Journalisten gezogen. 

 
 

"SPs beseitigen oder entmachten"

Die von Cruise erwähnten SPs sind nach Anweisung des Scientology-Gründers zu beseitigen oder zu entmachten.
Tom Cruise geht offenbar davon aus, dass diese Methode sich durchsetzen wird. Deshalb seine Hoffnung  "Vielleicht liest man über solche Leute irgendwann nur noch in Geschichtsbüchern".

Die Anweisungen sind in Hubbards Führungs-Anweisungen enthalten, etwa im Handbuch für den ehrenamtlichen Geistlichen auf Seite 377, wo auch deutlich wird, dass der "ehrenamtliche Geistliche" identisch ist mit dem Ethik-Officer. Dieser sucht demnach mit der "Technologie der Ethik" nach Unterdrückern, "enthüllt die Quelle oder Quellen der Schwierigkeit" und "prüft alles anhand der Statistiken der Person". Denn: "Die Gesellschaft weiß nicht, daß sie lediglich ihre wenigen SPs einsammeln müßte, um Verbrechen auszumerzen. ... Man bringt SPs nicht in Ordnung, weil die "Sozialwissenschaftler", die Psychologen und Psychiater zumindest zum jetzigen Zeitpunkt vorwiegend selbst SPs sind und keine andere Technologie als den Knüppel besitzen":

"Der Ehrenamtliche Geistliche, der die Ethik-Technologie kennt, kann die Gruppe sondieren, den wirklichen SP finden, ihn beseitigen oder entmachten — und prompt lebt die Gruppe wieder auf und hat großen Erfolg".
Offenbar geht Hubbard davon aus, dass der "ehrenamtliche Geistliche" auch die Todesstrafe verhängen und vollstrecken kann. Denn:
"Wenn er recht hat, kommt die Situation sofort wieder in Ordnung. Wenn er bei seiner Ermittlung und seinen Aktionen unrecht hat, werden sich die Dinge verschlechtern, d.h. die Statistiken werden sinken. Also kann er noch einmal von vorne beginnen, den irrtümlicherweise erschossenen Körper ausgraben, sich entschuldigen und jetzt die wirkliche unterdrückerische Person finden!"
Der Text stammt aus der deutschen Version des "Handbuchs für den ehrenamtlichen Geistlichen". Er bezieht sich auf die Führungsanweisung HCOPL vom 7.12.1969, abgedruckt in den grünen Bänden des "Organization Executive Course", Band 1 Seite 500. Der Wortlaut im Original: "So he can do it all over again, exhume the body he incorrectly shot, apologize and now find the real SP!".
 
 
 
 

Cruise und der "Bambi"

Der Burda-Verlag hat im Dezember 2007 einen Bambi für "Mut" an Tom Cruise verliehen.
Kurz darauf beschloss die Konferenz der Innenminister, ein Verbot der Scietology-Organisation zu prüfen.

Das Medienmagazin des NDR ZAPP berichtete am 5.12.2007 http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,OID4454274,00.html  unter dem Titel "Bambi-Verleihung: Peinliche Ehrung für Tom Cruise". Kommentare aus der Sendung:

 
Rechts Aufnahmen aus der TV-Sendung ZAPP vom 5.12.2007, wiederholt am 7.12.2007 bei 3Sat. Text dazu:   

"Bilder des anderen Tom Cruise.    
Hier bei der Verleihung der Tapferkeitsmedaille durch den Scientology Chef David Miscavige. Stars wie Cruise sind wichtig für ihn.    

Ursula Caberta: "Prominente haben, wie in anderen totalitären Systemen auch, die Rolle der Tarnung ... Sie haben die Aufgabe, ... ihren Einfluss, ihren Namen dafür herzugeben, um Scientology die Türen zu öffnen ... und das macht Tom Cruise, das ist sein Job für Scientology."    

Einen Job, den er auch in Deutschland mit Bravour erfüllt: Nach außen der smarte Superstar auf Werbetour bei Klaus Wowereit. Die Berliner Scientology-Zentrale besuchte er dagegen nachts - heimlich - mit Ehefrau Katie Holmes."

  
 
"Deutschlands Hoffnung heisst Tom Cruise" titelte allen Ernstes die Frankfurter Allgemeine Zeitung FAZ im Zusammenhang mit dessen Film über Stauffenberg. FAZ-Herausgeber Schirrmacher hielt bei der Bambi-Verleihung die Lobrede auf Cruise. Steffen Grimberg, Medienredakteur der "Tageszeitung" bezeichnete in der ZAPP-Sendung Schirrmmachers Rolle bei dem Filmprojekt als "so eine Art PR-Berater ehrenhalber".    
Cruise beendete seine Antwort auf die Lobrede mit "Es lebe das heilige Deutschland!".    
Steffen Grimberg: "Ein bisschen ist es mir kalt den Rücken runter gelaufen. Denn, dass so jemand dann am Schluss mit diesem Stauffenberg-Spruch 'Es lebe das heilige Deutschland' da versucht, eine Sache für sich zu vereinnahmen ... das fand ich schon, gelinde gesagt, gespenstisch."    
ZAPP zeigte dazu die Bild-Zeitung:   
"Irre Rede ... Tom Cruise jetzt völlig durchgekallt".
 
 

Ein Cruise-Video in Berlin

Ein Journalist sieht ein Cruise-Video, "eigentlich nur für Scientology-Mitglieder bestimmt".
Der Auftritt des Tom Cruise "klingt fast wie von Sinnen".
 
Hannoversche Allgemeine Zeitung HAZ 16.07.2007   


Das Cruise-Video   
Bei einem Besuch am Scientology-Hauptsitz in Berlin erlebt man den Weltstar in Rage   
Von Jörg Isert   
Berlin. Das Problem, das man bei einem Besuch am Berliner Hauptsitz hat, sind nicht die örtlichen Scientologen. Die verhalten sich anders als erwartet: überaus korrekt. Im Eingangsbereich sammelt niemand Adressdaten ein, stattdessen wird man bei der Begrüßung lediglich nach dem Nachnamen gefragt, der persönlichen Ansprache wegen. Man kann auf die Toilette verschwinden, ohne verfolgt zu werden. Man kann an der Andacht teilnehmen, ohne beim sogenannten "Auditing“ mitzumachen – einer Fragetechnik, die sich, zumindest in diesem Fall, nicht als Mischung aus Verhör und Beichte entpuppt. Den berühmt-berüchtigten Scientology-Lügendetektor, das E-Meter, findet man genauso wenig im Saal. Tatsächlich wirkt das "Auditing“ wie eine Art seltsame Gruppentherapie. Die Auditorin Eva fragt, die Teilnehmer antworten – Spürt ihr euch selbst? Ja. Am Ende des Prozesses soll nach Scientology-Verständnis ein von allen Traumata befreites Wesen, der "Clear“, stehen.   

Das Problem, das man bei seinem Besuch bei Scientology hat, ist dieses eine Video. Am Berliner Hauptsitz gibt es im Erdgeschoss viele Monitore, an denen man Knöpfe anklicken kann. Es gibt Dutzende Kurzfilme über L. Ron Hubbard und die Geschichte der Organisation zu sehen. Es sind Werbefilmchen, denen man ihre US-Herkunft ansieht: Hubbards Sekretärin spricht, alte Bekannte erzählen. Im ersten Stock, in unmittelbarer Nähe zum Andachtsraum, gibt es allerdings ein weiteres Filmchen, das es in sich hat. In der Hauptrolle: Tom Cruise. Man kann nicht fassen, was er da, und vor allem, wie er es erzählt. Verbissen macht sich der Star für die Ansichten der Gruppe stark. Wettert gegen die, die gegen Scientology sind. Klatscht zur Unterstützung seiner Argumentation mit der Faust in die Hand. Schnippst wiederholt scharf schnalzend mit den Fingern, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen – ein Verhalten, das er vom weltweit mächtigsten Scientologen, David Miscavige, zu übernommen haben scheint.   

Cruise argumentiert mit stechenden Augen, dann wieder lacht er, es klingt fast wie von Sinnen. Zu Hilfsprogrammen der Organisation meint er: Er sei gezwungen zu helfen, weil er wisse, dass kein anderer besser dazu befähigt sei. Dann spricht er vor allem über das große Feindbild von Scientology: Psychiatrie, Psychopharmaka, Psychiater. Deren Herrschaft müsse niedergeschlagen werden, sagt Cruise sinngemäß.   

Cruise hat die Psychiatrie auch schon eine "Pseudo-Science“, eine Scheinwissenschaft genannt. Eine insofern lustige Aussage, als dass der Schauspieler einer Organisation angehört, deren Namen am ehesten mit "Wissenschaftologie“ zu übersetzen ist. Das Problem ist, dass Cruise, und mit ihm Scientology, bei dem Thema in ein reines Schwarz-Weiß-Denken verfallen: Gut und böse, dazwischen gibt es nichts. Es sind Verallgemeinerungen, die gefährlich sind. Wenn man nur das Verhalten deutscher Ärzte im Dritten Reich als Beispiel nimmt, das macht Scientology bevorzugt, kann man freilich nur zu dem Schluss gelangen, dass die Psychiatrie "der Wolf im Schafspelz“ sei. Dass die Psychiatrie von heute nicht mehr dieselbe ist wie vor sechzig Jahren, dass viele psychisch kranke Menschen sie als Hilfe empfinden: keine Rede davon. Man spricht Eva auf das propagandistische Video an – das man sehen konnte, bevor man sich als Journalist outete. Der Schauspieler wirke wie ein Besessener. Eva sagt, dass das Video eigentlich nur für Scientology-Mitglieder bestimmt sei.   

Das Berliner Video zeigt noch einmal eindrucksvoll, warum der Star in den vergangenen Jahren einen medialen Super-GAU nach dem anderen erlebte. Dass Cruise mit seinem Stauffenberg-Projekt einen Werbefilm für Scientology abliefert, ist nicht anzunehmen. Dass ein dermaßen glühender Scientology-Verfechter mit dem Film über einen deutschen Widerstandskämpfer Hintergedanken verfolgt, dagegen schon.   

Nach dem Scientology-internen Cruise-Filmchen muss man sich zumindest fragen: Wer wird da eigentlich auf die Rolle des Claus Schenk Graf von Stauffenberg losgelassen? Ausgerechnet der Mann, um den sich die Diskussion entsponnen hat, wie tolerant Deutschland ist oder nicht, entpuppt sich in dem Video als äußerst intolerant.

 
 

Religion Privatsache?

Scientology ist keine Religion. Dazu: Religion.htm
Die religiöse Terminologie wird lediglich zu Zwecken der Propaganda und der Abwehr von Kritikern benutzt:
 
Verfügung der Staatsanwaltschaft München 115 Js 4298/84 staatsanwalt86-2.htm   


"Der Öffentlichkeit gegenüber gebraucht die Organisationanders als im internen Sprachgebrauch ... eine religiöse Terminologie .. .die die gewerbliche Seite der Organisation völlig verschweigt, offensichtlich für staatliche Behörden und ... Gutachter geschaffen..., um den Schutz der verfassungsrechtlichen Garantien für Religionsgesellschaften zu erlangen".
Scientology wird wegen totalitärer Zielsetzungen vom Verfassungsschutz beobachtet, Verfassungsschutz.htm
Wer die Interessen einer solchen Organisation vertritt, muss sich öffentliches Interesse gefallen lassen.
 
 
 

Die "Rituale" des Tom Cruise
 
Aus Anlass der Hochzeit des Tom Cruise wurde vielfach berichtet, diese sei nach Scientology-Ritual vollzogen worden.
Als Beleg wurde aufgeführt, Cruise habe Katie Holms "Kochtopf, Kamm und eine Katze" geschenkt.
Ein Ritual?
Wohl eher Hubbards persönliche Abwandlung des Brauches, wonach die Braut zu ihrer Hochzeit "etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues" bei sich tragen soll (vgl. dazu  http://de.wikipedia.org/wiki/Hochzeitsbrauch).
Das "Ritual" stammt aus der "Scientology-Trauzeremonie", als deren Autor ausdrücklich Hubbard angeben ist. Diese ist enthalten in dem Heft "Kultus und Dogmatik der Scientology Kirche in Deutschland", welches auch innerhalb der Scientology-Organisation weitgehend unbekannt sein dürfte:

Über die Geburt des Kindes wurde ähnlich berichtet. Diese solle nach einem angeblichen Schweige-Ritual vollozen werden, als angebliche "stille Geburt".
Hubbard schreibt in seinem Buch "Dianetik". "Die Engramme, die ein Fötus empfängt, reichen für sich allein schon aus, um Menschen in Anstalten zu bringen." Damals wollte Hubbard noch die Psychotherapie revlutionieren. "Engramme sind keine Erinnerungen, sondern Aufzeichnungen auf zellularer Ebene", schrieb er in diesem Buch. Geräusche erzeugen angeblich Engramme, also sind Geräusche bei der Geburt zu unterlassen: Angeblich hat Cruise verbreitet, er wolle die Plazenta essen, also die sogenannte Nachgeburt. Auch das wurde als scientologisches Ritual gedeutet. Cruise hat später angeblich dementiert, das gesagt zu haben. Ein Bezug zu Scientology ist nicht erkennbar.
 
 
 

Der Lobbyist: "Ich plane, Druck auf die Nationen auszuüben"

Tom Cruise schrieb in einem Brief vom 31.5.2003 an Richard Lee Armitage, Vize-Aussenminister der USA:

Faksimile des Briefs unter Tom-Cruise-to-US-Dept-of-State-31MAY2003.pdf

Die Echtheit des Briefes hat nie jemand bestritten.
Auch Andrew Morton (>>) hat ausführlich daraus zitiert (Seite 320) und berichtet über das Resultat des Schreibens:

 
 

Tom Cruise gefeuert wegen aggressiver Werbung für Scientology

SPIEGEL ONLINE berichtete am 23.8.2006 unter http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,433055,00.html :

"Filmstudios kündigen Tom Cruise
Bislang sorgte sein bizarres Benehmen nur für Kopfschütteln. Jetzt aber haben seine merkwürdigen Auftritte auch wirtschaftliche Folgen für Tom Cruise. Die US-Filmstudios Paramount Pictures haben nach 14 Jahren die Zusammenarbeit mit dem Schauspieler beendet.
Los Angeles - Der Chef des Mutterhauses Viacom, Sumner Redstone, verkündete die Entscheidung im "Wall Street Journal": "So sehr wir ihn persönlich schätzen, wir hielten es für falsch, den Vertrag zu verlängern", sagte Redstone. "Sein Verhalten in letzter Zeit war für Paramount nicht hinnehmbar."
Die Zeitung verweist auf Cruise' aggressive Werbung für Scientology, seine Kritik an der Behandlung von Depressionen mit Medikamenten und seine öffentlichen Liebesbeweise für seine Verlobte Katie Holmes, wie etwa in der Oprah-Winfrey-Talkshow."
Spiegel Nr. 20/2007 enthält ein Gespräch mit "Philippe Dauman neuer Chef des US-Medienkonzerns Viacom, über den schwierigen Umgang mit Hollywood-Größen".
Frage SPIEGEL: "Keinen Spaß mehr hatte Ihr Konzern dagegen an Tom Cruise, der vergangenes Jahr plötzlich abserviert wurde, nachdem ... er sich einige peinliche Auftritte erlaubt hatte. Gilt also sogar für Weltstars: Wer nicht spurt, fliegt?"
Antwort Dauman: "Ganz so würde ich es nicht sagen. Es gab eine Menge Aufregung um ihn, aber er wird sicherlich auch in Zukunft sehr erfolgreich sein. Ich wünsche ihm dabei alles Gute. Unsere Beziehung, besonders die wirtschaftliche, ist allerdings vorbei. Wir konzentrieren uns auf andere Partner."
 
 
 

Einsatz in Europas Politik

Die zahlreichen Einsätze des Tom Cruise 2004 in Europa dürften weniger den möglichen Scientology-Kunden gegolten haben. Sondern den Regierungen. Und den Prominenten.
Ziel der Scientology-Organisation seit langem: Steuerfreiheit in Europa.
Die Botschaft: Scientology ist Privatsache und geht die Regierungen nichts an.
 
 
 

Tom Cruise und der Regierende Bürgermeister von Berlin

Der Regierungschef von Berlin hat reagiert, wie es der Scientology-Organisation kaum angenehmer sein könnte: "Man muss differenzieren zwischen dem Schauspieler Tom Cruise ... und dem Privatmann Tom Cruise, der sich zu Scientology bekennt".
 
 
Berlin, Anfang September 2004: Der Regierende Bürgermeister Wowereit empfängt Tom Cruise. Die Website der Stadt Berlin zeigt eine Serie von Fotos der beiden.   
Kurz zuvor hatte ein Berliner Bürger Wowereit per E-Mail angeschrieben:    

"Sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister,   
ich hätte mir als überzeugter Demokrat, als Bürger ... des Landes Berlins, der von der Einhaltung und Wahrung von Menschenrechten und demokratischen und freien Grundfesten überzeugt ist, gewünscht, Herrn Cruise die Ehre eines Empfang Ihrerseits im Roten Rathaus nicht zukommen zu lassen."   

Die Antwort aus dem Büro des Regierenden Bürgermeisters:   

"Es ist richtig, dass Tom Cruise Scientologe ist, und sich auch in Interviews zu den Lehren von Scientology bekennt. Jedoch muss man auch differenzieren zwischen dem Schauspieler Tom Cruise, der weltweit für seine Filme höchste Anerkennung genießt, und dem Privatmann Tom Cruise, der sich zu Scientology bekennt. Zu dem Empfang im Berliner Rathaus wurde Herr Cruise nicht als Vertreter von Scientology geladen, sondern als herausragender Schauspieler, der zudem, wie sie schon richtig erwähnten, durch Filmdrehs in Berlin einen gewissen Wirtschaftsfaktor für das Land Berlin darstellt."   
(Quelle: http://www.detta.de/mission-impossible.html)

Zweck des Gesprächs, so berichtete die Presse: In Berlin soll "Mission Impossible 3" gedreht werden.
Cruise wollte die gläserne Kuppel des Reichstages dafür nutzen.
Bundestagspräsident Wolfgang Thierse lehnte ab.
Jetzt sollte Wowereit es richten.
 
 
 

Tom Cruise in Frankreich

Wenig später in Paris: Tom Cruise wird vom Wirtschaftsminister Nicolas Sarkozy empfangen.
Die Presse reagierte mit heftiger Kritik.
Cruise reagierte ungerührt.
Er bat jetzt auch den französischen Präsidenten um ein Gespräch.
Der lehnte ebenso ungerührt ab.
 
 
 

England: Kult-Karte an Beckham

Will Tom Cruise den Fussballer Beckham für Scientology ködern? Das zumindest wurde in der englischen Presse vermutet.
South London Press vom 23.12.2004: "Kult-Karte von Cruise für die Beckhams".
Eine Sprecherin der Beckhams: "Keine Ahnung, ob er eine Karte geschickt hat".

Aber woher weiss die Presse dann von dieser Karte und kennt deren Inhalt?
Diese Frage bleibt unbeantwortet.

Ausführlich im Übrigen The Mirror vom selben Tag.
Neben den Grüssen zum Festtag habe die Karte den Vermerk enthalten: "In Ihrem Interesse wurde der International Association of Scientologists eine Spende übergeben. Die  IAS ist den Zielen von Scientology verpflichtet." Beigefügt der "Ehrenkodex".
 
 
 
 

Tom Cruise eröffnet Scientology-Vertretung in Spanien

Saar-Echo vom 19.9.04
http://www.saar-echo.de/news.php?news_ID=13704

Tom Cruise weiht neue Scientology-Vertretung ein: Hollywood-Star Tom Cruise hat am Samstagabend die neue Scientology-Vertretung in der spanischen Hauptstadt Madrid eröffnet. Rund tausend Scientology-Mitglieder schauten zu, wie der Schauspieler eine Gedenktafel enthüllte. Cruise begrüßte sie mit einigen spanischen Sätzen.

Die Einweihungsfeier hatte am frühen Abend mit einem Popkonzert begonnen. Seit mehreren Tagen hatte Scientology Flugblätter an junge Leute in Madrid verteilt und zu einem "Fest mit Tom Cruise" eingeladen. Auch die spanische Schauspielerin Monica Cruz, Schwester von Cruise' Ex-Freundin Penelope Cruz, nahm an der Veranstaltung am Samstagabend teil. Tom Cruise ist bekennendes Scientology-Mitglied.
 
 
 

Tom Cruise in Norwegen bei Nobelpreis-Fest

Der Chef des Nobelinstituts: "Wir haben Cruise als berühmten Mann und nicht wegen Scientology verpflichtet."
Tom Cruise: Seine Religion, Scientology, sei Teil Grundes, weshalb er sich stark genug für den Preis fühlte.
 
Aus: http://www.nachrichten.ch/detail/194280.htm   


Tom Cruise als Nobel-Moderator kritisiert   
Oslo/Los Angeles - Die Verpflichtung von Hollywoodstar und Scientology-Anhänger Tom Cruise als Moderator des Osloer Nobelkonzerts für die kenianische Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai ist auf Kritik gestossen.   
bert / Quelle: sda / Freitag, 29. Oktober 2004 / 17:40 h   
So erklärten norwegische Scientology-Kritiker wie Andreas Heldal-Lund, die Aktivitäten von Cruise für die manipulativ arbeitende Sekte seien nicht mit dem Testament von Alfred Nobel vereinbar. Auf Basis des Testamtents wird auch der Friedensnobelpreis vergeben. Wie die Zeitung VG berichtet, will Cruise trotzdem wie geplant am 11. Dezember zusammen mit der amerikanischen TV-Moderatorin Oprah Winfrey in Oslo auftreten.   
Von einem Rückzug ist nie die Rede gewesen, sagte Cruise in Los Angeles. Der Chef des Nobelinstituts, Geir Lundestad, erklärte: Wir haben Cruise als berühmten Mann und nicht wegen Scientology verpflichtet. Bei dem Konzert am Tag nach der Verleihung des Friedensnobelpreises sollen unter anderen Cyndi Lauper, Joss Stone, Patt Labelle und Polyphonic Spree auftreten. Maathai erhielt den Friedensnobelpreis für ihren Einsatz zur Sicherung einer intakten Umwelt sowie für ihre Bemühungen um die Menschenrechte in Kenia. Die Auszeichnung ist mit 10 Millionen schwedischen Kronen (rund 1,7 Millionen Franken) dotiert.
Associated Press, December 11, 2004   


OSLO, Norway - American superstars Oprah Winfrey and Tom Cruise said Saturday that hosting this year's Nobel Peace Prize Concert in front of up to 450 million viewers was both an honor and a way to contribute to the struggle for peace.   

Winfrey and Cruise were to co-host Saturday's concert in Oslo, held to honor Kenyan environmentalist Wangari Maathai. The concert will also feature musical artists such as British teen soul singer Joss Stone, opera vocalist Andrea Bocelli, jazz singer Diana Krall, and pop singers Cyndi Lauper and Patti Labelle.   

Winfrey said she didn't have to think twice before accepting the offer to host the concert, which was to be broadcast live in more than 100 countries.   

"I'm here because, first of all, when the Nobel Committee calls, you try to answer with a yes," the talk show host told reporters before the show. Plus, she added, "I like to go wherever Tom Cruise might be."   

"You have the Nobel Committee and Tom Cruise - who's gonna say no to that?" she said.   

Cruise said that his religion, Scientology, was part of the reason he felt strongly about the award.   

"One of the things that we believe in (as Scientologists) is peace, freedom," the movie actor said. "I'm just proud to be here, and very proud to be a Scientologist here and to be part of this."   

The 64-year-old Maathai, Kenya's deputy environment minister, was honored as founder of the Green Belt Movement, which has sought to empower women, improve the environment - by planting 30 million trees - and fight corruption in Africa for almost 30 years.   

Winfrey and Cruise both lauded the choice of Maathai, the first environmentalist and first African woman to be awarded the coveted peace prize.   

"What a momentous occasion this is for not just African women, but particularly for African girls," Winfrey said. "In Maathai, African girls have a role model they can look at and say, 'I want to be like her,'" Winfrey said.   

In the United States, the concert was to be broadcast on Dec. 23 by E! Entertainment Television.   

The Norwegian news agency ANB contributed to this report   

http://www.miami.com/mld/miamiherald/living/people/10395898.htm?1c

 
 
 

Werbung in der Filmindustrie

Das Gerücht:

Der Film "Krieg der Welten" wird im Frühjahr 2005 Premiere in Berlin haben.
Auch in Deutschland, so wird kolportiert, verlangt Hauptdarsteller Tom Cruise über den Filmverleih UIP (United International Pictures)  von allen, die mit dem Film zu tun haben, eine Informationsveranstaltung der Scientology zu besuchen.  Also auch von Technikern, Agenturen, Pressebetreuern und den Mitarbeitern des Verleihs bis hin zu den Hostessen. Das sei der Wunsch von Tom Cruise.  Wer nicht teilnehmen werde, der könne eben nicht  für den Film tätig sein.
Auf gut Deutsch: Wer sich weigert, muß finanzielle Einbußen hinnehmen.
Leitende Mitarbeiter hätten angeblich bereits aus Anlass der Vorstellung des Films in Los Angeles  eine solche Veranstaltung besucht.
Das beträfe keineswegs nur den Verleih.
Denn für den Erfolg eines Films ist heute die Werbung genau so wichtig, wie der Film selbst und kostet auch fast so viel. Dabei sind  viele  Freiberufler und kleine Agenturen tätig, die es sich kaum leisten können, auf Aufträge zu verzichten.
 

Unwahrscheinlich ist das keineswegs, wie dieser Bericht zeigt:
 
MTV  meldete am 25.2.2005:   
   
"Tom Cruise versucht nun auch die Film-Crew zu überzeugen...   
Die Stars drehen durch: Ähnlich wie Madonna, die energisch durch die Gegend kaballert, ist nun auch Tom Cruise auf spiritueller Mission. Bei Dreharbeiten zu seinem neuen Film 'Krieg der Welten' brachte der Anhänger der Scientology Sekte ein Scientology-Zelt inklusive eines freiwilligen Gesandten und Literatur über die ominöse Sekte mit. Das Zelt sei ein Geschenk von Tom an alle, so seine Schwester und Pressesprecherin Lee Anne De Vette. Man könne in diesem Zelt eine religiöse Massage erhalten, die dem Körper hilft, in besseren Kontakt mit der Seele zu treten. Na dann Amen."
(Abbildung aus http://www.mtv.de/news/news.php?id=1738)   

Zum Thema auch:   
Scientology-Zeltwerbung: getarnte Heilbehandlung   
Zeltwerbung.htm

 
 
 
 
 

Wer ist Tom Cruise?

Thomas Cruise Mapother IV, geboren 1962, ist seit 1981 als Filmschauspieler tätig. Die Encarta Enzyclopädie vermerkt über  ihn: "Der Amerikaner Tom Cruise ist seit Ende der achtziger Jahre einer der bestbezahlten Stars des Hollywoodkinos".
Ausserdem ist Tom Cruise Scientology-Anhänger, angeblich seit Ende der 1980ger, so Bernhard Kempen.
 
 
 
 
 

Tom Cruise sammelt für Scientology

Tom Cruise in New York. Das Magazin "Rolling Stone" staunt (11.8.2004: The Passion of the Cruise): Der notorisch pressescheue Star öffnet sich für Scientology sogar der Presse.
Tom Cruise hat eine Million Dollar gesammelt. Das ist weder für ihn, noch für die Scientology-Organisation ein Betrag, um den es viel Aufhebens zu machen lohnt. Entscheidend dürfte deshalb nicht das Geld gewesen sein, sondern die Wohltätigkeitsveranstaltung selbst und die Berichterstattung darüber. Denn die Veranstaltung hat nicht in Hollywood stattgefunden, sondern in New York.
 
"20minuten", 20.4.04   

Cruise sammelt für Scientology   
Schauspieler Tom Cruise (41) sammelt seit längerem Geld für die Rettungsleute, die beim Terror-Anschlag vom 11. September 2001 im Einsatz standen. Die Spenden sollen den Männern eine Entgiftungskur ermöglichen. Jetzt aber wurde ein pikantes Detail bekannt: Es handelt sich um ein Projekt der umstrittenen Scientology-Kirche, der auch Cruise angehört.

Krone vom 13.4.04   

Tom Cruise schickt 9/11-Retter zu Scientology   

Eigentlich eine ehrbare Sache: Tom Cruise hat bei einem Wohltätigkeits-Dinner in New York Spenden für Rettungshelfer gesammelt, die bei ihrem Einsatz am 11. September giftigen Stoffen ausgesetzt waren. Kleiner "Fehler" an der Sache: Die Männer werden in ein Reha-Zentrum der Scientology-Sekte geschickt!   

Tom Cruise selbst ist bekennender Scientologe. Und mit den 1,2 Millionen Dollar, die er gesammelt hat, will er den Rettungsteams etwas Gutes tun. Und auch Ron Hubbard, dem Gründer der Sekte. Dieser entwickelte nämlich eine alternative Entgiftungs-Methode, die jetzt den 9/11-Rettern zu Gute kommen soll.   

400 Feuerwehrleute und Nothelfer soll durch das Geld ein Aufenthalt im neu eingerichteten Entgiftungszentrum auf Long Island ermöglicht werden. Dort sollen die vergifteten Körper mit "Leibesübungen, Ausschwitzen in der Sauna, Vitaminen und Mineralstoffen" von giftigen Stoffen befreit werden, wie Hubbard in seinem neuen Buch "Clear Body Clear Mind" ("Klarer Körper, klarer Geist") beschreibt.   

 

 
 
 
 

Tom Cruise als Propagandist für den Kampf der Scientology-Organisation gegen "die Psychiatrie"

Scientology bekämpft die Psychiatrie, will diese abschaffen und an deren Stelle ein Behandlungsmonopol errichten. Dazu:

Der Schauspieler Tom Cruise ist der wichtigste Propagandist für dieses Ziel.
 
 
 
 

Tom Cruise: "Ich mache Jagd auf die Psychiatrie"

Die Schweizer Tageszeitung Blick berichtete am 27.5.2005:
 
"Kreuzzug gegen Psychiater  

Tom Cruise macht nach der Alien-Hatz jetzt Jagd auf Seelen-Doktoren"

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Warum macht Tom Cruise "Jagd auf die Psychiatrie"?

Erstens weil Scientology selbst ein Behandlungsmonopol aufbauen will, aber nicht beweisen kann, dass die Scientology-Methode etwas taugt. Also wird die Konkurrenz gejagt und zur Strecke gebracht.

Zweitens erzählt Tom Cruise aber auch eine persönliche Geschichte.
Tom Cruise erzählt diese Story zum wiederholten Mal, vermutlich weil er sie für glaubhaft und überzeugend hält:

"Man diagnostizierte bei mir Legasthenie. Ich hatte viel Energie als Kind. Sie wollten mich unter Drogen setzen. Konnten sie nicht. Meine Mutter sagte nein, unter keinen Umständen, in keinem Fall, und ich bin dankbar. Hätte ich diese Drogen nehmen müssen, wäre ich heute nicht hier. Ich hätte nie so Karriere gemacht".
Was könnte hinter der Behauptung stecken, man wollte ihn als Kind unter Drogen setzen?
Was Cruise mit "Drogen" meint, bleibt unklar.
Als strammer Scientology-Anhänger benutzt er vermutlich den Scientology-Sprachgebrauch.
Also ist zu berücksichtigen, was die Scientology-Organisation unter Drogen versteht:
Scientology bezeichnet Medikamente als Drogen.
Außer denen, die von Scientology selbst vorgeschrieben werden.
Die werden als Vitamine bezeichnet. Mehr dazu unter
  • Medikamente.htm
  • Scientology propagiert Medikamentenmißbrauch mit Niacin
  • Ob die Story des Tom Cruise überhaupt stimmt, ist ebenfalls unklar.
    Die Behauptung ist nicht nachprüfbar. Es steht also keineswegs fest, dass der kleine Tom Cruise überhaupt irgend welche Beeinträchtigungen hatte, wenn ja, welche und welche Vorschläge wer zu deren Behebung gemacht hat. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Tom Cruise sich erst nach der Befragung mit dem E-Meter daran "erinnern" konnte.
    Wegen Legasthenie?
    Legasthenie wird auch als LRS bezeichnet, als Lese-Rechtschreibstörung.
    In der Website http://www.kjp.med.uni-muenchen.de/faq/kap5.htm#anker8 heisst es dazu:
    "Helfen bei einer LRS Medikamente?
    Sowohl mit schulmedizinischen als auch mit homöopathischen Medikamenten wurden vielfache Versuche unternommen, die Lernfähigkeit von Kindern mit einer LRS zu verbessern. Insgesamt waren die Ergebnisse enttäuschend, so dass davon auszugehen ist, dass Medikamente zur Behandlung einer Lese-Rechtschreibschwäche ungeeignet sind."
    Trotzdem kann es natürlich sein, dass ein Arzt oder vielleicht sogar unberechtigterweise ein Lehrer der Mutter von Tom Cruise empfohlen hat, irgendwelche Medikamente zu nehmen. Vielleicht hat sie Fachleute gefragt, vielleicht hat sie auch gefühlsmässig abgelehnt.
     
     
     

    Tom Cruise: "Die Psychiatrie sollte verboten werden"

    IMDb.com berichtete am 9.1.2004:


     

    MSNBC ergänzte die Nachricht durch Befragung einer Vertreterin der Psychiatrie:
     
      

    Psychiatrists think Cruise should have head examined   

    MSNBC, January 21, 2004   
    By Jeannette Walls with Ashley Pearson   

    The American Psychiatric Association is concerned that some comments by Tom Cruise could prevent people who need help from getting it.   

    The “Last Samurai” star has been blasting psychiatry, and reportedly said the profession should be “outlawed.” “I think [psychiatry] is an utter waste of time,” Cruise said, according to IMDB.com.   

    “There’s nothing scientific about it. Communication is a good thing, but I think people get more mentally out of having a good meal or going for a walk. I think psychiatry should be outlawed.”   

    “It’s like arguing that the earth is flat,” Dr. James Scully, the Medical Director of the American Psychiatric Association, told The Scoop. “Psychiatry is a branch of medicine supported by substantial research. . . . Comments like that are absurd.  . . . If someone is suffering and needs to get help, it would be a shame if they do not get the help that could help them because a celebrity says something.”   

    Would Dr. Scully welcome a dialogue with Cruise? “A dialogue? Yes. We’d welcome an open dialogue. A Scientology speech? No,” says Dr. Scully, referring to Cruise’s religion, which is opposed to psychiatry. “We don’t find discussions about Scientology useful.”   

    http://www.msnbc.msn.com/Default.aspx?id=4010495&p1=0

     
     
     
     

    Tom Cruise: Pharmalobby schlimmer als Drogenbarone

    Tom Cruise macht die Pharmaindustrie für die Drogensucht von Kindern und Jugendlichen in den USA verantwortlich.

    «Nicht die kolumbianischen Drogenbarone sind das Problem, sondern die Pharma-Industriellen, die Menschen drogensüchtig machen», sagte er 2003 der deutschen Zeitschrift «Cinema».
     

    gemacht.
     
     

    Tom Cruise unterstützt Scientology in Deutschland
     
    Der Bund vom 24.7.02   
    http://www2.lol.li/Volksblatt/livool-3/Inland-4.html   

    LESERBRIEF    

    Tom Cruise doch Scientology-Mitglied    

    Wir möchten darauf hinweisen, dass sich die Pressemeldungen des vergangenen Jahres als Ente herausgestellt haben. Tom Cruise ist sehr wohl weiterhin Mitglied der Scientology Kirche und steht auch ohne weiteres dazu, was man immer wieder in den Medien nachlesen kann, wie zuletzt im Time Magazin. Er unterstützt auch verschiedene soziale Projekte, die mit Hubbard-Methoden arbeiten.    

    Scientology Kirche Zürich 

     
    Berliner Zeitung vom 31.1.02   
    Tom Cruise mit missionarischem Eifer   
    Reuters   
    BERLIN. Filmstar Tom Cruise hat sich beim US-Botschafter in Deutschland für die umstrittene Scientology-Sekte engagiert. Bei seinem Berlin-Besuch in der vorigen Woche habe Cruise sich leidenschaftlich bei US-Botschafter Dan Coats dafür eingesetzt, die Lage von Scientology in Deutschland zu verbessern. Die weltweit tätige Organisation steht seit 1997 unter Beobachtung deutscher Verfassungsschützer. Cruise ist bekennender Scientologe. (Reuters)
     
    Berliner Morgenpost vom 31.1.02   
    Tom Cruise macht sich für Scientology stark   
    rtr Berlin - Hollywood-Star Tom Cruise hat sich nach Angaben aus Diplomaten-Kreisen beim US-Botschafter in Deutschland für die umstrittene Scientology-Organisation eingesetzt. Anlässlich der Vorstellung seines neuen Films "Vanilla Sky" in Berlin sei Cruise mehr als eine Stunde bei Botschafter Dan Coats gewesen und habe sich leidenschaftlich dafür eingesetzt, die Lage von Scientology in Deutschland zu verbessern. Seit 1997 steht die Organisation unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Cruise ist seit langem bekennender Scientologe.
    www.ShortNews.de brachte die nachfolgende Nachricht und stellte diese zur Diskussion:
     
    Aus: www.ShortNews.de   
     http://www.shortnews.de/start.cfm?id=350170&newsid=5&rubrik1=Kultur&rubrik2=Alles&rubrik3=Alles&sort=3&start=1&sparte=1   


    30.01.2002 15:09 Uhr    
    Tom Cruise unterstützt Scientology-Sekte in Deutschland   
    Der US-amerikanische Schauspieler Tom Cruise hat im Rahmen seiner Promotion-Tour wegen seines neuen Kino-Hits 'Vanilla Sky' den amerikanischen Botschafter gebeten, sich für die Rechte der Sekte Scientology in Deutschland einzusetzen.   
    Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten akzeptiert die Bundesrepublik Deutschland die Scientology-Sekte nicht als kirchliche Organisation, da dies nur eine Vortäuschung sei um Geld zu verdienen.   
    Cruise, der ein loyaler Anhänger der amerikanischen Scientology-Sekte ist, ließ über seinen Sprecher, Pat Kingsley, berichten, dass Scientology überhaupt nichts mit der Trennung von Nicole Kidman zu tun gehabt habe.   
    Quelle: www.abcnews.go.com
    Hier die Quelle dieser Nachricht:
     
    Aus: www.abcnews.go.com    


    WIRE: 01/30/2002 7:18 am ET 
    Tom Cruise Lobbies for Scientology in Germany
    By Adam Tanner    

     BERLIN (Reuters) - Actor Tom Cruise, an outspoken adherent of the Church of Scientology, has lobbied the U.S. ambassador to fight for the group's rights in Germany, where it is not recognized, diplomats said Wednesday.    

    Embassy officials said Cruise had met Ambassador Dan Coats, a former U.S. senator, in Berlin for more than an hour last week during which he made a passionate appeal for his support for improving the organization's status in Germany.   

    Germany refuses to recognize Scientology as a church, saying it masquerades as a religion to make money. Scientologists are barred from government jobs in some parts of the country.    

    The government placed Scientology under official scrutiny in 1997, provoking an outcry among supporters in the United States, including several celebrities. They say Germany's refusal to recognize Scientology undermines their human rights.    

    In the January issue of the U.S.-based magazine Vanity Fair, Cruise credited his 13-year devotion to Scientology with helping him deal with adversities from dyslexia to his estrangement from his late father to persistent rumors that he is gay.    

    Cruise's spokeswoman, Pat Kingsley, has denied that Scientology played a part in his split from actress Nicole Kidman last year.    

    Cruise was in Germany on a promotional tour for his latest film "Vanilla Sky" with his lover and co-star Penelope Cruz.    

    After meeting Coats at the U.S. embassy in central Berlin, Cruise, 39, spent nearly an hour signing autographs and talking to a star-struck embassy staff, who described him as unusually friendly and patient.    

    Coats later attended a special screening of "Vanilla Sky."    

    The embassy spokesman declined to comment on Cruise's meeting with the ambassador.    

    The California-based Church of Scientology was founded on the teachings of the late American science fiction writer L. Ron Hubbard. Its members include several high-profile Hollywood film stars, including John Travolta and Cruise, who embraced it in 1990 through his first wife, Mimi Rogers.    

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    1. Version dieser Seite installiert am 31.1.2002


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